Zum Inhalt springen
Dit is een volledig nieuwe website, vond u een bug, stuur ons een email op bestuur@klassiek-centraal.be
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Scherzi Musicali op Laus Polyphoniae: als wäre Dowland selbst anwesend

D
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Scherzi Musicali op Laus Polyphoniae: als wäre Dowland selbst anwesend

Das beste Konzert des Mittwochs bei Laus Polyphoniae begann mit einiger Verspätung. Das belgische Ensemble Scherzi Musicali, das den ganzen Abend John Dowland auf meisterliche Weise neu verkörpern würde, wartete geduldig, bis die letzten Läufer aus Sint-Jacob keuchend AMUZ betraten und sich auf ihren Stuhl fallen ließen. Die schnellsten unter uns konnten unterdessen die schöne Dekoration genießen: überall Kerzenlicht. Sofort war die Atmosphäre gesetzt.

Und eigentlich auch schon mit den ersten Noten. Das erste Madrigal des Abends war kaum begonnen, und ich war bereits überzeugt.

John Dowland gehört zweifellos zu den größten englischen Komponisten der späten Renaissance. Sein Name wird oft mit Melancholie, Wehmut und verfeinerter musikalischer Schönheit assoziiert. Seine Lieder und Madrigale atmen eine ganz eigene Atmosphäre: intensiv, ergreifend und gleichzeitig unwiderstehlich elegant. Mehr als vier Jahrhunderte später erweist sich diese Musik immer noch als überraschend wirkungsvoll.

Dies wurde an diesem Abend vom ersten Takt an deutlich.

Sopranistin Hanna Al-Bender atmete Dowland. Ihre Stimme war wirklich alles, was diese Musik braucht: hell, ausdrucksvoll und voller natürlicher Schönheit. Countertenor Leonardo Marziotte sorgte für glänzende Höhepunkte, unter anderem im wunderschönen Can She Excuse My Wrongs. Tenor Rodrigo Carreto zeigte durchgehend ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen und wusste jedem Text Bedeutung zu geben. Und dann ist da natürlich Nicholas Achten: das Multitalent der Gruppe, gesegnet mit einer warmen, süßlich klingenden Bassstimme.

Bei der Zugabe erzählte er, wie er in jungen Jahren von der Schönheit von Dowlands Musik erfasst wurde. Damals wusste er noch nicht, wohin ihn diese Faszination führen würde, aber seht: heute steht er mit Scherzi Musicali auf der Bühne als einer der überzeugendsten Interpreten dieses Repertoires.

Trotz der oft düsteren Texte, wie es sich im damaligen England gehörte, machte dieses Konzert merkwürdigerweise hauptsächlich fröhlich und glücklich! Das ist das Verdienst der Musiker.

Dabei darf ich auch Lautenistin Lynda Sayce nicht vergessen, die zudem hervorragend Blockflöte spielt. Und ebenso wenig die zwei Herren, die nicht (oder nicht wollten) singen, aber umso wichtiger für das Ganze waren: Lautenisten Eric Meier und François Danbois. Ihr Beitrag gab der Musik ständig Farbe, Relief und diese typisch Dowland'sche Wärme.

Es hat wenig Sinn, das komplette Programm durchzugehen. Dies war einfach ein außergewöhnlich gutes Konzert von Anfang bis Ende. Natürlich gab es die musikalische Virtuosität, die sich ständig in zahllosen kleinen Details und verfeinerten Nuancen ausdrückte, durch die jedes Madrigal, manchmal sogar jede Strophe, wieder anders klang. Das fiel besonders im wunderschönen In Darkness Let Me Dwell auf. Das muss man erst können.

Aber daneben gab es auch viel Aufmerksamkeit für den visuellen Aspekt. Die Gestaltung der Bühne, die Kerzen, die sorgfältig angeordneten Lauten, die Beleuchtung, die eine eigene Rolle in der Geschichte spielte. Alles trug zum Erlebnis bei.

Vor allem war da der intensive Kontakt mit dem Publikum. Die Musik lädt dazu natürlich ein, aber man muss es auch einlösen: eine volle Kirche mit Wort, Gesang, Blick und Geste zu sich hinziehen. Scherzi Musicali tat dies mühelos und mit sichtbarem Vergnügen.

Es war auch eines dieser Konzerte, bei denen vorher gebeten wird, zwischen den Stücken nicht zu applaudieren. Und bei denen man nach dem ersten und zweiten Stück bereits einen unwiderstehlichen Drang verspürt, seine Begeisterung auszudrücken. Nach dem dritten Stück beginnt man sich sogar ein bisschen schuldig zu fühlen über so viel Selbstbeherrschung.

Glücklicherweise saß zwei Reihen vor mir links ein „Unverbesserlicher", der es nicht länger aushalten konnte. Nach Stück sechs brach er plötzlich in lauten Applaus aus, unmittelbar gefolgt vom Rest des Publikums. Eine herzliche, emotionale Entladung, die von den Musikern sichtbar geschätzt wurde. Dies war die Art dieses Konzerts.

Hätte Dowland selbst anwesend sein können, bin ich mir ziemlich sicher, dass sowohl die Aufführung als auch der Stil seine Genehmigung getragen hätten.

Ein Top-Konzert. In Inhalt und Gefühl anders als einige andere Höhepunkte von Laus Polyphoniae, aber ebenso eindrucksvoll.

Falls Sie die Chance bekommen, dieses Programm irgendwo zu hören: tun Sie es.

Mittwoch 26. August 2026 / 22 Uhr / Laus Polyphoniae / AMUZ

Dowland in Kopenhagen

Hanna Al-Bender, Sopran | Leandro Marziotte, Countertenor | Rodrigo Carreto, Tenor | Lynda Sayce, Altlaute & Blockflöte | Eric Meier, Tenorlaute | François Dambois, Basslaute | Nicolas Achten, Bariton, Kontrabasslaute, Virginal & musikalische Leitung

Foto: KMSKA - Nicolas Achten - © Fille Roelants Photography / Redaktion

Tags concert
Diesen Artikel teilen
DE