Mit Smetana und Shostakovich entscheidet sich das Ensembl'Arenski auf ihrer letzten CD ganz bewusst für slawische Musik. Soweit haben die beiden Komponisten kaum etwas gemeinsam. Dennoch zeigen sich die drei Musiker als Meister der beiden unterschiedlichen Welten.
Das Trio in g-Moll von Bedřich Smetana ähnelt stark seinem überbekannten Má Vlast. Wie Smetanas symphonischer Zyklus ist das Trio eine musikalische Achterbahnfahrt. Diesmal keine plätschernden Quellen, wilde Stromschnellen oder märchenhafte Wälder. Das Ensemble muss sich mit hartnäckigen Akkordfolgen, lyrischen Melodielinien und rasend schnellen Notenwasserfällen auseinandersetzen. Doch während Smetana in Má Vlast ordnungsgemäß von Satz zu Satz den Stil wechselt, zeigt der Komponist uns in seinem Trio innerhalb der drei Sätze alle Facetten des Werkes. Ein weniger begabter Musiker würde schnell in seiner Ecke k.o. gehen, aber Ensembl'Arenski bleibt mühelos aufrecht. Durch alle Akkordfolgen, die von hoch nach tief wogende; Die rhythmischen Spielereien, die die Musiker auf den Zehenspitzen halten; Und vor allem der rasche Beginn des Finale, in dem Stephanie Proot blitzschnell über die Tasten flitzt.
Es ist bereits eine bemerkenswerte Leistung, dass die drei Musiker die verschiedenen Gesichter des Werkes so beherrschen. Aber darüber hinaus strahlt eine unglaubliche Einheit aus der Aufführung des Ensembles aus. Smetanas Werk ist um wenig melodisches Material herum gebaut, das daher häufig wiederholt wird. Es ist, wenn diese melodischen Phrasen zwischen den verschiedenen Musikern weitergegeben werden, um schließlich zu verschmelzen, dass die gemeinsame Kraft dieses Trios ihren Höhepunkt erreicht.
In dieser Hinsicht ist die Wahl von Shostakovichs Trio in e-Moll eine logische Fortsetzung dieser CD. Auch hier geht der Komponist von einem Minimum an musikalischem Material aus. Insofern wird das Werk schnell als minimalistisch etikettiert. Während man als Musiker in Smetanas Werk seine Beherrschung seiner vielen Stile ausspielen kann, ist Shostakovichs Trio vor allem eine Übung darin, sich selbst auszuschließen. Wunderbar, wie zart Aurore Dassesse die Anfangsnoten aus ihrem Cello zaubert. Später öffnet sich das Werk zwar mehr, und es gibt mehr Raum für Ausdruckskraft. Genau dann musst du als Musiker dein eigenes Ego noch mehr zur Seite schieben. Versteh mich nicht falsch, in diesem Trio gibt es durchaus Raum, dein eigenes Talent in den Fokus zu rücken. So bekommt Proot dort im Allegro con brio die Gelegenheit, und Claire Dassesse steht am Anfang des Allegretto im Rampenlicht.
Die Schönheit von Shostakovichs Werk besteht jedoch vor allem darin, dass am Ende die Stärke des Trios überwiegt. So brillant die Soloteile auch aufgeführt sein mögen, hier glänzt man nur wirklich im Zusammenspiel. Genau das hat Ensembl'Arenski bewunderungswürdig gut verstanden. Die Schwestern Dassesse sind besser aufeinander abgestimmt als die Brüder Borlée und Stephanie Proot ist keineswegs langsamer. Die vielen Stars und Diven aus der Welt der klassischen Musik könnten noch etwas von dieser großartigen Teamleistung lernen.
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WER| Ensembl'Arenski
WAS| Smetana – Klaviertrio in g-Moll, Shostakovich – Klaviertrio in e-Moll
VON| Etcetera Records und Beeldenstorm (Produktion)
FOTO| Supernova