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Rezensionen

Jodie Devos funkelt in Offenbachs Koloraturen

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· 3 Min. Lesezeit
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Jodie Devos funkelt in Offenbachs Koloraturen

Nominatie Gouden Label - Of die zweihundertste Wiederkehr von Jacques Offenbach in diesem Jahr viel Resonanz finden wird, ist noch die Frage. Jodie Devos, belgische Sopranistin mit internationalem Renommee, bringt ihn und eine Reihe seiner in Vergessenheit geratenen Werke auf der CD Colorature jedenfalls herrlich zum Erklingen. Sie setzt damit sogleich eine wunderbare Hommage an den Komponisten auf ihre Palmares.

Jacques Offenbach (1819-1880) ist als Opernkomponist vor allem für sein tragisch-melancholisches Meisterwerk Les Contes d'Hoffmann bekannt. Auch La Grande Duchesse de Gérolstein, La belle Hélène und Orphée aux enfers können sich noch eines gewissen Bekanntheitsgrades erfreuen, aber damit hat es sich in etwa auch schon. Genau hier liegt schon ein Plus dieser CD, die Jodie Devos mit Unterstützung von Le Palazetto Bru Zane, Centre de musique romantique Française aufnahm. Das Ziel dieser Stiftung? Wertvolle, aber in Vergessenheit geratene Werke der französischen Romantik wieder in den Fokus rücken. Le Palazetto Bru Zane setzt dabei auf talentierte und engagierte Ausführende, und zu dieser Kategorie können wir „unsere" Jodie Devos ganz sicher zählen. Auf ihrer Offenbach-CD bekommen wir eine Serie von Arien aus Werken, die wir kaum kennen, geschweige denn aufgeführt bekommen. Die Fragmente bestätigen durchweg die geistreiche Finesse oder feine Geistigkeit, die so typisch für diesen Komponisten ist.

Temperament²

Mit Boule de Neige und dem Couplet de la dompteuse ist der fröhliche Ton sogleich gesetzt. Das charakteristische und etwas metallische Timbre von Jodie Devos klingt hier etwas näselnd, aber im weiteren Verlauf der Aufnahme wird es schön rund und vor allem super farbig und wendbar. Die Klänge hüpfen und rollen übereinander hin, das Temperament tropft ab. In jedem Stück legt die charmante junge Sängerin die richtige Stimmung an. Sie singt mit Schwung und Flüssigkeit, aber auch mit Zurückhaltung, wie in der Invocation der Eurydice in Orphée aux enfers oder mit zarter Anmut in der Romance d'Elsbeth aus Fantasio. Sie beherrscht mühelos die manchmal unbequemen Stimmlagen und setzt fantastisch schön gehaltene Noten hin. Die „villes de garnison" aus Vert-Vert baden in einer fröhlichen Atmosphäre. Diese „Couplets" der Corilla verantworten gleichzeitig auf ironische Weise, dass die Diktion nicht derart ist, um alle Worte zu verstehen: Les paroles sont inutiles, Car on n'en comprend pas un mot. Wenn die Rouladen nur flüssig sitzen. Und ob Jodie Devos das gut macht, diese Klänge von superhoch à la Natalie Dessay - erlauben Sie mir diesen Vergleich! - zu tieferen Tönen rollen lässt. Als Schauspielerin gelingt es ihr auch, die Naivität und Pseudo-Technik der Olympia wiederzugeben ... Denn ja, ein paar Arien aus Les contes d'Hoffmann durften nicht fehlen. Oder die Bosheit der la petite fruitière im Rondo aus Mesdames de la Halle.

Die Musik von Jacques Offenbach wird durch die Begeisterung und den Einsatz dieser frischen und flüssigen Interpretation von Jodie Devos perfekt bedient. Sie wirft sich in die Musik Offenbachs, ohne dabei jemals die korrekte Phrasierung, die richtige Stimmung (Fröhlichkeit, Wehmut, Ironie, Naivität) zu verfehlen. Alles klingt geschmeidig, natürlich und spontan. Die Farbenpracht der hohen Töne bildet ein Panorama von Koloraturen, schön unterstützt durch ein feinsinniges und funkelndes Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Laurent Campellone. Ein Gouden Label wert.


  • WAS: Offenbach Colorature
  • WER: Jodie Devos (Sopran) & Münchner Rundfunkorchester u.L.v. Laurent Campellone
  • WO: Alpha Classics 437
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