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Klassik Zentral

Schubertiaden Hohenems: Klavierduo und Gesang, viel Gesang

Schubert ohne Gesang? Das gibt es nicht. Schubert ohne Klavier? Undenkbar. Das Klavier war für den jungen Franz eigentlich sein Orchester. Hätte er die Gelegenheit gehabt, hätte er viel mehr für Orchester komponiert und weniger für Klavier.

Schuberts viel zu früher Tod – was ist das denn für ein Alter zum Sterben, 31 Jahre? – und der Schatten der großen Beethoven über ihm, aber auch noch Mozart und anderes mehr, das führte dazu, dass er weniger für Orchester schrieb, als er gerne gewollt hätte. Und so beschenkte er die Welt für kommende Jahrhunderte mit wunderschönen Klavierwerken, darunter eine Reihe von vierhändigen Kompositionen.

Yaara Tal & Andreas Groethuysen

Das erste Konzert, das ich besuchen konnte, war ein Recital des weltberühmten Klavierduos Yaara Tal & Andreas Groethuysen in der Markus-Sittikus-Saal. Diese beiden, ihre vier Hände auf einem Klavier und Schubert? Das gehört zusammen, untrennbar miteinander verbunden. Um einmal umgekehrt zu beginnen: wenn man weiß, dass das Publikum den Saal nicht verlassen würde – das deutlich machend mit einem Applaus, den man selten bekommt – ohne eine Zugabe, und das Duo würde förmlich dazu gezwungen (sozusagen: so ein Publikum leistet keine Gewalt und das ist auch unmöglich nach Schubert, der die Seele streichelt), dann weiß man, dass das Recital in jeder Hinsicht mehr als gelungen war. Zurecht.

Von der Zugabe, die bei dieser ersten Schubertiade nicht gespielt wurde – oder vielleicht doch, denn es gibt keine Notizen darüber – zum vierhändigen Programm von vor 50 Jahren und auch jetzt. Das Duo eröffnete mit dem Rondo D, D 608. Was fiel sofort am meisten auf? Die brillanten Klänge, die das Duo aus dem Klavier zauberte, die außergewöhnliche Akustik der Halle – und das ist keine Floskel, denn zu viele Säle bekommen schnell die Bewertung "gute Akustik", während das gar nicht wirklich so ist – oder die Qualität von Schuberts Partitur, die sowieso für Freude sorgt? Es war eine Symbiose von all dem. Die Melodien und die Grundlage, die reichen Phrasierungen, die Rhythmik, ein Tempo, das glücklicherweise nicht gehetzt wurde. Hier sprach, nein sang Schubert sein x-tes schönstes Lied ohne Worte. Es war erst der Anfang eines Nachmittags, der im Flug verging.

Die so bekannte und beliebte Große Sonate (Sonate in B, D 617) konnte nicht schöner gespielt werden. Genuss, Genuss und nochmals Genuss. Weniger die Seele streicheln und mehr Freude erleben war es mit dem fröhlichen, nicht allzu militärischen "Drei Militärmärsche" D 733. Sie geben den Eindruck, dass Schubert über das Militär eher ein Lachen im Hals hatte und das eher komisch fand.

Mit dem Andantino varié aus "Divertissement sur des motifs originaux Français" D 823 erklang wieder die Wehmut, die in jedem Werk Schuberts auf irgendeine Weise vorhanden ist, ob betont oder nicht.

(Beinahe) abschließen tat das glänzende Duo mit der zu Recht bekannten und immer wieder Genuss und fast Tränen hervorrufenden Fantasie in f, D 940. Was willst du noch mehr und darf nach dieser Zugabe sein? Andreas Groethuysen stellte die Frage laut an das Publikum, aber ja, ach je, der Erfolg, die Atmosphäre, dieser anhaltend wohlverdiente Applaus… Allein dieses Konzert machte die Reise und die Leiden mit der Deutschen Bahn wert.

Chorgesang beschließt den Abend

Handschriftliche Transkription aus 1870 (lange nach Schuberts Tod) der ersten Seite des Teils "Zum Eingang" (Introitus).

Handschriftliche Transkription aus 1870 (lange nach Schuberts Tod) der ersten Seite des Teils "Zum Eingang" (Introitus).

Kennst du sie? Die Deutsche Messe? Dabei habe ich jedenfalls die schönsten nostalgischen Erinnerungen daran. Ich hörte sie schon früher am Tag, als ich umherwanderte und von verschiedenen Museen aus Gesang begleitet von Bläsern in der Ferne hörte. Schnell die Windrichtung mit dem Ohr aufgeschnappt und ja, die Musik kam aus der Kirche. Hineinzugehen bis zur geschlossenen Tür, denn: "Die ÖRF (Österreichisches Fernsehen) nimmt auf". Dann eben ein Viertelstunde oder eine halbe Stunde oder so – ich achtete überhaupt nicht auf die Zeit – an der Tür lauschen. Ja! Die Deutsche Messe von Schubert! Ich war glücklich wie ein Kind, denn wie bereits gesagt: nostalgische Erinnerungen. Es wurde still und ich wanderte weiter zu den verschiedenen Museen, wo man anderswo auf dieser Website darüber liest.

20 Uhr genau, die Pfarrkirche ist zum Bersten voll – praktisch jedes Konzert dieser Schubertiade ist ausverkauft – bringt der regionale Chor religiöse Gesänge. 50 Jahre zuvor waren es die Regensburger Domspatzen (denen fehlen jetzt leider die nötigen Mittel), die den Preis davontrugen. Diese Jungs von damals sind jetzt also alle in ihren Sechzigern, ha, ich bin in guter Gesellschaft… Die lokalen Stimmen haben nicht die durchgeschliffene Ausbildung der Domspatzen, aber es muss gesagt werden, dass sehr hart gearbeitet wurde, um einen nahezu fehlerlosen Weg zu gehen. Schuberts Musik ist etwas anderes als einfache Volkslieder und erfordert Wissen und Einsatz. Das Kammerchor Feldkirch meistert dies und verdient mehr als ein Lob. Organist Johannes Hämmerle unterstützt und alles wird in gute musikalische Bahnen gelenkt durch Dirigent Benjamin Lack.

Als Abschluss bekommen wir dann, worauf ich mit Ungeduld warte: die Deutsche Messe durch den erwähnten Chor und durch die Bläser des Symphonieorchester Vorarlberg. Ein ausgewähltes Ensemble, das hervorragend begleitet. Die Bedeutung des richtigen Verhältnisses, der Unterstützung, das Nicht-Übertönen kann gar nicht genug betont werden. Hier wird genau so gespielt, wie es sein soll, besonders wenn der Chor nicht aus durchweg ernsthafte ausgebildeten Sänger besteht. Und so genoss ich doppelt und dreifach diese Messe, die mich ergriff. Alte Erinnerungen, das Werk selbst mit seinen reichen Melodien, die dem Text treu sind, treu der Religion, für die die Messe komponiert wurde. Das ist, wie es sein soll. Vielen Dank!

Detalhes:

Título:

  • Schubertiaden Hohenems: Klavierduo und Gesang, viel Gesang

Künstler:

  • Yaara Tal & Andreas Groethuysen - Kammerchor Feldkirch, Symphonieorchester Vorarlberg, Organist Johannes Hämmerle, Benjamin Lack

Ort:

  • Hohenems, Österreich

Datum:

  • 1. Mai 2026

Fotografie:

  • Schubertiade Hohenems

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