Das renommierte Fachmagazin Opernwelt verlieh die jährlichen Auszeichnungen. Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, war während der Amtszeit von Intendant Bernard Foccroule und Generalmusikdirektor Antonio Pappano Dramaturg an der KMS in Brüssel. 2002 wurde er Intendant der Oper in Frankfurt. (L.M.)
Zum siebten Mal wurde die Frankfurter Oper in der diesjährigen Umfrage durch das führende Fachmagazin „Opernwelt" zum „Opernhaus des Jahres" gekürt – sechsmal unter der Leitung von Bernd Loebe. Mit einem sicheren Gespür für ein dramaturgisch plausibles, innovatives und vielfältiges Programm und die Wahl der richtigen Regisseure für eine große Vielfalt an Werken hat das Haus erneut bewiesen, dass Oper attraktiv sein kann, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht nicht der Fall wäre.
Ein Beispiel ist die 'Wiederentdeckung des Jahres', die vergessene Oper The First People von Rudi Stephan aus dem Jahr 1914, die 1920 posthum in Frankfurt Premiere hatte und nun, 103 Jahre später, erneut im selben Haus aus dem Staub geholt wurde. Eines der beiden Bühnenwerke, das mit derselben Stimmenzahl zur 'Premiere des Jahres' gewählt wurde, kam auch an den Main – das kompakte, poetisch anmutende Musiktheater Blühen von Vito Žuraj auf ein Libretto von Händl Klaus. Der slowenische Komponist teilt diesen Titel mit Charles Tournemire, dessen Oper La Légende de Tristan fast 100 Jahre nach ihrer Entstehung zum ersten Mal im Ulmer Theater aufgeführt wurde.
Es gab Einigkeit über die Wahl des 'Chores des Jahres'. Dieser Preis ging wie im Vorjahr an den Chor der Oper Frankfurt, der unter der Leitung von Chordirektor Tilman Michael besonders für seine exzellenten Darbietungen in Hercules von Georg Friedrich Händel und in Die Meistersinger von Nürnberg von Wagner ausgezeichnet wurde.
Nach Kirill Serebrennikov wurde der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov 2022 erneut in der Kategorie 'Regisseur des Jahres' geehrt. Tcherniakov erhielt die Auszeichnung für seine ehrgeizige Interpretation von Wagners Der Ring des Nibelungen bei der Staatsoper Berlin und besonders für seine tiefgründige, klare und politisch sensible Durchdringung von Sergei Prokofjews mehrdeutigem Tolstoj-Setting Krieg und Frieden bei der Bayerischen Staatsoper in München, wobei auch die 'Leistung des Jahres' gewählt wurde.
Der Serien-Gewinner in der Kategorie 'Orchester des Jahres', das Bayerische Staatsorchester, das 2023 sein 500-jähriges Jubiläum feiert, ist auf der Isar basierend darauf. Kirill Petrenko, der ehemalige Generalmusikdirektor dieses Orchesters, der nun die gleiche Position bei den Berliner Philharmonikern innehat, wurde zum „Dirigent des Jahres" gewählt. Ausschlaggebend war Petrenkos feinfühlige und äußerst nuancierte Dirigierweise von Richard Strauss' Frau ohne Schatten beim Baden-Baden Festival.
In den Kategorien „Sänger des Jahres" und „Nachwuchssänger des Jahres" gab es klare Favoriten. Michael Volle wurde für seine glänzenden Rollenporträts als Wotan in Wagners Ring und als Hans Sachs in den Meistersingern von Nürnberg ausgezeichnet, Konstantin Krimmel für seine hervorragenden Interpretationen in Opern von Mozart, Hosokawa und Haas sowie für die Neuaufnahme von Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin.
Der Titel „CD des Jahres" wird geteilt zwischen der Aufnahme von Dessaus Lanzelot (audite) und Händels Theodora. Im „Buch des Jahres" gingen Jörn Peter Hiekels Band Helmut Lachenmann und seine Zeit und Barrie Koskys Hallo, Vorhang auf! als Gewinner hervor.
Die Kritiker bewerteten die achtständige Aufführung von Olivier Messiaens Heilige Franziska von Assisi an der Staatsoper Stuttgart, inszeniert von Anna-Sophia Mahler, als das „ungewöhnlichste Opernserlebnis des Jahres". „Bühnenbildner des Jahres" war Michael Levine (für enden, der Oper, die Puccini unvollendet hinterließ, eine ergreifende Hommage an den Meister von Lucca. in Amsterdam und Madame Butterfly in Bregenz), und „Kostümdesigner des Jahres" war Giuseppe Palella (für Alessandro in Indien beim Barock-Festival Bayreuth).
Neben diesem Bericht der Opernwelt äußerte sich Bernd Loebe wie folgt: „Die Oper Frankfurt darf sich zum siebten Mal ‚Opernhaus des Jahres' nennen und gewinnt in vier Kategorien. Das ist keineswegs garantiert; vielmehr geht es um harte und ausdauernde Arbeit, verbunden mit professioneller und künstlerischer Exzellenz. Ich möchte allen Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz danken und freue mich über diese fantastischen Auszeichnungen der Fachpresse in diesem Jahr. Chordirektor Tilman Michael und sein Ensemble beweisen erneut, dass Musiktheater viel mehr ist als „nur" schön zu singen. Darüber hinaus gibt es nicht viele Opernhäuser, die mit der gleichen Regelmäßigkeit Uraufführungen durchführen; Für uns ist die Neudefinition und Bereicherung der Opernliteratur ein integraler Bestandteil – dieses Mal hat Komponist Vito Žuraj mit Blühen besonders überzeugt. Und nicht zuletzt freue ich mich sehr, dass Sebastian Weigle die richtige Entscheidung getroffen hat."






