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Religiöses und poetisches Werk von Stefaan Vanheertum

W
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Religiöses und poetisches Werk von Stefaan Vanheertum
Der Genter Komponist Stefaan Vanheertum hat soeben seine neue cd Suoni Celesti veröffentlicht. Die cd enthält Chorwerke, die er zwischen 2014 und 2021 geschrieben hat. Die Sammlung ist das Ergebnis eines Konzerts, das im September des letzten Jahres stattfand. Suoni Celesti (himmlische Klänge) besteht aus religiösen und liturgischen Werken sowie Stücken, die auf Gedichten von Rainer Maria Rilke, Peter Verhelst, Nadine Anne Hura, Edgar Allen Poe und Emily Dickinson basieren. Auch vier kurze Werke zu Haikus von Herman Van Rompuy wurden aufgenommen. Ausführende sind die Ghent Singers, Ateneres, Koriolis und Arabesk (dir. Marc Van den Borre). Der römisch-katholische Glaubenserlebnis wird in drei Werken thematisiert: Lux Aeterna, wo das Mysterium des ewigen Lebens einerseits üppig beleuchtet wird, aber durch einige Dissonanzen auch nuanciert wird. O Magnum Mysterium wird mit einer relativ leichten Besetzung gebracht, mit Anwendung von hoketus (Schluchzlauten) für die oberen Stimmen und einem überzeugend mitreißenden Alleluia. Das dritte ist ein Agnus Dei, ein Friedensgebet, das Vanheertum als Antiphon komponiert hat. 4 Haikus, geschrieben vom belgischen ehemaligen Politiker Herman Van Rompuy, handeln von den vier Jahreszeiten. Diese Werke sind einfach und eingängig für a cappella Frauenchor und Solisten vertont. Er war einmal Wasser ist von einem Gedicht des flämischen Dichters Peter Verhelst inspiriert, geschrieben anlässlich des Ertrinkungstodes eines jungen Flüchtlings im Mittelmeer. Das Ergebnis ist eine düster stimmende musikalische Geschichte, in der die Schlusszeile „So laut wir konnten, versuchten wir es war einmal, es war einmal zu denken" respektvoll niedergelegt wird. Pieter Coene, der das Gedicht vorträgt, zeigt, wie eindringlich sich die niederländische Sprache als Vortragskunst darstellt. Mutter Erde, basierend auf einem Gedicht der neuseeländischen Nadine Anne Hura, und Spirits of the dead, ein Lied auf einen Text von Edgar Allan Poe, verklingen Endlichkeit (Corona und Klimakrise) und den Tod. Das pièce de résistance der cd ist The Voice, ein Gedicht aus dem Ersten Weltkrieg, geschrieben von Alfred Mills in den Schützengräben von Ieper. Das Gedicht erzählt die Geschichte eines Frontsoldaten, dessen Gedanken bei seiner Geliebten (Sopransolo) sind und der ihm Mut zusprechen soll, nicht aufzugeben. Der Chor kommentiert, der Musiktraditionen entsprechend, wobei sich die Atmosphäre in der Mitte des Stücks verschiebt, wenn sich herausstellt, dass „the voice" nicht seine Geliebte ist, sondern eigentlich den Tod darstellt. An diesem Punkt versetzt sich der Chor in eine Art Trance durch die anhaltende Gewalt. Die absteigende chromatische Linie des Sopransolos beim Singen von „I'll always be there to hold your hand" ist sowohl zwingend als auch fatalistisch. The Voice ist reich gefüllt, die repetitiven Melodielinien sind kunstvoll verflochten. Die cd endet mit 3 Rilke Songs für Frauenchor/Ensemble und Horn, geschrieben anlässlich von Rilkes Besuch im Jardin des Plantes in Paris 1902. Es ist eine leichte und humorvolle Beschreibung des Panthers, der Flamingos und der Papageien, die trotz ihrer Gefangenschaft versuchen, das Beste daraus zu machen. WER: Ghent Singers u.L.v. Joris Derder, Arabesk u.L.v. Marc Van den Borre, Koriolis u.L.v. Joris Derder, Ataneres ensemble

Solisten: Jolien de Gendt [Sopran], Evi Roelants [Sopran], Kristien Nijs [Sopran], Lucas Cortoos [Bariton)], Pieter Coene [Chor & Vortrag)], Thomas Gustin [Horn] , Frederik Martens [Klavier] WAS: Suoni Celesti, Vokalmusik von Stefaan Vanheertum BESTELLEN: stefaan.vanheertum@telenet.be (€12) INFO: www.stefaanvanheertum.com

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