Zum Inhalt springen
Dit is een volledig nieuwe website, vond u een bug, stuur ons een email op bestuur@klassiek-centraal.be
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Charaktervolles Puccini-Raritäten

L
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Charaktervolles Puccini-Raritäten

**** Opera Rara ist ein Plattenlabel, das sich darauf spezialisiert, vergessene oder wenig bekannte Werke in den Blickpunkt zu rücken. Lange Zeit war besonders die Belcanto-Periode das wichtigste Gebiet, aus dem sie vernachlässigte Werke hervorriefen. So wurden zahlreiche nie oder selten aufgeführte Opern von Donizetti oder Rossini auf CD veröffentlicht, aber auch Werke von wenig populären Komponisten wie Mercadante, Paer oder Mayr. Bei ihrer neuesten Aufnahme verschiebt sich ihr Gebiet sogar zum Verismo, denn ihre kürzliche Veröffentlichung ist Le Willis von Giacomo Puccini.

Puccini komponierte Le Willis als Abschluss seines Konservatoriumsstudiums. Er nahm damit an einem von der Mailänder Musikverlegerin Sonzogno ausgeschriebenen Operawettbewerb für Einakter teil. Aber Puccini gewinnt keinen Preis. Angeblich weil die Jury das Manuskript nicht entziffern konnte – Puccini hatte nämlich in Eile gearbeitet. Er schafft es dennoch, es aufführen zu lassen, mit Hilfe des Librettisten Ferdinando Fontana und von Arrigo Boito. Am 31. Mai 1884 erlebt Le Willis im Teatro dal Verme in Mailand einen großen Erfolg.

Die Oper zieht die Aufmerksamkeit des anderen großen Musikverlegers auf sich, Ricordi, und er möchte die Oper veröffentlichen, bittet Puccini aber um Änderungen. Puccini schreibt eine große Arie für den Sopran und für den Tenor und nimmt weitere Änderungen in der Szene von Roberto vor. Die zusätzlichen Arien, die Puccini schrieb, wurden in der Opera Rara-Aufnahme als Anhang hinzugefügt. Ein guter Gedanke, denn sie klingen in ihrer dramatischen Kraft wie Puccini auf seinem Besten.

Vergissmeinnicht

Die Geschichte ist einfach und vermischt in einer romantischen Atmosphäre Märchenhaftes mit mysteriösen Elementen. Die Willis sind die Geister von früh verstorbenen jungen Frauen, die sich an untreuen Ehemännern rächen, weil sie die Bräute verlassen haben. Die Oper spielt sich im Schwarzwald ab und beginnt auf dem Verlobungsfest von Roberto und Anna. Roberto verlässt sie, um eine Erbschaft von einer wohlhabenden Verwandten zu holen, und Anna gibt ihm ein Sträußchen Vergissmeinnicht. Roberto schwört ihr ewige Treue. Aber Roberto führt in Mainz ein liederliches Leben und vergisst Anna, die vor Liebeskummer stirbt. Er verfällt dem Bann der Willis und wird von einer verführerischen Frau verlassen. Reuevoll kehrt er in sein Heimatdorf zurück, wo sich die Willis, angeführt von Anna, an ihm rächen und ihn in ihren tödlichen Tanz zerren. Erst dann ist er wieder mit Anna vereint.

Es gibt nur drei Figuren: das Paar Anna und Roberto und Annas Vater. Die Willis werden vom Chor gespielt. Die Charakterisierung macht bereits bei dieser ersten Oper deutlich, was Puccini in seinem Repertoire hat. Wichtiger als die magere Geschichte ist für Puccini der Verrat des Liebhabers durch seine Beziehung zu einer fernen dämonischen Frau und Annas Rache. Er skizziert eine liebende, magische Anna, einen aufgeblasenen, bußfertigen Roberto und einen zärtlichen Vater Guglielmo. Anna ist auf diese Weise sofort der Prototyp der Puccini-Frauen: unschuldiges Opfer wie Mimi, Liu, Butterfly, treu in ihrer Liebe bis in den Tod. Roberto ist die am meisten ausgearbeitete Figur mit in seiner Schlussarie einer Vielzahl von Gefühlen: Angst, Verzweiflung, Reue, verliebte Leidenschaft, religiöse Glut. Die psychologische Ausarbeitung der Figuren und die Atmosphärenschaffung (der Tanz der Willis, die Glocken des Angelus) machen dieses kurze Werk definitiv einen Besuch wert.

Brian Mulligan verkörpert mit seinem warmen Bariton eine zärtliche Vaterfigur. Ermonela Jaho besingt als Anna mit reiner und hoher Stimme sowohl ihre leidenschaftliche Liebe als auch ihr tragisches Schicksal als Opfer. Besonders die zusätzliche Romanze Se come voi piccina io fossi ist ein ergreifendes Stück Musik, wie Sie unten selbst entdecken können. Arsen Soghomonyan singt Roberto mit klarer und eindringlicher Stimme. Besonders seine Schlussszene ist intensiv. Mark Elder steht für ein farbig spielendes Royal Philharmonic Orchestra und Opera Rara Chorus ein. Für Puccini-Liebhaber und Opernliebhaber allgemein ein nicht zu verschmähender Juwel.


  • WAS: Le Willis
  • WER: Giacomo Puccini (1858-1924)
  • STIMMEN: Brian Mulligan (Bariton), Ermonela Jaho (Sopran), Arsen Soghomonyan (Tenor)
  • ORCHESTER: Royal Philharmonic Orchestra, Opera Rara Chorus u.L.v. Sir Mark Elder
  • VERÖFFENTLICHUNG: Opera Rara – ORC59
Diesen Artikel teilen
DE