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7à8 Saxophone Ensemble wärmt skandinavische Komponisten auf

H
· 4 Min. Lesezeit
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7à8 Saxophone Ensemble wärmt skandinavische Komponisten auf

Mit vier skandinavischen Komponisten nimmt das 7à8 Saxophone Ensemble den Hörer auf eine Reise durch den Norden Europas mit. Die musikal ische Erkundungstour beginnt in Schweden mit einem praktisch unbekannten Namen. Es erklingen Auszüge aus Bilägers Musiquen (1744) des schwedischen Barockkomponisten Johan Helmich Roman (1694-1758). Diese festliche Musik anlässlich einer königlichen Hochzeit setzt gleich den fröhlichen und aufgeweckten Ton dieser CD.

Thomas Pechot sorgt für die Arrangements auf diesem Album. Romans barockes Werk kommt angenehm zur Geltung mit dem warmen Klang dieses Saxophonensembles. Um dennoch einen Teil des ursprünglichen Barockglanzes zu bewahren, spielt Jonathan Bridoux den Generalbass auf dem Cembalo mit. Die Verschmelzung von Barock mit der romantischen Erfindung des Saxophons verleiht diesem Werk einen einzigartigen Sound.

Nach Schweden ziehen wir nach Westen in Richtung Norwegen mit einem Klassiker von Edvard Grieg (1843-1907) Peer Gynt Suite Nr. 1 op. 46 (1888). Wenn man an skandinavische Musik denkt, ist diese musikal ische Bearbeitung zu Henrik Ibsens gleichnamigem Schauspiel eines der ersten Werke, die einem in den Sinn kommt. Es ist also eine naheliegende Wahl und doch klingt es neu. Wieder ist es die bemerkenswert warme Farbe des Saxophonensembles, die für ein frisches Hörerlebnis sorgt.

Besonders kommt der zweite Teil „Åses død" [Asses Tod] außergewöhnlich gut zur Geltung. Die tiefen, dunklen Klänge des Baritonsaxophons, gespielt von Fabrice Muratore, verleihen ihm einen unheilvollen Charakter. Darüber färben die anderen Saxophone in verschiedenen Kombinationen diesen Trauerzug. Wieder ein Arrangement, das ingeniös mit Klangfarbe spielt.

Nachdem wir der Halle des Bergkönigs entkommen konnten, überqueren wir das Wasser und kommen in Dänemark an. Dort erklingt Pan and Syrinx op. 49 (1918) von Carl Nielsen (1865-1931). In dieser pastoral en Szene erzählt die Musik die Legende, wie der Gott Pan die Panflöte erfand. Der verliebte Gott war hinter der Waldnymphe Syrinx her, aber sie wollte von seinen Avancen nichts wissen. Am Flussufer bat sie um Hilfe und verwandelte sich gerade noch rechtzeitig in Schilf. Der frustrierte Pan seufzte und das Schilf produzierte einen angenehmen Ton. Er schnitt das Schilf und entwickelte die erste Panflöte.

Um den Klang der Panflöte zu imitieren und die Figur der Syrinx zum Klingen zu bringen, macht Nielsen in der Orchesterversion reichlich Gebrauch von den Holzbläsern. Diese Soli werden auf diesem Album von Sopran- und Altsaxophonen gespielt. Ein Effekt, der den dünnen Wind imitiert. Darüber hinaus wird das Saxophonensemble von drei Schlagzeugern begleitet, von denen einer das Xylophon und das Glockenspiel bedient. Dies ist eine wichtige Erweiterung der Besetzung. Sie erzeugt einen volleren Klang und macht es möglich, den programmatischen Charakter dieses symphonischen Gedichts vollständig zur Geltung zu bringen.

Nach Nielsens Naturszene kehren wir nach Norden zurück. Das Album endet mit Finlandia op. 26 (1899) von Jean Sibelius (1865-1957). Dies ist ein Werk, in dem der Komponist von den Extremen seines Orchesters (extreme Tiefen und extreme Höhen) ausgiebig Gebrauch macht. Zu meiner Freude bedeutet dies eine Rückkehr des Baritonsaxophons. Die tiefen, brummenden Töne dieses Instruments geben dem Arrangement zusätzliche Tiefe und einen volleren Klang. Mit sieben Saxophonisten und drei Schlagzeugern schafft es das 7à8 Saxophone Ensemble, das Volumen eines vollständigen Orchesters zu erreichen.

Pechots Bearbeitung dieses symphonischen Gedichts ermöglicht trotz des vollen Klangs dennoch, jede Linie separat zu verfolgen. Die Reduktion der Musiker im Vergleich zum Original schafft eine Art Verdichtung, durch die die einzelnen musikal ischen Linien klarer klingen. Auch wenn du Finlandia bereits in verschiedenen orchestralen Aufführungen gehört hast, kannst du dich bei diesem Arrangement auf andere Aspekte konzentrieren, die sonst in der Größe der Menge verloren gehen. Das 7à8 Saxophone Ensemble bietet ein neues Hörerlebnis für diesen skandinavischen Klassiker.

Und mit diesem letzten Werk ist der Kreis geschlossen. Von Schweden nach Norwegen, die Überfahrt nach Dänemark im Süden und dann zurück in den Norden nach Finnland. Mit vier bekannten und weniger bekannten Kompositionen nimmt uns das 7à8 Saxophone Ensemble auf eine musikal ische Reise mit. Skandinavische Klassiker erhalten durch den Saxophonklang eine andere, warme Farbe, wodurch sie ein neues Hörerlebnis evozieren. Mit Romans Bilägers Musiquen bringen sie verborgene Perlen zum Klingen. Verborgene Perlen, die nach mehr verlangen lassen…



4/5

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