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Klassik Zentral

Antwerp Symphony verleiht Symphonie IV von Van Hove Flügel

Manchmal hört man schon vom ersten Takt an, ob die Zusammenarbeit zwischen Dirigent, Orchester und Komponist stimmt. Diese Seltenheit ereignete sich Freitag bei der Uraufführung von Luc Van Hoves Symphonie IV, wobei das Antwerp Symphony Orchestra unter der Leitung von Elim Chan zeigte, wie Energie, Stolz und Freude sich in eine packende musikalische Geschichte verwandeln.

Auf dem Papier hat die neue Symphonie eine klassische vierteilige Struktur, aber bei Van Hove ist das mit einem TwistTwist versehen. Die ersten drei Sätze sind kurz und wirken wie skizzenhafte Vorstudia der großen symphonischen Geste im Finale. Das Finale, das so lange dauert wie die drei vorangegangenen Sätze zusammen, ist sowohl eine Vergrößerung als auch eine Synthese der vorangegangenen Bewegungen. Die Grundlage der Symphonie ist eine Aufteilung der zwölf Töne der Oktave in zwei sich gegenseitig ergänzende Gruppen von acht und vier Tönen. Van Hove möchte damit eine Symbiose zwischen dem traditionellen Stil, in dem Töne hierarchisch gruppiert sind, und einem zeitgenössischen Ansatz bewerkstelligen, in dem jeder Ton gleichberechtigt ist. Dadurch schwebt das Stück zwischen einer tonalen und atonalen Organisation – in Van Hoves Worten: post-tonal.

Der erste Satz ist ein Andante in dem besonders die Streicher mit Trillern ankündigen, dass die Sonne über einer bergigen Landschaft aufgeht. Holz- und Rohrblätter schlängeln sich mit kurzen Tanzmotiven um die Streicher. Blechbläser bleiben noch im Hintergrund. In diesem Satz gehen Zärtlichkeit und Demut zusammen. Der zweite Satz ist ein Scherzo in dem die Welt zum Leben erwacht. Bläser und Schlagwerk bringen Schwung und Freude in die Geschichte und treiben die Bewegung bis zu einem spektakulären Klangfest an. Hier und da sind jazzige Elemente zu hören, wodurch der Hörer den Eindruck bekommt, dass sich die Geschichte im Amerika der Fünfziger Jahre abspielt. Der ruhige dritte Satz fungiert als Moment der Besinnung, hier bricht die Dämmerung an und das Vibrafon weist den Weg zu einem tropischen Fortgang.

Tanzfest

Das Finale beginnt dann auch mit einem kurzen Rückblick auf das stimmungsvolle Ende des dritten Satzes, über eine kurze Passage der Klarinette (Benjamin Dieltjens), um sich dann langsam wiegend zu einem Tanzfest aus Schlagwerk, Trompetenständchen, Paukenschlägen und Ausholern der Posaunen aufzubauen. Letztendlich wird die Symphonie sorgfältig niedergelegt in einer vertrauenerweckenden, kadenzierenden Bewegung, einem Cool-down , das direkt aus dem klassischen Lehrbuch stammt.

Dirigentin Elim Chan leitete das Orchester mit unerschöpflicher Energie und inspirierendem Ausdruck zu großer Höhe. Manchmal schwebte sie über dem Orchester wie ein Adler, um dann wie eine Möwe nach unten zu tauchen, konzentriert und in völliger Kontrolle. Ihr Timing, ihre Nuancierung und ihr Farbgefühl hinterließen einen entscheidenden Eindruck auf das Hörerlebnis des Publikums.

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  • Antwerp Symphony verleiht Symphonie IV von Van Hove Flügel
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