Zum Inhalt springen
Dit is een volledig nieuwe website, vond u een bug, stuur ons een email op bestuur@klassiek-centraal.be
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Our Lady of Antwerp

Ein Projekt von internationalem Format, der Kathedrale würdig.

Our Lady of Antwerp ist eine musikalische Reise durch zwei Jahrhunderte Geschichte der Antwerpener Kathedrale. Das Utopia Ensemble und Psallentes bringen Werke ihrer frühesten Kapellmeister zusammen in einer Aufnahme, die künstlerische Raffinesse mit historischer Bedeutung verbindet. Das Ergebnis ist eine überzeugende Würdigung einer vergessenen musikalischen Vergangenheit.

D
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Our Lady of Antwerp

Sie bemerken es: ich schreibe „die Kathedraal" (es gibt schließlich nur eine dé Kathedraal in Belgien), weil ich gleich begeistert vom Gebäude bin, in dem ich einen großen Teil meiner Jugend verbracht habe, wie von der CD, die mir hier gerade in der Vorabversion vorliegt.

Wir kennen Utopia von ihrem Topauftritt auf Laus Polyphoniae 2026. Diese CD setzt nicht nur diese musikalisch perfekte Linie fort, sondern fügt auch ein wichtiges historisches Kapitel hinzu. Die frühesten Kapellmeister der Antwerpener Kathedraal passieren Revue. Ich freue mich besonders darüber, weil ich mich nicht erinnern kann, dass es irgendwo eine Aufnahme gibt, die diesen Zeitraum so chronologisch untersucht. Bekannte Namen wie Jacob Obrecht, Jacobus Barbireau und Peter Philips werden mit selten aufgeführten Komponisten wie Noel Bauldeweyn, Antoine Barbé, Geert van Turnhout und Matthias Pottier abgewechselt. So entsteht eine interessante musikalische Zeitleiste, die den Hörer erleben lässt, wie sich die flämische Polyphonie über mehr als zwei Jahrhunderte entwickelte.

Der Wechsel zwischen den polyphonen Werken des Utopia Ensemble und den gregorianischen Gesängen von Psallentes erweist sich als besonders gelungen. Diese gregorianischen Interventionen funktionieren nicht als einfache Zwischenspiele, sondern schaffen einen liturgischen Rahmen, innerhalb dessen der mehrstimmige Gesang zusätzliche Prägnanz erhält. Vielleicht werden die Liebhaber des Gregorianischen, gewöhnt an die Mönche von Solesmes, bei so viel Frische und Leidenschaftlichkeit der Damen von Psallentes zunächst die Augenbrauen hochziehen. Hören Sie jedoch mit einem anderen Ohr und Sie werden schnell von dieser Interpretation gewonnen. Lassen Sie uns vor allem froh sein, dass sich diese professionellen Sängerinnen zusammen mit Hendrik Vanden Abeele diesem entscheidenden Repertoire widmen.

Und dann gibt es die Motetten, die von Anfang bis Ende eine Freude sind, anzuhören und oft auch eine echte Offenbarung darstellen. Ich finde es schwierig, unter all diesem vokalen Reichtum ein Werk als Beispiel hervorzuheben. Dann soll es eben Ave virgo speciosa von Séverin Cornet sein. Ein relativ kurzes Motet, wunderbar komponiert, sofort zugänglich und getragen von einem Text, der perfekt zum Mariencharakter des Programms passt. Alle diese Elemente werden von Utopia ideal ins Gleichgewicht gebracht: nichts wird übersteigert, aber auch nichts verschwindet in den Hintergrund. Die Aufführung ist natürlich, überzeugend und getragen, genau wie diese Musik es verlangt. Das Ergebnis ist einfach himmlisch anzuhören. Die Heilige Jungfrau selbst hätte es zweifellos geschätzt.

Eine Stimme aus der Vergangenheit, die der Kathedraal, wird wieder lebendig. Die verschiedenen Messensätze stammen von unterschiedlichen Meistern und bilden dadurch ein abwechslungsreiches Ganzes. Ich fragte mich kurz, warum Geert van Turnhout mit einem weltlichen Madrigal inmitten all dieser liturgischen Musik vertreten ist. Möglicherweise, weil von ihm nicht viel erhalten geblieben ist, Religionskriege wissen Sie ja. Aber eigentlich ist diese Frage irrelevant. Das Eröffnungswerk von Johannes Pullois ist an sich schon eine faszinierende Mischung aus Motet und Chanson, etwas, in dem diese Komponisten wahre Meister waren. Utopia legt die Latte hoch und hält sie während der gesamten Aufnahme auf diesem Niveau. Die Stimmen verflechten sich mühelos und die Transparenz bleibt erhalten, selbst in den komplexesten Passagen.

Auch die Aufnahmequalität verdient Lob. Es scheint, als wäre aus einiger Entfernung aufgenommen worden. Das liefert ein schönes Gesamtbild, ohne dass die Schärfe und Transparenz der einzelnen Stimmen verloren gehen. Es ist eine gelungene Kombination der Akustik gotischer Gewölbe und der Unmittelbarkeit eines Platzes in der ersten Reihe eines Konzertsaals.

Wie ich anfangs bereits schrieb: Meine Begeisterung hat mehrere Gründe. Es dürfte ruhig mehr solcher Projekte geben. Das Wissen über diese Partituren und ihre Aufführungspraxis ist längst in Archiven und im kollektiven kirchlichen Gedächtnis verschwunden, das diese Tradition weitgehend vergessen hat. Umso erfreulicher ist es, dass Utopia und Psallentes diese Musik wieder zum Leben erwecken. So wird alte Musik wieder zu einem neuen Erlebnis.

Abschließend noch etwas zum Titel des Projekts, denn auch darin steckt ein schöner Gedanke. Our Lady of Antwerp klingt gleich internationaler als unser sanftes und vertrautes „Onzelievevrouwke". Und A Musical Path to Rubens stimmt genau, denn all diese Musik prägte zweifellos die kulturelle und spirituelle Atmosphäre, in der Rubens lebte und arbeitete. Diese CD verdient internationale Aufmerksamkeit. Weil Psallentes und Utopia zur absoluten internationalen Elite gehören, aber auch weil dé Kathedraal diese Aufmerksamkeit mehr als verdient.

Am Sonntag, den 27. September können Sie zum CD-Releaseconcert in der Antwerpener Kathedraal gehen

Details

Wer
Utopia Ensemble, Psallentes
Links
Website
Psallentes
Website
Utopia Ensemble
Website

Besprochene CD

Diesen Artikel teilen
DE