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Rezensionen

Bluebeard's Castle von Béla Bartók. Symfonieorkest Continuo in De Bijloke

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· 3 Min. Lesezeit
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Bluebeard's Castle von Béla Bartók. Symfonieorkest Continuo in De Bijloke

Kann man mit dunkler Musik ein glänzendes Konzert spielen? Das Sinfonieorchester Continuo hat es bewiesen, am 24. Juni in der Konzerthalle De Bijloke in Gent. Continuo ist das Alumni- und Personalorchester der Universität Gent, unter der Leitung des Dirigenten Kevin Hendrickx.

Ungarisch

Die Oper Blaubart von Béla Bartók ist eine kurze Oper mit nur zwei Sängern, die oft auch konzertant aufgeführt wird, wobei das Orchester auf der Bühne sitzt und die beiden Sänger vor dem Orchester spielen und singen. Blaubart wird verkörpert durch den niederländischen Bassbariton Marc Pantus, die Rolle der Judith wird von Mezzosopran Frauke Elsen gesungen. Sie singen in der Sprache von Bartók, dem Ungarischen. In ihrem Repertoire sind Sänger vertraut mit vielen europäischen Sprachen, oft auch mit Russisch, aber eine Stunde lang auf Ungarisch zu singen ist keine Kleinigkeit. Das Publikum folgt der Geschichte über die Übertitelung.

Aufgrund der kurzen Dauer wird dieses Werk nicht oft aufgeführt. Es ist ein eklektisches Werk mit spätromantischen und impressionistischen Einflüssen, in dem man Bartóks Weg zu seinem eigenen Idiom hört. Herzogin Blaubarts Burg heißt die Oper eigentlich. Blaubart nimmt Judith mit in sein Schloss, wo die neugierige Judith alle Türen öffnen will. Eine neugierige Frau, die in allen deinen Zimmern herumschnüffeln will, das kann zu Spannungen führen. Eine symbolistische Oper, die hier in einer sublimen Choreografie des spanischen Choreografen German Jauregui inszeniert wird. Nicht nur sublimiert, die Art und Weise, wie der Choreograf die beiden Sänger vor dem Orchester beweglich singen und spielen lässt, ist wirklich erhaben. Keine theatralische Gestik, sondern symbolische Gesten, die den Kern dieser symbolistischen Oper ausdrücken. Auch die schlichte Kleidung wurde speziell für diese Aufführung entworfen.

Pantus

Die Stimme von Blaubart, von Marc Pantus, ist so voluminös, dass er mit einem Wort den ganzen Saal erfüllt. Neben dem beeindruckenden Blaubart ist Frauke Elsens Stimme weniger kraftvoll, passt aber perfekt zur unterwürfigen Rolle der Judith gegenüber Blaubart. Hinterher höre ich, dass Pantus eigentlich ein Ersatzsänger war. Drei Wochen vor dem Konzert fiel der ursprüngliche Sänger aus. Wie findet man um Gottes Willen einen Bariton, der verfügbar ist und eine ungarische Oper singen kann? Zum Glück hatte Marc Pantus das in seinem Repertoire. Außerdem spielt und singt der noch junge Pantus mit großer Autorität auf der Bühne. Der Herzog Blaubart sieht aus wie ein alter Buckelliger, denke ich, wenn wir Pantus im Profil auf den Knien gebeugt sitzen sehen. Als hätte er einen Knick in seinem Rücken.

Ende Februar hörte ich bereits diesem Orchester zu, das sich zu Unrecht als Amateurorchester beschreibt. Sie werden bei den Bläsern hier und da von Profis ergänzt, aber vor allem die Streicher klingen solide, ein voller warmer Sound. Meinetwegen kann man das professionell nennen. Der junge Dirigent Kevin Hendrickx hat dabei sicher seinen Anteil. Der junge Dirigent Kevin Hendrickx hat bereits beeindruckende Erfolge aufzuweisen, lesen wir im Programm. Dieses Programmheft verdient sicherlich auch eine Erwähnung. Heutzutage bekommt man zu einem Konzert oft kein umfangreiches Programmheft mehr, manchmal nur noch ein gefaltetes A4-Blatt mit QR-Code. Hier lesen wir über das Werk, das Orchester, die Sänger, den Dirigenten, den Konzertmeister, schöne Fotos, herrliches Layout. Ein Vergnügen, zu einer Aufführung zu gehen, bei der alles top war, die Aufführenden, die Choreografie und das Heft.

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