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Rezensionen

Michael Fabiano schlägt kraftvoll zu

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· 2 Min. Lesezeit
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Michael Fabiano schlägt kraftvoll zu

**** Der Opernliebhaber, der italienische Belcanto des neunzehnten Jahrhunderts liebt, kann sich sicher an der CD erfreuen, die Michael Fabiano mit Drama aus Arien von Verdi und Donizetti vollgepackt hat. Sie sind gut ausgewählt, nicht nur mit Spitzenstücken aus dem Repertoire beider Komponisten. Auch weniger bekannte Arien bekommen ihren verdienten Platz.

Fabiano verfügt über eine klare und vor allem kraftvolle Stimme, die niemals schrill wird: eine Qualität, die diesem Repertoire sicher zugute kommt. Das gilt sowohl für Ernani von Verdi als auch für Edgardo aus Donizettis Lucia di Lammermoor. Hin und wieder muss der Tenor nämlich kräftig ausholend singen und dann ist nichts so hässlich wie eine Stimme, die sich überschlägt. Die nicht erzwungene Kraft seiner Stimme ist Fabiaos Stärke, aber der Nachteil ist, dass er manchmal zur Monotonie neigt. Das hat natürlich auch mit der Wahl der Arien zu tun, die alle auf Heftigkeit aufbauen. Das hindert ihn jedoch nicht daran, die lyrischen Passagen gefühlvoll zu singen und eine weichere Intonation anzuwenden, zum Beispiel in den Schlussverzen dieser herrlichen Arie Quando le sere al placido aus Luisa Miller. Auch die lang gehaltenen Spitzentöne gelingen flüssig ohne Stolpern. Dabei fällt auch die durchweg sehr verfeinerte Orchesterbegleitung durch das ausgezeichnete London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Enrique Mazzola auf.

Typisch für die jüngsten Aufnahmen von Pentatone ist eine kurze Präsentation durch den Künstler selbst. Diese ist auch hier außergewöhnlich to the point. Fabiano spricht von einer „Architektur", die die Bedeutungsebene des Textes mit der Musik zusammenbringt. Das hat er in seinem Gesangsvortrag gut konkretisiert, und es trägt zur Qualität der Aufnahme bei. Hören Sie sich nur die Verzweiflung von Riccardo in der wunderschönen Arie aus Un Ballo in maschera an. Es ist für ihn zugleich auch die Motivation, so viel von dieser Periode in der Opernliteratur zu lieben. Schön für uns, denn das ergibt eine wertvolle Bekanntschaft mit diesem amerikanischen Tenor, der sich bereits in großen Opernhäusern wie der Metropolitan in New York oder dem Covent Garden in London verdient gemacht hat.


  • WAS: Arien von Giuseppe Verdi (1813-1901) und Gaetano Donizetti (1797-1848)
  • WER: Michael Fabiano (Tenor), London Philharmonic Orchestra u.L.v. Enrique Mazzola
  • AUSGABE: Pentatone PTC 5186 750
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