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Isang Yun: wo Musiktraditionen verschmelzen

Traditionelle koreanische Musik, europäische Avantgarde und beeindruckende Klangfarbenkenntnis – diese drei Eigenschaften fassen den Stil des koreanischen Komponisten Isang Yun (1917-1995) perfekt zusammen. Das Album Isang Yun (BIS2642) beweist dies eindrucksvoll. Das Seoul Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Osmo Vänskä interpretiert gleich drei von Yuns Orchesterwerken meisterhaft. Beim Violinkonzert wird das Orchester von der koreanischen Violinistin Sueye Park begleitet. Gemeinsam präsentieren sie eine beeindruckende Aufführung mit großer Aufmerksamkeit für Klangfarbennuancen.

Das Album eröffnet mit der Orchesterlegende Silla (1992). Der Titel bezieht sich auf eines der drei Königreiche aus dem alten Korea (57 v.Chr. bis 935). Durch verschiedene musikalische Linien – jede von einem anderen Instrument oder einer anderen Instrumentengruppe gespielt – entsteht ein reiches Klangspektrum. Diese einzelnen Linien sind jeweils eigenständig und auf einzigartige Weise interessant. Um das Werk vollständig würdigen zu können, lohnt es sich, bei jedem Hören auf eine andere Linie zu konzentrieren. Jedes Mal erleben Sie es etwas anders und entdecken neue Nuancen.

Im Violinkonzert III (1992) sind die koreanischen Einflüsse sehr deutlich hörbar. So manipuliert Sueye Park im zweiten Satz [track 03] den Klang ihrer Violine zu etwas zwischen einer haegeum (koreanische Fiedel) und einer erhu (chinesische Fiedel). Auch die verwendete Ornamentik ist eine Anspielung auf die koreanische Volksmusik.

Als letztes Werk folgt eine Kammersynfonie. Yun komponierte insgesamt fünf Sinfonien und zwei Kammersinfonie. Das ausgewählte Werk auf dem Album ist die Kammersynfonie I (1987), komponiert für zwei Oboen, zwei Hörner und Streichorchester. Auch hier fällt das musikalische Spiel mit Klangfarben bereits im ersten Satz [track 05] ins Auge. Die vielen Glissandi und Vibrati bei den Streichern erinnern an die Spielweise einer haegeum . Auch in diesem Werk gibt es verschiedene individuelle Linien, die zu bestimmten Momenten zusammen und zu anderen unabhängig voneinander verlaufen müssen.

Das Gesamtwerk von Isang Yun ist für seine stilistischen Schwierigkeiten und technischen Herausforderungen bekannt. Die vielen einzelnen Linien müssen klar und gleichberechtigt klingen, die vielen Verzierungen müssen sorgfältig koordiniert werden und es bedarf großer Sorgfalt bei den Nuancen in der Klangfarbe. Das Seoul Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Osmo Vänskä zeigt bei allen drei dieser Aspekte eine großartige Interpretation.



{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}}{{NOTRANSLATE_0}} 4.5/5

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  • Isang Yun: wo Musiktraditionen verschmelzen

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