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Klassik Zentral

Mit Maya Levi auf der Bühne

Sonntagmorgen, 14. September: Das Bozar wurde zum Schauplatz eines atemberaubenden Konzerts, das das Publikum noch lange in Erinnerung behalten wird. In einer intimen Atmosphäre, mit den Zuhörern um die Musikerinnen auf der Bühne herum, schufen die Violinistin Maya Levy und die Pianistin Marina Saiki einen Raum, in dem jede Note direkt und intensiv erlebt wurde. Was diesen Morgen so besonders machte, war die Verbindung aus virtuoser Beherrschung und unbändiger Leidenschaft, die beide Künstlerinnen mit selbstverständlicher Natürlichkeit ausstrahlten.

Noch bevor das erste Werk erklang, gab es Grund zum Feiern. Maya Levy erhielt offiziell den Caecilia-Preis 2023 der Vereinigung der Belgischen Musikpresse überreicht – eine Auszeichnung, die ihre Position als eine der bedeutendsten belgischen Musikerinnen ihrer Generation unterstreicht. Dass sie diese Ehrung in dem Moment empfangen durfte, in dem sie das Publikum so dicht um sich versammelt hatte, verlieh dem Konzertanfang einen besonders festlichen und ergreifenden Charakter.

Die Eröffnung mit Sômei Satôs „Birds in Warped Time II" war ein Volltreffer. Marina Saiki baute eine Klanglandschaft aus sich wiederholenden Arpeggien auf – wie ein mechanisches, aber beseeltes Uhrwerk, das niemals stillsteht – während Maya Levy darüber Melodien zog, die zugleich ätherisch und geladen klangen. Das Zusammenspiel zwischen japanischer Subtilität und europäischer Raffinesse wurde hier greifbar und hielt das Publikum in gespannter Aufmerksamkeit.

In Karol Szymanowskis Sonate d-Moll op. 9 zeigten beide Musikerinnen ihr Vermögen, jugendliche Glut und erwachsene Ausdruckskraft zu vereinen. Marina Saiki ließ die großzügig angelegten Klavierpassagen mit einer Klangpalette singen, die von funkelnder Kraft bis zu samtiger Zartheit reichte, während Maya Levy die Violinstimme mit einer Intensität gestaltete, die von ihrer tiefen Affinität zu diesem Repertoire zeugte. Besonders im langsamen Satz erklang ein ergreifender Dialog, in dem die Kontraste zwischen Pizzicato und lyrischem Bogenstrich zu inniger Ausdruckskraft erhoben wurden.

Mit Ravels virtuoser „Tzigane" erreichte der Morgen seinen Höhepunkt. Dieses Werk, berüchtigt für seine technischen Schwierigkeiten, wurde von Maya Levy mit einer Bravour vorgetragen, die das Publikum in Verzückung versetzte. Ihre Guarneri-Violine von 1702 klang in ihren Händen wie ein Instrument, das keine Geheimnisse mehr kannte, und jedes Glissando, jeder Doppelgriff und jedes blitzartig gespielte Pizzicato floss mit bestechender Selbstverständlichkeit aus ihrem Spiel. Marina Saiki unterstützte dieses Feuerwerk mit einem reichen, pulsierenden Klang, der die Energie immer weiter aufstaute, bis zur überwältigenden Schlusssteigerung.

Beide Künstlerinnen verfügen über beeindruckende Erfolgsbilanzen. Maya Levy, Preisträgerin des Karol-Szymanowski-Wettbewerbs und von Supernova, und seit kurzem mit dem renommierten Caecilia-Preis geehrt, bestätigte erneut ihren Platz in der internationalen Elite. Marina Saiki, ausgebildet am CNSMD in Paris und unterstützt von beispielsweise der Meyer-Stiftung, zeigte, warum sie weltweit für ihren raffinierten Anschlag und ihr Vermögen gerühmt wird, Licht und Menschlichkeit durch Musik zu vermitteln.

Was dieses Konzert so außergewöhnlich machte, war nicht nur die tadellosen Technik oder das sorgfältig zusammengestellte Programm, sondern vor allem die Leidenschaft, mit der beide Musikerinnen ihr Publikum mitreißen konnten. Ihr Spiel war nicht bloß eine Demonstration von Meisterschaft, sondern ein gemeinsames Erlebnis, in dem Leidenschaft und Beherrschung zu reiner Poesie verschmolzen. Das Publikum um sie auf der Bühne war nicht nur Zuschauer, sondern Teilhaber an einer musikalischen Reise, die tiefe Spuren hinterließ.

Detalhes:

Título:

  • Mit Maya Levi auf der Bühne

Künstler:

  • Maya Levy (Violine) Marina Saiki (Klavier)

Ort:

  • Bozar, Brüssel

Datum:

  • 14. September 2025
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