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Rezensionen

'More Magical Musical Memories'

V
· 7 Min. Lesezeit
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'More Magical Musical Memories'
© Herman Van Hove

Das Format BelLISSAma lässt sich nicht in eine Schublade stecken, sondern umfasst eine breite Palette von Musik und schlägt eine Brücke zwischen Stilen, Temperamenten und Generationen. Die auf „Musical" ausgerichteten Konzerte waren und sind ein großer Erfolg. Bei einer, zwei, drei waren für diese Ausgabe alle Tickets ausverkauft. Eine zweite Ausgabe wurde eingeplant. Gleiches Szenario, ebenso ein drittes und viertes Mal…

Drei klassisch ausgebildete Musiker tauchten das Publikum über zwei Stunden lang in die schönsten Musical-Nummern ein. Bariton Hans Peter Janssens, ein international renommierter Musical-Star, traf aus dem umfangreichen Musical-Angebot eine schöne und abwechslungsreiche Auswahl. Es wurde ein beeindruckendes Ganzes mit einem überzeugenden Aufbau. Aus verschiedenen Musicals wurden zwei oder drei Lieder mit unterschiedlicher dramatischer Wirkung ausgewählt. Lissa Meyvis ist ein Universaltalent: Oper, Chanson, Liedkunst und auch im Musical kann sie ihr vielseitiges Talent ausleben. Sie ist eine Zünderin, nicht im pejorativen Sinne des Wortes. In jedem Lied schafft sie es, das Publikum an ihrer Botschaft teilhaben zu lassen: von euphorisch bis naiv, ausgelassen, sehnsüchtig und traurig. Viele Opernsänger singen technisch perfekt, aber in Bezug auf Einfühlungsvermögen und Ausstrahlung leisten sie Mageres oder nichts. Lissa beherrscht beides und das macht sie so einzigartig und beliebt. Sie werden begleitet von Pianist Alex Roosemeyers. Drei ausgeprägte Persönlichkeiten, die von außergewöhnlicher musikalischer Handwerkskunst zeugen.

Mit dem Eröffnungslied „Another Op'nin, Another Show" aus Kiss me Kate zieht das Publikum sofort in die magische Welt des Musicals. Dieses Musical handelt von einem Konflikt zwischen Mann und Frau, sowohl auf der Bühne als auch außerhalb. Dass Hans Peter Janssens es so weit brachte und mehrmals monatelang im Westend stand, was nur wenige Sänger auf ihrer Bilanz verbuchen können, verdankt er seinem herrlichen Bariton mit warmem Glanz.

Anschließend wurden drei Lieder aus Camelot (1960) ausgewählt. Ein klassisches Broadway-Musical, das auf der Arthurlegende basiert. Eine zeitlose Geschichte über den Kampf zwischen Leidenschaft und Pflicht. Alles dreht sich um ein Liebesdreieck, die tragische Liebe zwischen King Arthur, Guinevere und dem französischen Ritter Lancelot. Hans Peter Janssens preist zunächst Guinevere die Vorzüge des Lebens auf Schloss Camelot. Ein Verführungstrick wie jeder andere. Im Duett „What Do the Simple Folk Do?" fragen sie, wie einfache Menschen leben und ihre Tage verbringen, erlebt Lissa den Moment. Sie improvisiert spontan mit großem Naturell und Charme und gibt ihrem Partner so zusätzliche Nahrung. Nummer drei „If Ever I Would Leave you", eine der Top-Nummern dieses Musicals, ein echter Ohrwurm, spielt Hans Peter die Emotion meisterhaft.

Lissa wieder am Werk mit „Don't Rain on My Parade" aus dem Musical Funny Girl von 1964, das die wahre Geschichte der jüdischen Komikerin, Sängerin und Schauspielerin Fanny erzählt. Auf ikonische Weise verkörpert von Barbra Streisand. Lissa tut es auf ihre eigene Weise, eher zurückhaltend als ausgelassen, was es attraktiv macht und zusätzliche Tiefe verleiht.

Dann folgen zwei Songs aus Show Boat, ein Musical von 1927. Im Lied „Ol'Man River" kann wiederum Hans Peter glänzen. Das Nummer wird von der Figur Joe gesungen, ein Hafenarbeiter auf einem Showboat auf dem Mississippi. Durchlebt und mit wendungsreicher Stimme von tiefen bis hohen Tönen singt er diesen intimen Song mit reinem und erzählerischem Charakter. Lissa schließt sich an mit dem wunderschönen „Can't Help Lovin 'Dat Man", auf verfeinerte Weise besingt sie die Liebe. Besonders in schwierigen Umständen ist Liebe die Boje, an der man sich festklammert.

Aus The Sound of Music wurden drei Lieder ausgewählt. Lissa auditionierte einmal für die Rolle der Maria in The Sound of Music, sah ihren Traum aber durch eine schwere Halsentzündung in Rauch aufgehen. Auf ihre eigene, freche und schalkhafte Weise singt und jodelt sie lustig drauflos im Lied „The Lonely Goatherd". Dann folgt ein Duett „Something Good", in dem sich zwei Menschen zueinander hingezogen fühlen, und Hans Peter endet mit dem einzigartigen „Edelweiss", eine Ode an die Natur und Österreich.

Das Musical „My fair Lady" war sowohl auf der Bühne als auch als Film erfolgreich, mit der niedlichen und wunderschönen Audrey Hepburn in der Hauptrolle. Lissa sticht sie aus mit dem träumerischen „I Could Have Danced All Night". Ihr ganzer Körper vibriert mit. Aus „Gay Divorce", Musik Cole Porter, von 1932 bringt Hans Peter „Night and Day", eine Nummer, die ein internationaler Hit wurde und sich zu einem Evergreen entwickelte.

Das Musical Cabaret denken lässt zunächst an Unterhaltung und Tanz. Hinter der Fassade von Ausgelassenheit und Vergnügen verbergen sich Menschen, die wie jeder andere mit Trauer, Dilemmata und Hoffnung umgehen müssen. Lissa verkörpert auf sublime und transparente Weise „Maybe This Time". Eine Verkörperung, die nicht drängt, sondern Raum zum Hören und Interpretieren lässt. Im letzten Lied des ersten Teils besingen Lissa und Hans Peter sich gegenseitig in Superlativen „You're the Top" aus Anything Goes.

Nach der Pause wird im Duett „Love Changes Everything" aus Aspects of Love die Liebe in allen Tonlagen mit zwei Stimmen besongen, die herrlich verschmelzen. Anschließend zwei Lieder aus dem Märchen-Musical Beauty & the Beast. Hans Peter eröffnet mit „Evermore", in dem Zauberkraft und Anderssein im Vergleich zu durchschnittlichen Menschen beleuchtet wird. Trotz allem mit einer inneren Haltung des Vertrauens in die Menschen und das Leben, und Lissa schließt sich an mit „Home". Mann und Frau beleuchten die Situation. Über die Hässlichkeit und die Behinderung hinaussehen. Immer noch ein Thema. Lissa ist in all diesen verschiedenen Liedern ein Chamäleon mit der wunderschönsten und intensivsten Farbdynamik.

Aus dem einprägsamen Musical Les Misérables nach einem Werk von Victor Hugo drei Nummern. Jean Valjean war die Erfolgsr Rolle von Hans Peter Janssens und sein internationaler Durchbruch. Er singt zunächst „Master of the House". Dann folgt Lissa mit „I Dreamed a Dream". Nicht das Zitat von Martin Luther King, sondern vom Charakter Fantine. Es ist ein ergreifendes Klagelied, in dem sie auf ihr trauriges Leben zurückblickt und Hans Peter schließt mit „Empty Chairs at Empty Tables" ab. Marius singt dieses emotionale Solonummer, nachdem die Revolution niedergeschlagen wurde. Er ist der einzige Überlebende seiner Freundesgruppe. Ein Lied, das nachwirkt angesichts der geopolitischen Unruhen und der vielen unschuldigen Opfer.

„A Whole New World" aus Alladin ist ein Duett, in dem Alladin und Jasmine ihre Liebe zueinander bekräftigen, während sie auf einem magischen Teppich fliegen. In dieser Umgebung musst du dir den Teppich dazu vorstellen. Die beiden Stimmen winden sich aneinander wie ein Paarungstanz. Im Lied „Memory" aus dem Musical Cats (1981), komponiert von Andrew Lloyd Webber, mit Text von Trevor Nunn und basierend auf Gedichten von T.S. Eliot, lebt sich Lissa voll aus. Es wird vom Charakter Grizabella gesungen. Es ist eine melancholische Erinnerung an ihre glamouröse Vergangenheit und als Plädoyer für Akzeptanz. In den gewählten Nummern steckt oft eine gesellschaftliche Botschaft.

Das Musical Jekyll & Hyde dreht sich um jemanden mit zwei Gesichtern, teils freundlich aber auch mit einer sehr dunklen Seite. Noch eine Rolle, die Hans Peter Janssens mit Schwung umsetzte. Die Herausforderung liegt darin, auch für so einen Charakter etwas Sympathie zu wecken. Im Duett plädiert Jekyll für „Take me As I am". Hans Peter wählte das Lied „Hell to your Doorstep" aus dem Musical The Count of Monte Christo. Gefangenschaft ist Buße, aber macht das Individuum deswegen nicht immer besser.

Aus dem Musical Notre Dame de Paris wird das Duett „Les oiseaux qu'on met en cage" vorgetragen. Die Tragödie des Quasimodo, des Glöckners von Notre Dame, der sich in die schöne Zigeunerin Esmeralda verliebt. Aus dem gepriesenen Musical City of Angels (1989) singt Lissa „Lost and Found". Es ist eine verführerische, jazzig angehauchte Nummer, die die typische Film-noir-Atmosphäre atmet und die Stimmung der 1940er Jahre perfekt einfängt. Als Schlusspunkt wurde das Musical Spamalot gewählt. Der Titel ist eine Zusammensetzung aus Spam und Camelot. Ein bekanntes äußerst komisches Musical, eine liebevolle Parodie auf die Arthurlegende und den Film Monty Python and the Holy Grale aus 1975. Der Ernst wird aus den Angeln gehoben. Hans Peter machte aus dem englischen Text eine würzige, ironische niederländische Übersetzung. „Das Lied, das so klingt". Herrlich unprätentiös.

Dieser Triosektion sorgte für Kontrast und Überraschung. Es waren wiederum zwei musikalische Stunden voller Intensität und lyrischer Schwindel, von denen man sich erst erholen musste. Lieder, die oft ein Lächeln, sogar ein Lachen hervorriefen, unter Eindruck standen und eine Träne abwischten.

Details

Wer
Alex Roosemeyers, pianist - Lissa Meyvis, sopraan - Hans Peter Janssens, bariton
Wo
Fakkeltheater, Antwerpen
Gesehen am
8 März 2026
Bildnachweis
Herman Van Hove
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