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Rezensionen

Tschechische Romantik lässt dich sehnen

L
· 4 Min. Lesezeit
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Tschechische Romantik lässt dich sehnen

Fließende Klavierquartette von Dvořák

**** Das Busch Trio, bestehend aus Mathieu Van Bellen, Ori Epstein und Omri Epstein, spielt zusammen mit Miguel Da Silva das erste und zweite Klavierquartett des Tschechen Antonín Dvořák: Kammermusik für Liebhaber. Die romantische Wärme wird stark betont, obwohl unsere heutige schwierige Zeit auch in der Interpretation zu spüren ist.

Einer der auffallendsten Punkte, die man zwischen beiden Werken hört, ist der Einsatz des zweiten Klavierquartetts; dieser ist so slawisch wie nur möglich, während der erste Teil stellenweise an Schubert erinnert und somit mehr deutsches Gepräge hat. Darüber hinaus werden wir beide Werke nicht analysieren oder miteinander vergleichen. Man kann dazu im weltweiten Web und in der Fachliteratur viele Informationen finden. Wir werden uns auf die Aufführung konzentrieren.

Das Quartett spielt mit absoluter Professionalität und in ausführlichen Linien, die die Melodien färben und stützen. Welches Instrument auch immer mit führenden Sätzen zu Wort kommt, es dominiert die anderen nie. Die Balance kann nicht besser sein, man kann sagen, dass sie ausgezeichnet ist. Technisch wurde sich für große Reinheit entschieden, etwas zu rein sogar – der Nachhall ist gedämmt, was die Streichinstrumente gegenüber dem Klavier etwas härter im Ton macht. Andererseits kommen die Phrasierungen besser zur Geltung, als dies bei einer Live-Aufnahme der Fall wäre. Man muss auch nicht viel Mühe aufwenden, überhaupt keine eigentlich, um mit geschlossenen Augen zuhörend die Musiker an der richtigen Stelle spielen zu sehen.

Es wird nicht nur sehr singend und warm musiziert, sondern manchmal auch „zu intelligent", was bestimmte Akzentuierungen härter macht und gerade die Überflüssigkeit in allem unserer heutigen Gesellschaft ein wenig zu sehr präsentiert. Es sind Wahlen, von denen der eine mehr hält als der andere. Das Wichtigste ist und bleibt, dass der Geist von Dvořák über dieser Aufführung wacht und noch mehr als ausreichend romantische Geladen gibt. Klare Pluspunkte mit ein paar Vorbehalten. Diese letzteren sollten jedoch nicht das Hörvergnügen verderben.


  • WAS: Antonín Dvořák, Piano Quartet no. 1 & 2
  • WER: Busch Trio, Mathieu Van Bellen, Ori Epstein, Omri Epstein, Miguel Da Silva
  • AUSGABE: Alpha-Classics ALPHA 288, www.alpha-classics.com

Musikalische Betonung volkstümlicher Werte

*** „Tschechische Musik ist seit meiner Kindheit ein Teil meines Lebens. Ich meine damit nicht nur die klassische, sondern auch die Volksmusik. Tatsächlich ist es die melodische Schönheit und der harmonische und rhythmische Reichtum der Volksmusik, ein Stil, der sich mit meiner Seele verbunden hat und mir hilft, die Sprache unserer innovativsten Komponisten zu verstehen, Komponisten, die unser reiches kulturelles Erbe mit sich tragen", so der Violinist Jan Talich.

Zusammen mit Petr Jiřikovský spielt er die CD mit Werken für Violine und Klavier von Smetana, Dvořák, Suk, Janáček und Martinů. Namen von Komponisten, die die tschechische Musik von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts bestimmten.

Hätte ich die CD zusammengestellt, hätte ich das letzte Werk – das von Martinů – nicht hinzugefügt. Es ist zu spitz und kühl, der Stilbruch ist gegenüber praktisch allen anderen Werken in dieser ansonsten gelungenen Aufnahme zu groß. Das herzzerreißendste Werk in Bezug auf Seele und Musikalität in der Aufführung sind die vier romantischen Stücke für Violine und Klavier, Opus 75, von Antonín Dvořák. Mitsingen kann man auch, wenn man möchte, bei den vier Stücken für Klavier und Violine, Opus 17, von Josef Suk. Die vierteilige Violinsonate von Leoš Janáček erfordert bereits mehr Wissen vom Hörer. Mitsingen kommt da nicht sofort in Frage und Aufmerksamkeit ist erforderlich, sonst geht viel von der Musik verloren. Das Eröffnungswerk der CD ist eine einfache, angenehme Komposition, eine zweiteilige Sonate für beide Instrumente von Bedřich Smetana.

Liebhaber der romantischen und nachromantischen Kammermusik werden sich mit dieser Aufnahme sicherlich in den bequemen Sessel sinken lassen und das genießen, was das Ohr geboten wird.


  • WAS: Czech Music: Smetana, Dvořák, Suk, Janáček, Martinů
  • WER: Jan Talich (Violine) & Petr Jiřikovský (Klavier)
  • AUSGABE: ČSOB Private Banking

    [embed]https://www.youtube.com/watch?v=-lMJ6VTjfls[/embed]


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