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Jodie Devos, I.M.

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Jodie Devos, I.M.
© La Voix du Nord

Es war ein Schock, als am Sonntag, 16. Juni 2024, gegen Mittag die E-Mail von der Künstleragentur Intermezzo eintraf: DÉCÈS DE LA SOPRANO BELGE JODIE DEVOS.

Ich musste doppelt hinschauen, um sicherzugehen, dass ich das Richtige gelesen hatte. Diese junge, hübsche Sopranistin verstorben? Es schauderte mir regelrecht! Ich hatte das Glück, Jodie Devos mehrmals live zu erleben, und ich freute mich darauf, sie noch oft in virtuosen Rollen für hohe Soprane zu hören. Es war einfach wunderbar, sie darin zu hören, ihre Gewandtheit zu bewundern. Zudem spielte sie mit einer Natürlichkeit, die ihre Interpretationen lebensecht machte. Welch ein Verlust, nicht nur für das belgische, sondern auch für das internationale Opernleben. Und welch ein Verlust muss dies für ihre Familie und Freunde sein, denn ihr Charme beschränkte sich sicherlich nicht auf das Theater!

Ich sah sie in der Opéra Royal de Wallonie in Mignon und in Hamlet von Ambroise Thomas sowie in Lakmé von Leo Delibes. Das sind Rollen aus einem weniger bekannten Repertoire, und das war sicherlich ein Antrieb für sie als Künstlerin: Aufmerksamkeit für das zu fordern, was nicht direkt auf den großen Plakatzettel kommt, aber das verdient! Im Dezember 2023, kaum ein halbes Jahr zuvor, sah ich sie zum letzten Mal auf der Bühne in der Opéra Comique von Paris. Dieses Theater hat sich zum Ziel gesetzt, der französischen Oper des neunzehnten Jahrhunderts die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. Sie sang dort La Princesse Elsbeth in Fantasio von Jacques Offenbach, in dem die Prinzessin überraschenderweise und vor allem liebevoll den Narren Fantasio entlarvt! Eine funkelnde Rolle, voller Lebensfreude, fast zynisch angesichts dessen, was nun mit Jodie Devos im wirklichen Leben geschehen ist! Voilà, toute la ville en fête, sang sie in dieser Oper, aber auch cachons l'ennui de mon âme, zwei Fragmente, die auch auf der herrlichen CD Offenbach colorature zu finden sind! (Alpha classics)

Lassen Sie mich zum Abschluss als Hommage zwei Zitate aus Rezensionen anführen, die ich für KC über Aufführungen in der ORW schrieb: das erste über Hamlet von Ambroise Thomas im Februar 2023: Jodie Devos ist – wie zu erwarten war – seine weibliche Entsprechung (nämlich zu Lionel Lhote – Juni 2024). Ophélie erscheint als die Reinheit selbst, auch in ihrer Kleidung spielend mit Weiß und hellen Farben. Ihre Sopranstimme ist seideweich, kann aber auch die Koloraturen der von Belcanto inspirierten Wahnsinnaria problemlos bewältigen. Auch die höchsten Noten singt sie wie reine Magie.

Ein zweites Zitat aus der Rezension von Mignon von Ambroise Thomas (April 2022): Jodie Devos offenbart sich als die selbstbewusste und eifersüchtige Schauspielerin-Diva. Die Überzeugung ihres Spiels findet eine Parallele in ihrer Gesangskunst: Sie singt mit einer phänomenalen anmutigen Stimme, die die höchsten Regionen mühelos erreicht und die in ihrer großen Koloraturaria im dritten Akt „Je suis Titania la blonde" kulminiert, quasi dem bekanntesten Fragment aus der Oper. Ohne zu zögern fließen die Koloraturen, während Jodie Devos ihre siegreiche Figur in Szene setzt.

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Details

Wer
Jodie Devos
Gesehen am
16 Juni 2024
Bildnachweis
La Voix du Nord
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