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Klassik Zentral

Nihad Hrustanbegovic wird Vivaldi

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***** Die Vier Jahreszeiten des rothaarigen Pfarrers Antonio Vivaldi (1678–1741) haben etwas mit Bachs Goldberg-Variationen gemeinsam. Alle Musiker möchten sie auf ihrem Instrument aufführen, ob nun Violine, Saxophon, Marimbaphon oder in diesem Fall Akkordeon. Geht das einfach so? Nicht immer, aber manchmal durchaus…

 Über unsere Facebook-Fanseite kamen wir in Kontakt mit dem in den Niederlanden wohnenden bosnischen Akkordeonisten Nihad Hrustanbegovic. Er nahm die Vier Jahreszeiten auf und präsentierte die CD in einem gut besuchten und begeistert aufgenommenen Konzert im Concertgebouw von Amsterdam. Wie bei der CD mit den Goldberg-Variationen auf Akkordeon müssen wir uns bei dieser Aufführung unsere Ohren erst daran gewöhnen. Es gibt einen wesentlichen Unterschied, die erwähnte Bach oder die Vivaldi aufzuführen. Beide Werke sind äußerst schwierig und werden manchmal unterschätzt und zu oberflächlich aufgeführt, aber Vivaldis Jahreszeiten liegen dem Ohr schmeichelhafter im Ohr als Bachs Variationen. Man darf zudem davon ausgehen, dass die Aufführung eines Orchesterwerks auf Akkordeon (oder anderem Tasteninstrument) ohnehin mehr Anstrengung erfordert als die bekannten Bach-Variationen auf einem anderen Tasteninstrument zu spielen, etwa auf einem Cembalo, gerade weil sie für Klavier geschrieben sind und nicht für ein Orchester wie die Vier Jahreszeiten.

 Hrustanbegovic hat sich um eine möglichst getreue Wiedergabe der Originalpartitur bemüht. Eine Aufgabe, der man nicht leicht widersprechen kann – denn ein Orchesterwerk so umzuarbeiten, dass es solistisch auf Akkordeon gespielt werden kann, ohne der Partitur Gewalt anzutun, das ist eine Aufgabe, die bislang noch niemand auf sich genommen hat. Man muss sagen, dass das intensive Studium der Partitur und der Literatur über diese Vier Jahreszeiten durch den Akkordeonisten Früchte getragen hat. Der Barockcharakter leidet überhaupt nicht darunter. Außerdem nutzt Hrustanbegovic die Register geschickt und begrenzt den Bordun, wodurch die vielen Details, die dem Werk seinen einzigartigen Charakter verleihen, vollständig zur Geltung kommen.

 Der Akkordeonist vermittelt durchweg gut, was Vivaldi alles in seine Vier Jahreszeiten hineingepackt hat. Das ist mehr als nur fröhliche oder düstere Melodien und Akkorde. Wir werden hier nicht noch einmal detailliert darauf eingehen, aber wer mehr über den Inhalt von Vivaldis Werk erfahren möchte, findet reichlich Informationen auch in deutscher Sprache (guter Punkt!) im Booklet der CD. Wer denkt, dass das Akkordeon nur gut dazu geeignet ist, Volksmusik zu begleiten, der irrt sich – und das wissen wir schon lange. Dennoch muss immer wieder betont werden, dass es ein großes Repertoire an Originalmusik gibt, Musik manchmal von erstaunlich hohem Niveau. In Osteuropa konnte sich das Akkordeon zum Konzertinstrument entwickeln, besonders nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die vielen neuen Kompositionen sind dafür ein Beweis, aber die ausgezeichnet ausgebildeten Akkordeonisten wollen auch mal etwas anderes als zeitgenössische Werke spielen und aus diesem Grund unter anderem machte sich Nihad Hrustanbegovic an Vivaldis Vier Jahreszeiten heran. Gewagt? Allerdings! Gelungen? Allerdings! Jedem musikalischen Anspruch des Genies Vivaldi wird Genüge getan. Ach, manchmal hört man zwar ‚etwas Merkwürdiges',

 aber das ist dann der Registerwechsel (den man manchmal auch bei Orgeln hört). Der Grund, warum sich der Akkordeonist für dieses wohlbekannte Werk entschied, ist zu beweisen, dass das Akkordeon mehr Aufmerksamkeit verdient. Er will beweisen, dass sein Instrument einen gleichberechtigten Platz unter den anerkannten Konzertinstrumenten beanspruchen darf. Wohlan, diese Beweise erbringt er, und wir können nur wünschen, dass seine Beweise für ihn, seine Kollegen und kommende Generationen bekräftigt werden und diese den eingeschlagenen Weg erfolgreich weitergehen. Antonio Vivaldi: Die Vier Jahreszeiten

Detalhes:

Ausgeführte Werke:

Zefir Records

Etikett / Herausgeber:

  • ZEF 9640

Referenznummer:

  • oEmbed (JSON)

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