Ja-a-a-arenlang repetierte das BNO in einem etwas hergerichteten Betonraum oder musste immer wieder in einen Ort ausweichen, wo die Musik, die die Orchestermusiker einstudierten, hörbar und genießbar war.
Dies ist nun Vergangenheit. Proben finden ab sofort in diesem verwandelten Betonraum statt, der sich zu einem echten Henry Le Bœuf Saal entwickelt hat.
Verborgener Saal
Proben ist seit kurzem ein Vergnügen geworden statt einer lästigen Pflicht für die Musiker, Dirigenten und Solisten, die fest oder zeitweise mit dem Belgian National Orchestra verbunden sind. Sie müssen nicht mehr von Saal zu Saal ziehen, um ordentlich proben zu können, noch müssen sie in dieser völlig veralteten Halle notgedrungen zusammengepfercht werden, um Sinfonie soundso zu proben. Der Ärger und das unnötige Hin- und Herreisen, bepackt und beladen, ist Geschichte. Das BNO hat nun einen Probenraum, um den andere neidisch sein dürfen. Wie konnte aus einem verborgenen nutzlosen Raum unter den Büros des BNO und im Gebäudekomplex der Ravensteingalerie – der Durchgang vom Brüsseler Zentralbahnhof zum Bozar – ein Saal werden, in den man gerne geht und wo Proben nicht mehr Arbeit sind, sondern reine Musik und wo Zeit keine Rolle mehr spielt? Das ist so, weil jemand auf eine Idee kam, die von sehr sachkundigen Menschen von A bis Z ausgearbeitet wurde, von Architekten und Ingenieuren bis zu Handwerkern aller Art. Und – zum Glück – einmal sinnvoll ausgegebene Steuergelder und die von Sponsoren.
Kein Tag wie jeder andere
Freitag, 9. Januar 2026, ein Tag wie jeder andere, außer für das BNO und alle, die damit verbunden sind, wie natürlich die Musiker, aber auch diejenigen, die Stühle, Notenpulte und Partituren bereitstellen, das Klavier hin- und herrollen, dafür sorgen, dass die Musiker vor, während und nach den Proben ihr inneres Wohlbefinden mit Getränken und Speisen pflegen, dass alles ordentlich ist und glänzt, dass die Toiletten glänzen, dass kein Staub auf den Treppen liegt, dass sich die Musiker in komfortablen Bedingungen umkleiden und ihre Partituren durchsehen können und was noch mehr.
Freitag, 9. Januar wurde dieser einst betonnen Raum, der für nichts taugen konnte, von den Herren und Damen eingeweiht, die das BNO leiten, die es finanzieren, die alles organisieren. Zusammen mit den festen Partnern des Bozar und der De Munt – die drei musikalischen nationalen Institutionen, die in Brüssel untergebracht sind – wird das Musikleben in Brüssel, im ganzen Land und im Ausland einen neuen Impuls bekommen, erneuerte Ermutigung und Motivation, um „loszulegen". Es ist nämlich von großer Bedeutung, in einer angenehmen Umgebung zu arbeiten (ist Musik machen Arbeit?…). Arbeit, irgendwelche, in hässlichen grauen Betonräumen oder sonst in unangenehmen Gebäuden verrichten zu müssen, ist nie verlockend, um die Moral zu verbessern, eher im Gegenteil.
Hier probt man nicht, hier musiziert man, immer
Der zuständige Minister, jetzt Jan Jambon (es war sein Vorgänger, der die Bestellung mit zusicherte), durfte das erneuerte, akustisch hervorragende „Atelier BNO" offiziell einweihen, zusammen mit dem Generalintendanten des BNO, Bob Permentier. Die Presse war eingeladen, der Einweihung beizuwohnen, und sofort wurde das Glas auf das neue Jahr erhoben. Immer schön, so ein Neujahrsempfang, aber wenn man die ersten Töne in so einem Saal kosten darf, hat man mehr Lust auf mehr Musik als auf das Glas und den Happen. Ein Bläserquintett eröffnete die festliche Sitzung und eigentlich war damit eine aussagekräftige Rede ohne Worte gehalten. Ein Saal, dessen Bühne eine Kopie des Saals ist, in dem das BNO am meisten auftritt, kein Programm geht durch, ohne dass die Henry Le Bœuf Halle das Orchester empfängt, und dann war es ein idealer Gedanke, den Probenraum so getreu wie möglich wie den großen Konzertsaal nachzubauen. Akustisch ist es ein Traum, aber auch das Auge wird verwöhnt und sofort kann dieser Raum für Kammerkonzerte dienen. Weil dieser Raum viel mehr ist als „nur" ein Probenraum, wurde er Atelier BNO genannt. Und seien Sie sicher, dass hier viele weitere Kammermusikkonzerte und vielleicht offene Proben durch und vom BNO stattfinden werden und dass es bald schwierig sein wird, eine Karte zu bekommen.
Schauen Sie sich die Stimmungsbilder der Einweihung an und bekommen Sie Lust, als Hörer dort einmal dabei zu sein, oder, wer weiß, als Mitglied des BNO, Solist oder Dirigent oder Mitarbeiter des Orchesters, dort öfter verweilen zu dürfen, zu musizieren und nicht mehr zu proben-weil-man-muss.
Willkommen im Atelier BNO!
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