**** Es ist etwas Besonderes, jemanden mit 'mehreren Gesichtern' zu haben, und besonders wenn es eine Göttin ist. Hécate war in diesem Fall. Dies inspirierte um das Jahr 1700 und danach Schriftsteller, Komponisten und ausführende Musiker in Frankreich, die ein neues Genre aus Poesie und Musik vereinten. Einer dieser Komponisten war Nicolas Bernier. Auch heute sind Musiker davon inspiriert worden, wobei Korneel Bernolet der Inspirator dieser Inspiration ist.
Keine Sorge, wenn Sie den Barockkomponisten Nicolas Bernier nicht kennen, denn es ist das Verdienst von Korneel Bernolet, dass wir diesen gewandten Franzosen mit der CD 'Trois visages d'Hécate' wiedererkennen. Drei Kantaten, die etwas von Oper haben und jeweils eines der Gesichter und die entsprechenden Charaktere der Göttin darstellen. Sopranistin Lieselot De Wilde hat zum Glück nur ein Gesicht, aber das hält sie nicht davon ab, auf göttliche Weise und gut einstudiert sowohl den Text als auch die Musik äußerst sorgfältig auszuführen, so dass der Hörer in die Geschichte und das betreffende Gesicht der Göttin mitgenommen wird.
Sie wird begleitet und unterstützt vom Ensemble Apotheosis, einem der jüngeren Ensembles, das perfekt spielt und den Weg unserer flämischen und anderen Vorreiter weitergehen, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts Furore machten, indem sie auf historisch so verantwortungsvolle wie mögliche Aufführungen von Barock bis heute zurückgriffen. Dieser Pioniersgeist ist sozusagen von einer jungen Generation geerbt worden, die jetzt einen Namen macht und zu Recht. Inzwischen ist die Erforschung der Aufführungspraxis noch weiter fortgeschritten und es kann auch Aufmerksamkeit auf Partituren gerichtet werden, die unter dicken Staubschichten auf Dachböden vergessen waren. Spürnasen wie Korneel Bernolet wissen immer, wie man dieses verlorene alte Material aufspürt und neuem Leben einhaucht. Trois visages d'Hécate von Nicolas Bernier ist eine solche Leistung.
Es ist anzunehmen, dass manchen Barockliebhabern diese Musik etwas weniger zusagt, weil es nur eine Sängerin gibt und es keine Dialoge gibt, durch die sie vielleicht etwas Überfluss empfinden könnten. Andere werden dies gerade mit offenen Armen begrüßen, wenn nur deshalb, weil es zu den selteneren Aufnahmen gehört. Nicht nur einzigartig wegen der Unbekanntheit, sondern auch einzigartig wegen der großen Qualität der Aufführung, die einerseits in unsere gehetzt Gesellschaft passt und uns andererseits sofort vollständig in eine barocke, dekorierte Umgebung einbezieht. Dekorieren ist vielleicht eines der besten Worte, um zu beschreiben, wie die Musiker vorgehen.
Es ist eine CD für Liebhaber, eine CD für Entdecker und eine CD für jeden, der mal etwas anderes will als immer wieder die großen Namen und die bekannten Werke.
- WAS: Trois visages d'Hécate von Nicolas Bernier
- WER: Sopran Lieselot De Wilde, Ensemble Apotheosis, Leitung Korneel Bernolet
- AUSGABE: Et'Cetera, KTC 1576






