Astor Piazzolla war knapp über dreißig, als er nach Frankreich reiste, um Komposition bei Nadia Boulanger am amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau zu studieren. Ihr Unterricht hatte großen Einfluss auf seine Musik. Während Piazzolla danach strebte, seine klassische Schreibweise zu perfektionieren, ermutigte ihn Boulanger, seinen Wurzeln im Tango treu zu bleiben – sie riet ihm, seine Identität nicht aufzugeben, sondern sie zu erheben und zu verfeinern. Das Album des Ensembles L'Achéron feiert die Begegnung dieser beiden Persönlichkeiten, indem es ihre jeweiligen musikalischen Welten miteinander verwebt: Piazzollas argentinisches Erbe von Carlos Gardel bis Alberto Ginastera und Boulangers französische Einflüsse, insbesondere Gabriel Fauré und Lili Boulanger, ergänzt durch ihre Vorliebe für alte Musik. Die Werke werden von einem Violenconsort aufgeführt, ergänzt um ein Bandoneon. Der Dialog zwischen klassischen Werken und Stücken aus Piazzollas Pariser Zeit lässt diesen außergewöhnlichen Austausch wieder lebendig werden: unerwartet, magisch und einzigartig.





