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Rezensionen

Francesco Geminiani - Sonaten für Violoncello

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· 3 Min. Lesezeit
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Francesco Geminiani - Sonaten für Violoncello

Der italienische Komponist Francesco Geminiani (1687-1762) hatte nicht viel für Dienstverhältnisse übrig und unterschied sich bereits in dieser Hinsicht von den meisten seiner Zeitgenossen. Also kein Diener irgendeines (Kirchen-)Fürsten oder einer adeligen Familie. Ohne Mäzen war es jedoch ziemlich schwierig, den täglichen Lebensunterhalt zu verdienen. Daher Geminianis häufiges Veröffentlichen eigener Werke, darunter nicht nur Kompositionen, sondern auch theoretische Abhandlungen. So war er der Autor eines der ersten dem Violinspiel gewidmeten Theoriebücher, The Art of Playing on the Violin, erschienen in Londen 1731, wohin er als 27-Jähriger umgezogen war, um dort sein musikalisches Glück zu versuchen. Was ihm ausgezeichnet gelang, denn dieser ehemalige talentierte Schüler von Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti machte in der britischen Hauptstadt bald Furore als Violinen-Virtuose und als Komponist. Auch später in dem irischen Dublin folgte ihm der Erfolg nach und es gelang ihm sogar, dort auf eigene Kosten einen echten Konzertsaal zu etablieren.

Seinen heutigen Ruhm verdankt Geminiani in erster Linie seinen concerti grossi und Sonaten. Von seinen Cellsonaten op. 5 sind mehr Versionen vorhanden, zweifellos durch kommerzielle Motive bewogen. So wurde gleichzeitig mit der Originalversion eine Transkription für Violine und Continuo veröffentlicht. Von seinen (zwölf) Violinsonaten op. 1 erschienen nicht weniger als fünf verschiedene Druckversionen. Alte(re) Werke wurden von ihm häufig neu herausgegeben, meist mit zusätzlichen Mittelstimmen als Bereicherung der ursprünglichen Textur. Das hat auch – ich folge der Erläuterung im Booklet - dieses Ensemble inspiriert: So bedeutete Geminianis Hinzufügung von Akkordverbindungen für das zweite Cello auch die Hinzufügung von Mittelstimmen zur Textur.

Für beide Sonaten in C, op. 5 Nr. 1 und 3 wurde in dieser Aufführung ein fünfsaitiges Cello piccolo verwendet. Das gab nicht nur ein tenorales Klangbild, sondern half auch bei der höheren Tessitura. Dank des Einsatzes von Cembalo, Cello, Cello piccolo, Violone und Teorbe ist die Farbpalette reich und vielfältig. Unter Beachtung der überlieferten Stilauffassungen wird von dem ganzen Ensemble mit ansteckender Frische und Vitalität musiziert. Die Aufnahmequalität ist derartig, dass die räumliche Kontrastwirkung ausgezeichnet zur Geltung kommt. Diese Ausgabe kann sich zu Recht mit dem im vergangenen Jahr ebenfalls bei Challenge Classics erschienenen Debütalbum von Octavie Dostaler-Lalonde messen, die in From Mannheim to Berlin die ihr auf den Leib geschriebene Hauptrolle erfüllt, dabei unterstützt von zwei ebenfalls eminenten Musikern, die Teil des Postscript ensemble sind: der Fortepianist Artem Belogurov und der Cellist Victor Garcia Garcia.

Details

Wer
Octavie Dostaler-Lalonde (cello), Postcript: Artem Belogurov (klavecimbel), Víctor García García (cello), Michele Pasotti (teorbe), Margaret Urquhart (violone)

Besprochene CD

Sonatas for violoncello

Octavie Dostaler-Lalonde

Label
Challenge Classics · CC 72991
Erscheinungsdatum
17 Oktober 2024
Vollständige Angaben →
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