Ob ein „Freischütze" seine Pfeile auf Wölfe richtete oder ob Wölfe hinter den Freischützen her waren, weiß Ihr Rezensent nicht und es ist eigentlich auch nicht wichtig, denn der Wolf in diesem Fall ist nicht dieses nahe Familienmitglied des Hundes, sondern vielmehr ein Musikensemble, das sich hervorragend mit dem Freischützen, sage Der Freischütz, zu vereinigen weiß.
Wie machtest du umfangreiche Musikwerke wie Opern und Sinfonien bei der breiten Öffentlichkeit bekannt, oder wie brachtest du sie zu Menschen, die sich den Besuch in den teuren Sälen nicht leisten konnten, in einer Zeit, als es noch nicht die geringste Form der Tonaufzeichnung gab, die man zu Hause oder anderswo abhören konnte? Heute ist alles so selbstverständlich in unserer verwöhnten Zeit. Du suchst einfach in einer Suchmaschine nach, zum Beispiel, 'Der Freischütz' und bekommst viel zu viele Optionen. Lassen Sie uns gerne ein wenig in die Zeit zurückkehren, zumindest teilweise, und einen elektronischen Träger kennenlernen, auf dem man sich die 'Werbung' für eine solche Oper im Laufe des 19. Jahrhunderts anhören konnte.
Carl Maria von Weber (1786-1826) war nicht nur ein Vetter von Mozarts Ehefrau Constanze, er war auch ein tüchtiger Komponist, dessen Gesamtwerk eher begrenzt blieb. Sein bekanntestes Werk ist zweifellos Der Freischütz, eine romantische Oper. Es ist ein spätes Werk, das in seiner Kompositionsweise „revolutionär" war, so interessant sogar, dass Richard Wagner es sich zum Vorbild nahm und sich stark darauf stützte.
Die fragliche Oper verdiente mehr Aufmerksamkeit, damit jeder Lust bekam, sie sich anzuhören. Das konnte nicht nur mit Plakaten und Rezensionen in Zeitungen erreicht werden, sondern sicherlich auch mit Bearbeitungen für kleinere Ensembles, darunter oft Bläserensembles. So nahm Karl Flachs aus Berlin die Partitur zur Hand und bearbeitete sie 1822, sehr kurz nach der Uraufführung der Oper, für Holzbläser. Flachs beschränkte sich auf das Wesentliche der Oper, sagen wir die Ouvertüre und alle wichtigen Gesangsstücke (Solo und Chor). Die Bearbeitung wurde fast so populär wie die Oper selbst, aber der Bearbeiter blieb ein stiller Unbekannter.
Das Holzbläserensemble Wolf aus unserem eigenen Land, das 2012 gegründet wurde, hat nun – endlich – eine Aufnahme dieser Bearbeitung realisiert 'Der Freischütz, romantische Oper, C. M. v. Weber, arrangirt in Harmoniemusik' wie das Titelblatt angibt, und ergänzt mit Originalblassstücken von Weber selbst: ein wiederentdecktes Adagio und Rondo und einen fröhlichen Walzer mit Trio, der die Aufnahme einladend abschließt. Jean-Philippe Poncin, der das Ensemble Wolf leitet, und seine Kollegen gruben tief in den Archiven, entdeckten und korrigierten zahlreiche Fehler, die in alte Aufnahmen eingedrungen waren, und 'restaurierten' das Werk gründlich in Zusammenarbeit mit Guy Van Waas, der dem Ensemble von Anfang an sehr viel moralische Unterstützung gab und noch immer gibt. Das Ergebnis der vielen Arbeit ist eine Aufnahme, die du wirklich hören musst, und wenn du das getan hast, wird es nicht dabei bleiben.
Das Ensemble Wolf ist ein Garant und mit dieser Aufnahme, die eine starke Referenz ist, wird es (hoffentlich) noch an vielen Orten volle Säle füllen können. Machen Sie sich selbst und andere glücklich und besorgen Sie sich die CD oder digitale Aufnahme und genießen Sie.





