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Klassik Zentral

Dora! Sommerkonzert des Symfonieorchesters Sonores

Amateurorchester mit Klasse

Es ist immer spannend, zu einem Konzert eines Amateurorchesters zu gehen. Wie wird es klingen, welche Pannen wird es geben, wie viele Fehlnoten, welche Gruppe wird aus dem Takt fallen? Das Symfonieorchester Sonores aus Gent besteht schon mehr als zwanzig Jahre aus etwa fünfzig Musikern, "die aus klassischer Musik nicht ihren Beruf, aber sehr wohl ihre Leidenschaft gemacht haben", wie ich in dem schönen Programmheft lese. Solistin am 21. Juni in Merelbeke ist die vielversprechende junge Violinistin Dora Oliva Devoghel. Nach ihr ist das Konzert betitelt: "Dora!".

Neben Tschaikowskis Violinkonzert spielen sie zwei Werke von Borodin, In den Steppen Zentralasiens und seine zweite Sinfonie in h-Moll.

Schon ab der ersten Minute der Steppen merke ich, dass es gut läuft. Das rohe Klangmaterial ist nicht poliert wie bei einem professionellen Orchester, die Streicher klingen manchmal etwas metallisch, die Celli haben etwas Probleme mit der stabilen Intonation, aber was die Struktur, den Klangaufbau und die Phrasierung betrifft, spürt man, dass Dirigent Joeri Van Hove seine Truppen gut zusammenhält. Wunderbare Holzbläsersektion, fast ohne Intonationsfehler, wie sie auch bei professionellen Orchestern vorkommen. Ein Orchester mit Klasse. Der Dirigent hat keinen Taktstock und steht nicht mal auf einem Podium. Er hat eine etwas elastische Gestik mit Ober- und Unterkörper, als würde er manchmal mit seinem Bauch dirigieren.

Altersunterschied

Der Altersunterschied in einem professionellen Orchester beträgt etwa vierzig Jahre, zwischen fünfundzwanzig und fünfundsechzig. Bei Sonores spielen auch Junge und Senioren, der Altersunterschied beträgt satte siebzig Jahre! Die Jüngste ist ein Mädchen von zehn Jahren (Tochter des Dirigenten) und die Älteste bei diesem Konzert war stolze achtzig Jahre alt. Hinterher unterhalte ich mich mit dem wackeren Hornist, achtzig Jahre alt. Er spielt in fünf Orchestern wegen des Mangels an Hornisten, einem Instrument, das auch körperlich viel Kraft vom Musiker verlangt.

Die Violinistin Dora Oliva Devoghel ist eine vielversprechende junge Violinistin, gerade einmal 21 Jahre alt, mit belgischer Mutter und venezolanischem Vater. Mit nur 14 Jahren wurde sie bereits in die Klasse von Ning Kam am Brüsseler Konservatorium aufgenommen, danach ging es zur Yehudi Menuhin School in England. Schon in jungen Jahren begann Dora, Preise zu sammeln. Mit 13 Jahren gewann sie den dritten Preis beim Leonid-Kogan-Wettbewerb für junge Violinisten in Brüssel, wurde zweite beim Vieuxtemps-Wettbewerb und 2018 gewann sie den ersten Preis und den Publikumspreis beim Musikwettbewerb Breughel in Brüssel (Kategorie B). 2022 gewann sie zum zweiten Mal den ersten Preis beim Musikwettbewerb Breughel (Kategorie C). Letztes Jahr musste sie sich zwischen Juilliard in New York und dem New England Conservatory in Boston entscheiden, um ihre Studien fortzusetzen. An beiden Top-Instituten wurde sie übrigens aufgenommen, das sagt einiges aus. Weiterstudium Sie wählt Boston, dort studiert sie weiter bei Donald Weilerstein, den manche vielleicht noch als Konzertmeister des Cleveland Quartet kennen. 1963 war er der zwölfte (also letzte) bei dem Elisabethwettbewerb. Last but not least zeigte seine lange Karriere. Dora erhält Unterstützung von SWUK Vlaanderen, der Stichting Robus und einem Stipendium der Latin Grammy Cultural Foundation. Trotzdem bleibt ein Studium in den USA sehr teuer, also startete sie eine Crowdfunding-Kampagne auf gofundme.com. Mit einem cremigen Vibrato beginnt sie das Konzert, einige Tempi hätten vielleicht etwas lebhafter sein können, dachte ich, aber sie spielt sehr gemessen und reif. Nicht applaudieren zwischen den Sätzen, hatte die Moderatorin in der Einleitung gebeten. Aber warum sollte man nach dem ersten Satz von Tschaikowskis Violinkonzert nicht klatschen? Der Schlussakkord lädt dazu ein. Ein erstes donnerndes Applaus. Die Begleitung dieses Konzerts durch das Orchester ist übrigens kein Leichtes. Der Dialog mit der Solistin und die vielen Tempowechsel müssen vom Dirigenten straff in der Hand gehalten werden. Im zweiten Satz höre ich eine jazzige Wendung in der Antwort der Klarinette auf die Solovioline. Eine originelle Idee, die dieses Orchester charakterisiert. Bei den Holzbläsern ist kaum zu hören, dass sie keine Profis sind.

Leidenschaftlich

Nur weil sie nicht hauptberuflich als Musiker tätig sind, heißt das nicht, dass sie keine professionelle Ausbildung haben. Klarinettistin An Beazar ist ein gutes Beispiel. Neben ihrer Tätigkeit als Musikerin ist sie Ingenieurin und Unternehmerin, sie wurde von der VRT als 'starke Frau' ausgewählt, um als Expertin in den Medien Erklärungen abzugeben. Nach einem zweiten donnernden Applaus am Ende des Violinkonzerts spielt Dora das berühmte "Por una Cabeza" von Carlos Gardel (arrangiert von Augustin Hadelich), dem bekannten Tangokomponisten neben Piazzolla.

Mit einem cremigen Vibrato beginnt sie das Konzert, einige Tempi hätten meiner Meinung nach vielleicht etwas lebhafter sein können, aber sie spielt sehr besonnen und reif. Nicht zwischen den Teilen applaudieren, hatte die Moderatorin in der Einleitung gebeten. Aber warum sollte man nach dem ersten Teil von Tschaikowskys Violinkonzert nicht klatschen? Der Schlussakkkord dazu ein. Ein erstes donnernd Applaus.

Die Begleitung dieses Konzerts durch das Orchester ist ohnehin keine Kleinigkeit. Der Dialog mit dem Solisten und die vielen Tempowechsel müssen vom Dirigenten straff in der Hand gehalten werden. Im zweiten Teil höre ich eine jazzig angehauchte Wendung in der Gegenmelodie der Klarinette zur Solovioline. Ein origineller Fund, der dieses Orchester auszeichnet. Bei den Holzbläsern ist kaum zu hören, dass sie keine Profis sind.

Leidenschaftlich

Es ist nicht so, dass sie nicht hauptberuflich als Musiker tätig sind, dass sie keine professionelle Ausbildung haben. Klarinettistin An Beazar ist ein gutes Beispiel. Neben Musikerin ist sie Ingenieurin und Unternehmerin, sie wurde von der VRT als "starke Frau" ausgewählt, als Expertin, um in den Medien Einordnung zu geben. Nach einem zweiten donnernden Applaus am Ende des Violinkonzerts spielt Dora das bekannte "Por una Cabeza" von Carlos Gardel (arr. von Augustin Hadelich), dem bekannten Tangokomponisten neben Piazzollalla. Das Tüpfelchen auf dem i. Sie hat übrigens einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester, die ebenfalls im Orchester spielen, Leandro und Selena. Am 18. und 19. Juli spielen sie zusammen ein Recital in der Sint-Coletakerk in Gent und in der Ryelandtzaal in Brügge.

Nicht nur die Orchestermusiker, auch Aleksandr Borodin war vielseitig begabt. Neben seiner Tätigkeit als Komponist war er auch Chemiker mit Musik als Hobby. Seine zweite Symphonie wird häufig gespielt, auch von Amateurorchestern. Seine massiven Akkorde und die rauere Orchestertextur klingen slawischer als die verfeinerte Musik von Tschaikowski. Auch mehr Blechbläser kommen zum Einsatz. Drei Posaunen und eine Harfenistin gesellen sich dazu. Eigentlich wird dem Amateurorchester Sonores das Wort Amateurorchester nicht gerecht. Amateur ist ein zu negatives Wort. Es sind allesamt leidenschaftliche Musiker.

Detalhes:

Título:

  • Dora! Sommerkonzert des Symfonieorchesters Sonores

Künstler:

  • Symfonieorchester Sonores u.L.v. Joeri Van Hove mit Solistin Dora Oliva Devoghel

Ort:

  • Kulturhaus Merelbeke

Datum:

  • 21. Juni 2025

Fotografie:

  • Jan Melkebeek
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