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Rezensionen

BelLISSAma, 'Van Oost naar West'

V
· 4 Min. Lesezeit
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BelLISSAma, 'Van Oost naar West'

Im verdunkelten Theatercafé des Fakkeltheater stehen die drei Solisten: Lissa Meyvis, Gesang; Lester Van Loock, Klavier und Yunah Proost, Cello im warmen, goldenen Licht von vier Spots. Eine gemütliche Atmosphäre.

Sie bringen kein grau gespieltes Repertoire, sondern schöne überraschende Kompositionen bekannter und weniger bekannter Komponisten in einer Verbindung zwischen Ost und West in einem wechselseitigen Dialog. Mit Kompositionen, die unter die Haut gehen, berühren und wärmen. Beginnend mit: 'Elegie' aus dem vielseitigen Repertoire von Jules Massenet. Das Cello setzt samtweich und klangvoll ein, das Klavier fällt ein in ein subtiles Spiel von Tempo und Klangfarbe. Lissa Meyvis trägt den wunderschönen Text vor.

Wir verweilen noch eine Weile in der französischen Atmosphäre mit 'Après un rêve' von Gabriel Fauré auf ein Gedicht von Romain Bussine. Ein wunderschönes Werk für Cello und Klavier. Das Cello trägt die Wehmut dessen, was verloren gegangen ist. Die Sehnsucht nach dem, was nicht mehr ist. Lissa Meyvis bringt auf ergreifende Weise das Erwachen aus einem wunderschönen Liebestraum. 'Berceuse Orientale, op 16' ist ein Instrumentalwerk des österreichisch-ungarischen Komponisten Ludwig Lebelle für Cello und Klavier. Er erteilte selbst Cellostunden und coachte Kammermusik-Klassen.

Beide Instrumentalisten setzen fort mit einem Werk des russischen Komponisten César Cui, wiederum ein Werk, das exklusiv für beide Instrumente komponiert wurde. César Cui schrieb viele Opern, aber seine Liebe galt vor allem kleinen miniaturhaften Werken wie 'Orientale, op 50, nr 9 aus Kaleidoscope'. Yunah Proost lässt ihr Instrument eine ganze Geschichte erzählen in einer kräftigen und spritzigen 'Persischen Improvisation' mit alternativen Tonleitern und Rhythmen. Zwischen ihr und der Musik gibt es nur Platz für enorme Intensität und Aufrichtigkeit.

'The Girl from Shiraz' aus Persian Folk Songs von Reza Vali. Er verbindet in seinem Werk traditionelle persische Musik mit modernen westlichen Techniken. Yunah Proost und Lester Van Loock messen sich gegenseitig. In dem Spiel des Pianisten erklingen Klänge des bekannten Stille Nacht, die durch orientalische Klänge auf dem Cello beantwortet werden. Das Ganze klingt faszinierend durch das klagende Cello und die feinen Klavierklänge. In ihrem Körper ist jede Faser Musik. Zwei Instrumentalisten, die sich nahtlos in ihren Absichten folgen.

Sopran Lissa Meyvis fordert wieder die volle Aufmerksamkeit mit einem Lied der französischen Komponistin und Pianistin Cécile Chaminade (8 Aug. 1857 – 13 April 1944). Diese freche Französin hinterließ ein beeindruckendes Œuvre, darunter dieses 'Chanson de Neige' in einer stimmungsvollen Interpretation von Lissa. Sie schließt an mit einer Arie 'Frère ! Voyez!' aus Werther von Jules Massenet, basierend auf dem deutschen Roman 'Die Leiden des Jungen Werthers' von Goethe.

'Jewish Life' von Ernst Boch ist ein Satz von drei kurzen Stücken, die er in seiner jüdischen Periode schrieb. In dieser Zeit schrieb er sehr melancholische Werke. Viele Cellisten haben diese Musik in ihrem Repertoire. Der erste Satz 'Prayer' hat die Klangfarbe einer Hymne in einer traditionellen aschkenasischen Synagoge. Der zweite 'Supplication' strahlt ein Gefühl der Dringlichkeit aus. Der dritte Satz hat einen klagenden Charakter und erinnert an den Charakter eines typischen osteuropäischen jüdischen Volksliedes.

Nach der Pause weitere Kompositionen für Cello und Klavier. Aber begonnen wird mit 'La Kahena' aus 'Deux pièces exotiques pour piano' von Gaston Knop. Es erzählt von der monotonen und schweren Reise einer Karawane durch die Wüste, Ankunft in einer Oase und Abwerfen aller Sorgen im Tanz. Lester spielt technisch, aber auch sehr gefühlvoll mit viel Differenzierung.

'Meditation' vier kurze Stücke für Cello und Klavier des englischen Komponisten Frank Bridge, vielleicht am besten als Achtsamkeitsmusik zu beschreiben, die besänftigt und tröstet und den ganzen Stress aus deinem Körper nimmt. 'Chanson Slave' von Ludwig Lebell ist gleichzeitig melancholisch und kräftig. 'Vocalise op 34, nr 14' ist ein begleitetes Lied von Sergej Rachmaninoff. Die Popularität der Vocalise ist so groß, dass das Stück für verschiedene Instrumente arrangiert wurde, einschließlich Cello und Klavier. Hier kommen die drei Komponenten zusammen. Da es Muttertag war, wurde es allen Müttern gewidmet.

Fortgesetzt wird mit 'Impromptu' für Klavier und Cello des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan. Es ist ein geschichtetes Werk, teilweise wehmütig und überschwänglich mit einer fröhlichen Kadenz. Dieses Konzert wird abgeschlossen mit zwei Liedern 'Chemins de l'amour', eine Komposition von Francis Poulenc auf Text von Jean Anouilh und 'Je veux vivre' von Charles Gounod aus der Oper Romeo & Juliette.

Ein kleiner Hinweis: das Mikrophon nutzen. Das Publikum, das auf der Bühne sitzt, versteht nicht, was dazwischen gesagt wird. Das führt zu etwas Verdruss. Auch das Mikrophon richtig nutzen lernen!

Ein schönes und differenziert zusammengestelltes Programm, das wieder Beifall erhielt.

Details

Wer
Zang: Lissa Meyvis Piano: Lester Van Loock Cello: Yunah Proost Muziek: Gabriel Fauré, Jules Massenet, César Cui, Ernst Boch, Gaston Knop, Frank Bridge, Serge Rachmaninoff, Alexander Arutjunjan, Francis Poulenc, Charles Gounod
Wo
Fakkeltheater, Antwerpen
Gesehen am
12 Mai 2024
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