Am vergangenen Wochenende traten wettbewerbsfähige und talentierte Sänger auf der Bühne des BOZAR auf, um den begehrten Königin-Elisabeth-Gesangswettbewerb auf ihrer Siegerliste zu verzeichnen. Der Koreaner Teahan Kim war der Finalist und Superstar des Abends.
Das quirlige Quartett – die Sopranistinnen Lissa Meyvis und Alexandra Franck, Bariton Jokke Martens und Pianist/Tenor Lester Van Loock – schlagen andere Wege ein, um ihr Talent dem Publikum zu zeigen. Sie lernten sich vor über zehn Jahren in einem Meisterkurs in Deutschland kennen und fühlten sich in gegenseitiger Gesellschaft wohl. Sie bauten sich individuelle Karrieren auf, wagten sich aber auch an ein erstes gemeinsames Projekt. Kein steif arrangiertes Konzert, sondern eine freundschaftliche Verbindung in einem angenehmen und warmen Miteinander.
Es gibt nichts Gekünstteltes an ihrem Auftritt. Natürlichkeit ist Trumpf mit Fokus auf Qualität. Es gibt immer Raum für Soli, es gibt Duette und Chorgesang. Sie verstehen es meisterhaft, immer wieder mit funkelnden Interventionen ein kohärentes Ganzes zu schaffen, das für die nötige Würze sorgt. Ihre Liebe zur Musik und die Wärme ihrer Freundschaft sind die Kraft und die Säulen der Konzerte von Ode an die Freunde. Inzwischen haben sie bereits viele Kilometer und Erfahrung hinter sich, und ihr Talent und ihre Bühnenpräsenz sind gereift.
Just Friends
Mit Effekten und Schnickschnack zu beeindrucken ist nicht immer der Eleganz der Einfachheit vorzuziehen. Musik machen und singen wie atmen, mit einer Ungezwungenheit und Freude, die ansteckend wirkt. Das ist die magische Formel des Quartetts »Ode an die Freunde«. Nicht mehr und nicht weniger. Raffiniert, kunstvoll und ausgewogen haben sie an einem fünften abendfüllenden Konzert gefeilt. Eine hervorragende Schaufenster für Technik und Virtuosität. Mit ihrer Repertoirewahl, einem breiten Spielfeld, unterstreichen sie ihre Vielseitigkeit. Es werden nicht nur bekannte Werke aufgeführt, sie lassen das Publikum die unerschöpfliche Schatzkammer der Musik entdecken. Verpackt in ein buntes Spektakel, von dem Energie ausgeht. Vielfältig und dennoch kohärent mit Musik als gemeinsamen Nenner.
Ausstattung
Außer dem Konzertflügel ist die Bühne leer, abgesehen von einem Podest mit einem alten Telefon. Dieses wird als Running Gag eingesetzt. Mit ihren wunderschönen Stimmen und dem Klavier füllen sie den Raum.
Die Freundschaft steht im Mittelpunkt dieses Konzerts. Eröffnet wird mit »Lean on Me« von Bill Withers, dem amerikanischen Singer-Songwriter. Sie verwandelten es in ein Kleinod von Close Harmony. Dieses Lied wurde 2010 in die Liste »The 500 Greatest Songs of All Time« aufgenommen.
Obwohl die Arie für einen Tenor geschrieben wurde, rührt Jokke Martens das Publikum mit seinem kräftigen Bariton in »Nessun Dorma « aus Puccinis Oper Turandot.
»It Takes Two« von Stephen Sondheim, einer der wichtigsten Persönlichkeiten des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts, erfordert zwei Interpreten. Alexandra Franck und Jokke treten im Duett auf, am Klavier begleitet von Lester Van Loock. Ein Text voller Raffinesse und Mehrdeutigkeit.sten Das Telefon klingelt und Alexandra Franck wirft sich in »
The Telephone Aria« von Gian Carlo Menotti aus der englischsprachigen komischen Oper. Alexandra ist eine geborene Komödiantin. Ein gewöhnliches, alltägliches Gespräch erhält hier musikalische Relevanz. Man hängt wirklich an ihren Lippen und genießt ihre glänzende Mimik und Körpersprache. Lissa Meyvis begibt sich ins Märchenland mit dem süßlichen »
Lissa Meyvis gaat de sprookjestoer op met het zoetgevooisde ‘Eines Tages kommt mein Prinz aus dem Animationsfilm Schneewittchen. In starkem Kontrast dazu steht das Lied "Unstillbare Liebe von Hugo Wolf auf ein Gedicht von Eduard Mörike, in dem mit psychologischer Raffinesse die Grenzen der Liebe erforscht werden. Harmonische Nuancen und pianistische Textur sind untrennbar mit dem Text verbunden.
Lester Van Loock überrascht mit einer eigenen Komposition "NocturneDas ist eine elegante, ausdrucksstarke Melodie mit experimentellen Harmonien.
Jokke Martens hat sich als leidenschaftlicher Kaffeeliebhaber geoutet – ein Guilty Pleasure, das er mit Pianist Lester Van Loock teilt. Er interpretiert "
The Coffee Song" des legendären Frank Sinatra mit Leib und Seele und würzt das Ganze mit seiner Ukulele.Das Lied "You'll Never Walk Alone" aus dem Musical Carousel von Richard Rodgers & Oscar Hammerstein wird weltweit als Aufmunterungslied auf Fußballplätzen gesungen. Lester Van Loock hat es zu einem gefühlvollen Stück bearbeitet, in dem die vier Stimmen wunderbar verschmelzen.
Als Kontrast und Abschluss des ersten Teils ein fröhliches Liedchen von Aaron Copland, in dem eine ganze Reihe von Bauernhoftieren Revue passieren.
Nach der Pause eröffnet das Quartett mit einem stimmungsvollen und amourösen ukrainischen Volkslied.

Die Forelle
‘von Franz Schubert, ursprünglich für Gesang und Klavier komponiert, erhält eine ganz andere Tönung, wenn Jokke sich selbst auf der Ukulele begleitet. Alexandra Franck bringt eine wunderbare Version des Liedes "
Vincent" von Don McLean. Sie hat es ins Niederländische übersetzt und begleitet sich selbst am Klavier.Der Begleiter Lester Van Loock wird etwas mürrisch, als auch Lissa Meyvis ankündigt, dass sie ihn nicht braucht. Sie bringt eine besonders gefühlvolle A-capella-Interpretation der Hymne "
Amazing GraceLester Van Loock glänzt erneut am Klavier mit einem Werk von Mozart. Dieser schrieb auf das Volkszählreim "Immer ist Hänschen krank, mitten in der Woche, aber sonntags nicht" zwölf verschiedene Variationen, die Lester wunderbar zu färben versteht.Lissa Meyvis besingt auf schelmische Weise ihre Liebe zum Klavier in "I Love A Piano" von Irving Berlin. Lester van Loock gibt instrumental üppig Gegenfeuer.
Alexandra und Jokke sorgen mit einem Duett aus dem Musical Porgy and Bess von George Gershwin für einen Moment der Besinnlichkeit. Das besonders schöne "
Lissa Meyvis bezingt op een schalkse manier haar liefde voor de piano in ‘I Love A Piano’ van Irving Berlin. Lestenr van Loock geeft instrumentaal exuberant weerwerk.
Alexandra en Jokke zorgen voor een moment van verstilling met een duet uit de musical Porgy and Bess van George Gershwin. Het bijzonder mooie ‘Bess You is My Woman'.
Auch The Beatles kommen mit dem Lied vor 'With A Little Help From My Friends'. Das Quartett macht es zu ihrer eigenen Angelegenheit mit Notengirlanden in kristallklaren Tönen. Eine vokale Implosion.
Sie schließen den Kreis mit dem Eröffnungslied 'Lean On Me'. Sie vereinigen sich rhythmisch und musikalisch.
Ode an die Freunde: vier Persönlichkeiten, die Gruppendynamik ausstrahlen. Ihre Auftritte haben etwas Vulkanisches. Sie lieben Strapazen und halten das Publikum mit Humor, Schönheit und Überraschungen auf Trab. 'Just Friends' ist erneut eine begeisternde Aufführung. Unsere Glückshormone Endorphin, Dopamin und Oxytocin sind wieder aufgefüllt.
Sowohl gesanglich als auch in der Intensität liefern sie starke Leistungen ab.
Das Publikum war euphorisch und erzwang so manch Zugabe. Ihrem Namen entsprechend gehörte auch 'Ode an die Freude' von L. Van Beethoven dazu
LABEL: Ensemble Ode an die Freunde (Lissa Meyvis, Lester Van Loock, Jokke Martens, Alexandra Franck)
WAS: Just Friends
Musik: Bill Withers, Puccini, Stephan Sondheim, Gian Carlo Menotti, Hugo Wolf, Lester Van Loock, Richard Rodgers & Oscar Hammerstein, Aaron Copland, W.A. Mozart, George Gershwin, The Beatles, L. Van Beethoven
ORT: Schwarzer Saal, Fakkeltheater
WANN: Sonntag, 4. Juni – 15 Uhr





