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Klassik Zentral

Verborgener Diamant für Harfe & Fagott

Die Harfenistin Rachel Talitman und der Fagottist Mavroudes Troullos präsentieren mit der Aufnahme eines neuen Albums die Weltpremiere der Six Sonatas Progressives von Luigi Concone (ca.1846-?) für Harfe und Fagott.

Die Kombination Harfe und Fagott wird bei Musikliebhabern nicht sofort Begeisterung auslösen – es ist eine eher ungewöhnliche Besetzung in der klassischen Musikpraxis. Für Musiker ist es eine Herausforderung, passendes Repertoire zu finden, oft müssen sie Werke arrangieren. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass diese Six Sonatas Progressives im frühen 19. Jahrhundert ursprünglich für Harfe und Fagott komponiert wurden. Ein wahrhaft verborgener Diamant, den Talitman und Troullos zum Erklingen bringen!

Der Grund, warum diese Instrumentenkombination ungewöhnlich ist, lässt sich schwer erraten – sobald die ersten Töne erklingen, fällt sofort die wunderbare klangliche Harmonie auf. Der warme Klang des Fagotts, regelmäßig in einer lyrischen Rolle, zusammen mit den hellen Harfenakkorden. Es schmilzt regelrecht ineinander.

Dies war der Harfenistin Rachel Talitman offenbar schon lange bewusst – sie hat nämlich bereits mehrere Alben mit dem Fagottisten Luc Lourby aufgenommen. Nun ist es an Fagottist Mavroudes Troullos, einst Schüler von Lourby am Brüsseler Konservatorium, mit diesem Album sein Debütalbum vorzulegen.

Wie sie auf die Kompositionen von Luigi Concone gestoßen sind, bleibt ein Geheimnis, und über den Komponisten selbst ist wenig bekannt. Im begleitenden CD-Booklet können wir lesen, dass er wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts in Turin in einer Familie voller bedeutender Musiker und Künstler geboren wurde. Er war neben Komponist auch Harfenist und unterrichtete. Er schrieb viele Werke für Soloharfe, darunter eine ganze Reihe von Etüden, vermutlich für seine Schüler bestimmt.

So sind die Six Sonatas Progressives, wie der Titel bereits andeutet, in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad komponiert. Jede Sonate beginnt mit einem Präludium für die Harfe. Mit zunehmend ‚progressiveren' Sonaten experimentiert Concone immer mehr mit verschiedenen Elementen. Er hält sich nicht immer an das typische schnell-langsam-schnell-Modell und die Melodien werden zunehmend romantischer ausgearbeitet. Darüber hinaus ist es natürlich ein kühner Schritt, Anfang des 19. Jahrhunderts für Harfe & Fagott zu komponieren. Damit sucht er eindeutig nach Erneuerung.

Die ersten drei Sonaten zeichnen sich durch einfache und reine Melodien aus. Sie bleiben leicht im Gedächtnis. Talitman spielt ihre Harfe mit Präzision und schafft es, einen funkelnden Ton zu erzeugen, mit Aufmerksamkeit für schöne, helle Bässe. Troullos tritt mit seinen warmen Fagotttönen in den Dialog ein und schafft es, mit zurückhaltender Spielweise eine schöne, stilbewusste Atmosphäre zu schaffen. Als Hörer wähnt man sich sofort in vornehmen Kreisen des frühen 19. Jahrhunderts.

In den letzten drei Sonaten intensivieren sich die Dialoge zwischen den beiden Instrumenten. Troullos lässt wunderbare Melodielinien auf dem Fagott erklingen, beispielsweise in der ‚Romanze' der fünften Sonate. Auch zeigt er ausdrucksstarke Dynamikwechsel – unvorstellbar, wie deutlich er die Pianissimi auf seinem Fagott erklingen lässt. Talitman darf mit allerlei virtuosen Läufen aufwarten, unter anderem im ‚Maestoso' der fünften Sonate. Trotz der Herausforderungen behält die Harfenistin einen schönen, hellen Ton.

Die Qualität der Aufnahme ist wirklich sublim. Während es eine echte Herausforderung darstellt, die Harfe auf einer Aufnahme richtig zur Geltung zu bringen, macht das Label Harp&co seinem Namen Ehre und zeigt, dass es auf diesem Gebiet spezialisiert ist.


  • LABEL: Rachel Talitman [Harfe] und Mavroudes Dakis Troullos [Fagott]
  • WAS: Luigi Concone: Six Preludes Followed By Six Progressive Sonatas for Harp and Bassoon, Op.2
  • AUSGABE: Harp & Co CD505047
  • BESTELLEN: Chopin: Klaviersonate Nr. 2 in b-Moll, op. 35

Detalhes:

Título:

  • Verborgener Diamant für Harfe & Fagott
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