Seit Januar 2016 ist Alain Altinoglu Generalmusikdirektor in der Muntschouwburg und in diesem Buch berichtet er über seine Arbeit. Nächsten Sonntag, am 4. Februar, dirigiert er auch ein family concert in BOZAR mit der sinfonischen Suite Shehérazade von Nikolai Rimsky-Korsakov. Speziell für Jugendliche (und ihre Eltern) wird nicht nur die Geschichte erzählt, sondern auch welche Funktion die Instrumente darin haben. Erzähler ist Filip Jordens.
Dirigieren ist für mich eine Leidenschaft! - mit Ausrufezeichen. Das behauptet Alain Altinoglu in der Einleitung zum Buch MAESTRO Musik! Der Dirigent bei der Arbeit. Er dirigiert bereits seit seinem 25. Lebensjahr und ist ein engagierter Lehrer für Orchesterleitung am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris. Wer besser als er kann also erklären, was „Dirigent" bedeutet?
2015 kam seine Karriere in Fahrt mit Auftritten in den Opern von München, Paris, London und in Bayreuth. Bereits früh lernt er in seiner Ausbildung als Begleitpianist, dass jeder Instrumentalist spezifische Probleme hat. Die eines Klarinettisten sind nicht die gleichen wie die eines Oboisten. Das hat ihm ermöglicht zu verstehen, was ein Musiker von einem Dirigenten erwartet. Mit einer Mutter, die Klavierlehrerin war, hat er Noten eher lesen gelernt als Buchstaben. Er ist immer zum Klavier zurückgekehrt, denn ein Dirigent hat keinen direkten Kontakt mit dem Klang, so viel Einfluss er auch darauf hat. Die Zusammenarbeit mit Pierre Boulez, Georges Prêtre und Dennis Russell Davies hat ihm Lust gegeben, selbst Dirigent zu werden. Durch eine Vertretung in Montpellier kommt er in den Fokus der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Die Angebote, die er dort bekommt, bedeuten den Start seiner internationalen Karriere.
Der Chef mit dem Stab oder Zahnstocher …
Kein besserer Musikant also, um das junge musikbegeisterte Volk in die faszinierende Welt eines Dirigenten einzuführen. Was macht er und wie ist sein Verhältnis zur Komposition und zu den Musikern, die sie aufführen. In einer einfachen und klaren Sprache und mit lebendigen Beispielen wird es im Buch MAESTRO erklärt, bei dem Altinoglu mitgewirkt hat und zu jedem Kapitel seine eigene Geschichte aus der Praxis erzählt. Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick in die Musikgeschichte, um herauszufinden, seit wann der „Dirigent" seinen Einzug hält und warum. Es geht auch auf verschiedene Aspekte des Dirigierens ein (Vorbereitung, Studium der Partitur, Interpretation), auf die manchmal zusammenfallende Rolle von Komponist und Dirigent, über „ständige" und „Gast"-Dirigenten. Es fallen einige Namen großer Dirigenten aus der Musikgeschichte und deren Einfluss auf „ihr" Orchester, wie Furtwängler, Toscanini, Karajan, Barenboim. Es geht um „der Chef" zu sein, aber auch um gegenseitige Beeinflussung und Talent. Natürlich wird das Dirigierstöckchen erwähnt, mit einer schönen (aber schmerzhaften!) Anekdote über Lully und das winzige Stöckchen von Gergiev. Über die Tradition des „Pinguin"-Anzugs, die Bedeutung der Gebärdensprache, die Aufstellung der Musiker. Charakteristisch in der Gestaltung des Buches ist die buchstäblich schwarze Seite: Wo bleiben die Frauen?! Mit der hoffnungsvollen Behauptung, dass sie im Aufwind sind …
MAESTRO Musik! ist ein verständliches und unterhaltsames Büchlein voller interessanter Wissenswertes für jugendliche (klassische) Musikliebhaber. Die Illustrationen sind aussagekräftig, farbig und lustig. Und die Herausgeber haben auch eine praktische Wort- und Namensliste vorgesehen. Eine absolute Empfehlung. Das Buch ist nach dem family concert am 4. Februar um 11 Uhr in BOZAR auch erhältlich und Altinoglu ist anwesend, um zu signieren. Die Dauer des Konzerts beträgt etwa 1 Stunde, der Einheitspreis 30 Euro. Tickets sind über diesen Link erhältlich. Jugendliche bis 15 Jahre erhalten freien Eintritt im roten Plüsch.
- WAS: MAESTRO Musik! Der Dirigent bei der Arbeit.
- WER: Ira Imig, Chantal Lamarque. Illustrationen Bruno Gibert. Mit Mitwirkung von Alain Altinoglu.
- VERLAG: Borgerhoff & Lamberigts i.V.m. De Munt