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Klassik Zentral

Musikalische Momente des Jubilars Piet Swerts

Wie aus gestern erinnere ich mich an den Moment, als ich 1993 bei Piet Swerts in Bertem an der Tür klingelte. Mit einem Kamerateam, um einen Beitrag für das VRT-Journaal über diesen jungen Komponisten zu drehen. Der Grund war einfach. Er hatte einen Preis beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb gewonnen. Sein "Zodiac" wurde Pflichtstück für das Finale des Geigenwettbewerbs. Es kommt nicht oft vor, dass ein belgischer Komponist von dieser internationalen Jury ausgewählt wird. Das hätte ruhig in Die Nachrichten kommen können.

Diese Erinnerung schoss mir in den Sinn, als ich Piet Swerts kürzlich in der Loge von Bozar im Finale des Pianowettbewerbs sah, wie er während eines Podiumsgesprächs mit Katelijne Boon sein Buch überreichte: "Moments Musicaux. Piet Jozef Swerts, eine Komponistenbiografie"`. Genau wie damals strahlte Piet Swerts. Stolz auf die geleistete Arbeit.

Kein Blockbuster wie die Autobiografie, die André Laporte einmal schrieb, sondern eher ein akribisch geschriebenes Tagebuch, fast ein Logbuch, bescheiden in seinem Umfang. Das zeichnet die Person aus – die Bescheidenheit selbst. Er präsentiert es als einen "besonderen Einblick in die interne Küche eines professionellen Komponisten"”. Ein Rückblick auf eine Karriere von vierzig Jahren Komponieren und – falls es dich interessiert – von jemandem, der am 14. November fünfundsechzig wurde. Aus einer kurzen Familiengeschichte erfahren wir, dass er ein verträumtes Kind war und schon immer Schriftsteller sein wollte, was er eigentlich immer noch tut: nur eben mit Musik!

Das Aha-Erlebnis kam, als er in der Musikschule in Tongeren – 10 Jahre alt – das zweite Thema aus Bachs " Das wohltemperierte Klavier " hörte, " eine Explosion in meinem Kopf"". Von da an wollte er "Musik machen", ans Lemmens in Leuven gehen und dort "begann eine der schönsten und unbesonnenen Perioden meiner Jugendjahre"". Es war reiner Spaß und lief wie von selbst. Seine Begabung stand bald fest, er entwickelte eine Lutoslawski-Manie, durchsetzt mit Debussy, und begann intensiv zu komponieren, aufzuführen und Preise zu gewinnen: Lemmens-Tinel-Preis, Baron-Flor-Peeters-Preis und 1987 Gewinner des Königin-Elisabeth-Kompositionswettbewerbs.begann eine der schönsten und unbeschwertesten Perioden meiner Jugendjahre". Es war reines Vergnügen und es ging wie von selbst. Seine Begabung stand schnell fest, er entwickelte eine Lutoslawski-Manie, durchsetzt mit Debussy und begann fleißig zu komponieren, aufzuführen und Preise zu gewinnen: Lemmens-Tinel-Preis, Baron-Flor-Peeters-Preis und 1987 Gewinner des Königin-Elisabeth-Kompositionswettbewerbs.

Mit dem Pflichtwerk "Rotationen” für die Finalisten des Klavierwettbewerbs erhielt er nationale Anerkennung, sein Name war lanciert. Obwohl er oft die Noten umblättern durfte bei seinem großen Vorbild und Klavierlehrer Robert Groslot, war Konzertpianist werden nicht länger sein Traum, Komponieren war seine Sache. Und die Krönung kam 1993 mit seinem Violinkonzert "Zodiac"Das war erneut ein Preis mit dem Pflichtwerk für die Finalisten des Elisabethwettbewerbs. Ein beruflicher Wendepunkt, nennt er das, der für neue und internationale Chancen sorgte.

Swerts erzählt unverkrampft, woher er seine Inspiration nimmt, über die Kraft der inspirierten Improvisation, beschreibt, wie die Musik manchmal von selbst kommt: "Musikwerke haben ihre eigene Lebenswelt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Als Komponist musst du ihnen freien Lauf lassen, auch wenn du das überhaupt nicht gewünscht hättest"Er illustriert das mit der schönen Geschichte über seinen Liederzyklus Die Rosen, ": „…wie aus einem großen Guss kam es heraus, unaufhörlich (…) die Musik diktierte sich selbst". Aber Komponieren geschieht nicht nur in kreativem Rausch. Ein weiteres Zitat macht das deutlich: "Manchmal lernst du auch, wie technisch und mit fast mathematischen Verhältnissen dieser Kompositionsprozess funktioniert.

Es ist keine trockene Aufzählung, wie er all diese Werke schrieb, nein, denn man wird hineingezogen in den konstruktiven Verstand des Komponisten. Wie diese 24 "Straight Strung Sonatas” auf diesem neuen Maene-Klavier entstanden, wie dieses großartige Kriegsoratorium "Eine Symphonie der Bäume” zustande kam, diese ätherische Elegia aus seinem Klarinettenquintett. Übrigens ist wenig bekannt, dass er auch viel für Saxophon und Blasorchester geschrieben hat. Es sind gleichsam Bekentnisse, lest das kurze aber ergreifende In Memoriam für Wim Henderickx. Noch dies über "Slava Ukraïna!", seine Friedenshymne, die von seinem Engagement zusammen mit seiner ukrainischen Frau für die Opfer des Krieges in diesem Land zeugt.

Ein ganz offenes Buch, in dem sich ein bescheidener und aufrichtiger Musikkünstler selbst und seine Musik bloßlegt. Mit so vielen Fragmenten, die man mit den vielen QR-Codes, die das Buch enthält, anhören kann. Sicherlich nützlich und notwendig, denn viele zeitgenössische flämische Komponisten hören wir viel zu wenig in unseren Konzertsälen und auf unseren Sendern.

Produktcode (EAN): 9789465128917
Erscheinungsdatum: 4. April 2025
Ausführung: Hardcover

Detalhes:

Título:

  • Musikalische Momente des Jubilars Piet Swerts

Künstler:

  • Piet Swerts

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