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IYAP @ AMUZ – Seelen in Bewegung, eine Reise durch Klang und Ewigkeit

Am Samstag, den 23. August fand in AMUZ die jährliche International Young Artist's Presentation (IYAP) statt, eine Initiative des Musica Impulscentrum und AMUZ. Dieses besondere Ereignis brachte junge Ensembles zusammen, die sich an alte Musik wagten, wobei junges Talent sich mit der zeitlosen Kraft des Klangs verband. Es war kein Wettbewerb, sondern eine Begegnung zwischen Zeiten, Stimmen und Stille, zwischen jungen Seelen und alten Welten.

In den Tagen vor dem Konzert wurden die jungen Musiker intensiv von Mentoren wie Lore Binon und Peter Van Heyghen betreut. Sie arbeiteten nicht nur an technischen Fähigkeiten, sondern halfen den Musikern auch, das tiefere Wesen der Musik zu entdecken. Dies führte zu sechs konzentrierten Konzerten, jedes etwa eine halbe Stunde lang, in denen sich die Seele jedes Ensembles entfaltete – zerbrechlich, kraftvoll und immer authentisch.

Die Programmzusammenstellung und die Reihenfolge der Konzerte waren sorgfältig gewählt. Jedes Ensemble passte perfekt ins Ganze, mit einer Dynamik, die die Vielfalt der alten Musik wunderbar zum Ausdruck brachte. Die Techniker verdienen eine besondere Erwähnung für ihre fachkundige Arbeit: Nach jedem Konzert wurde die Bühne schnell und professionell für das nächste Ensemble vorbereitet, wodurch die Übergänge reibungslos verliefen.

Auch die Choreographie der Ensembles war bemerkenswert. Es war deutlich, dass jede Gruppe gut überlegt hatte, wie sie ihr Konzert visuell präsentieren würde: vom Betreten der Bühne bis zur Interaktion zwischen den Musikern und der Beleuchtung. All diese kleinen, aber durchdachten Details trugen zu einem tieferen Musikerlebnis bei und hielten die Aufmerksamkeit des Publikums fest, selbst in den Stille zwischen den Noten. So wurde die Aufführung nicht nur eine Frage des Klangs, sondern auch der Bewegung – ein harmonisches Zusammenspiel der Sinne.

10:00 – Café 1830: Ein Ruf zur Erkundung

Der Tag öffnete sich bescheiden mit Café 1830, einem Duo, das mit Klarinette (Marguerite Neves) und Gitarre (Élodie Bruzstowski) eine intime Salonsstimmung heraufbeschwor – als würden wir in ein Hauskonzert des 19. Jahrhunderts gleiten. Die ungewöhnliche Kombination aus Klarinette und Gitarre erwies sich als überraschend wirkungsvoll als Tagesauftakt: Ihr Auftritt war erfreulich, weckte Neugier und Lust auf mehr. Ein charmantes Detail war die Begrüßung auf Niederländisch durch Neves, mit der das Duo sofort eine herzliche Verbindung zum Publikum schuf.

Neves' historische Klarinette zeichnete sich durch einen warmen, runden Klang aus, der jeder Phrase einen poetischen Glanz verlieh. Bruzstowskis romantische Gitarre flüsterte beinahe – eine subtile, verfeinerte Begleitung, die Platz für Nuance und Ausdruck ließ. Zusammen führten sie ein musikalisches Gespräch, in dem technische Finesse mit emotionaler Offenheit Hand in Hand ging.

Das Sonata Concertata von Niccolò Paganini (1782-1840) tanzte vorbei mit leichtfüßiger Virtuosität – wie eine musikalische Notiz, flüchtig in das Reisetagebuch eines Romantikers eingetragen. Die Phrasierung blieb leicht und klar, mit sorgfältig aufgebautem Dynamik, die immer wieder ein Gefühl der Nähe hervorrief. Die beiden Walzer opus 69 von Fryderyk Chopin (1810-1849) riefen die Wehmut der Romantik auf, mit ihrem harmonischen Reichtum und eleganten Linien. Hier zeigte Bruzstowski ihre Feinfühligkeit für Farbe und Detail, während Neves ihre Klarinette mit sanfter Melancholie singen ließ. Das Schwanenlied von Fanny Hensel (1805-1847) wurde eine stille Überlegung, getragen von Nostalgie und milder Traurigkeit – eine Stimme aus der Vergangenheit, die ihren Weg in die Gegenwart fand.

Bemerkenswert war, dass nur ein Werk auf dem Programm, die funkelnde Serenade von Iwan Müller (1786-1854), ursprünglich für diese Besetzung geschrieben war. Die anderen Stücke waren Eigenbearbeitungen von beliebten Werken aus dem frühen 19. Jahrhundert. Diese Arrangements, sorgfältig und gefühlvoll ausgearbeitet, bewiesen, dass diese Klangkombination auch außerhalb des bestehenden Repertoires zu überzeugen wusste. Die Ausschnitte, die sowohl den Anfang als auch das Ende des Rezitals umrahmten, brachten eine lebendige Leichtigkeit – eine Hommage an die kleine Geste. Mit feinen Artikulationen und einer transparenten Textur wurde es zu einer Miniatur voller Bedeutung: klein in Umfang, groß in Aussagekraft. von Fryderyk Chopin (1810-1849) weckten die Wehmut der Romantik auf, mit ihrem harmonischen Reichtum und eleganten Linien. Hier bewies Bruzstowski ihre Feinfühligkeit für Farbe und Detail, während Neves ihre Klarinette mit sanfter Melancholie singen ließ. Das Schwanengesang von Fanny Hensel (1805-1847) wurde zu einer stillen Betrachtung, getragen von Nostalgie und mildem Trauer – eine Stimme aus der Vergangenheit, die ihren Weg in die Gegenwart fand.

Bemerkenswert war, dass nur ein Werk auf dem Programm, die funkelnde Ständchen von Iwan Müller (1786-1854), ursprünglich für diese Besetzung geschrieben war. Die anderen Stücke waren eigene Bearbeitungen beliebter Werke aus dem frühen 19. Jahrhundert. Diese Arrangements, sorgfältig und gefühlvoll ausgearbeitet, bewiesen, dass diese Klangkombination auch außerhalb des bestehenden Repertoires zu überzeugen wusste.

Die Auszüge aus der Ständchen, die sowohl den Anfang als auch das Ende des Rezitals rahmten, brachten eine lebendige Leichtigkeit – eine Ode an die kleine Geste. Mit feinen Artikulationen und transparenter Textur wurde es zur Miniatur voller Bedeutung: klein an Umfang, groß an Aussagekraft.

Was dieses Duo besonders machte, war die hörbare Verbundenheit. Sie waren perfekt aufeinander abgestimmt, spielten virtuos ohne Prahlerei und strahlten Freude sowohl im Zusammenspiel als auch in der Interaktion mit dem Publikum aus. Das Programm bot eine vielfältige Auswahl, die nicht nur ihr technisches Können zur Schau stellte, sondern auch ihre musikalische Vorstellungskraft.

In der intimen Atmosphäre des Café 1830 schien die Zeit einen Moment innezuhalten. Dies war mehr als eine Reihe von Aufführungen – es war eine Einladung zur Entdeckung, eine gemeinsame Reise durch vergessene Klänge und neue Perspektiven. Die Musiker waren nicht bloß Ausführende, sondern Mitreisende in der Musik, mit Raum für Spontaneität, Dialog und Staunen.

Das Café 1830 machte Lust auf mehr. In diesem musikalischen Salon hätte man gerne noch ein Weilchen sitzen bleiben.

11:00 – Auroras Mestizas: wo europäischer Barock und lateinamerikanische Leidenschaft aufeinandertreffen

Auroras Mestizas überwältigte das Publikum mit einem Meer von Emotionen und einer Klangpalette, die sowohl stürmisch als auch subtil wirkte. Unter dem Motto "Liebe, trotz göttlicher Stürme" brachte das Ensemble Barockmusik aus Europa und Lateinamerika in einen faszinierenden, tiefempfundenen Dialog zwischen zwei Welten zusammen. Die programmatische Fülle und emotionale Schichtung packten von der ersten Note an. Obwohl wir zwei Jahrhunderte in der Zeit zurückgingen, störte das überhaupt nicht: Das Programm war wunderbar abwechslungsreich, mit bekannten europäischen Komponisten neben für mich weitgehend unbekannten lateinamerikanischen Namen – gerade diese letzteren waren die größte Überraschung. Das Ensemble verstand es, einen von der ersten Note an in eine Geschichte mitzunehmen; eine ansteckende musikalische Reise, die den Eindruck erweckte, man würde gerne mit ihnen nach Lateinamerika aufbrechen, um noch mehr fesselnde Werke zu entdecken. Das Ensemble eröffnete mit dem Adagio aus der Violinsonate in g, opus 5 Nr. 5 von Arcangelo Corelli (1653–1713). Dieser verhaltene, aber geladene Anfang enthüllte sofort die musikalische Affinität und verfeinerte Phrasierung der Gruppe. Der warme Klang und die präzise Intonation zogen das Publikum sanft in die Atmosphäre hinein, wie die erste Welle eines vielversprechenden Sturms.

Daraufhin entfaltete sich ein thematisch reiches Programm, in dem europäischer und lateinamerikanischer Barock nahtlos ineinander übergingen. Die selten aufgeführte Kantate "De aquel immenso mar" von Roque Ceruti (1683–1760) bildete einen ersten Höhepunkt. Sopranistin Edilsa Samanez gab dieser Kantate eine ergreifende Interpretation, mit einer Stimme, die zugleich tiefempfunden und rhetorisch kraftvoll war. Ihre kräftige, doch verletzliche Stimme drückte das Paradoxon der Liebe – Sturm und Stille – spürbar aus. Sie wechselte mühelos zwischen intensiven, leidenschaftlichen Passagen und flüsternden Momenten der Versunkenheit, womit sie das immense Meer aus dem Titel zum Leben erweckte.

Samanez berührte den Saal zutiefst mit ihrer intensiven und ausdrucksstarken Stimme. Um sie herum klang ein reiches Orchester aus Theorbe, Viola da Gamba, Cembalo und Streichern, das das Publikum in ein wogende Klangmeer mitnahm. Jedes Instrument trug zu einem farbenfrohen Teppich von Texturen bei, der nicht nur barocke Pracht ausstrahlte, sondern auch die feurige Emotionalität lateinamerikanischer Wurzeln.

In der "Affetuoso" Sinfonia da camera in e, opus 2 Nr. 5 von Nicola Porpora (1686–1768) erklang eine zarte Beruhigung, getragen vom Streichensemble mit harmonischer Subtilität. Das Gleichgewicht zwischen melodischer Einfachheit und expressiver Tiefe wurde sorgfältig bewahrt, mit einer zentralen Rolle für Jose Huamani auf der Viola da Gamba, dessen Spiel wie eine grollende Unterströmung die Musik emotional verankerte. Die Arie "Aiutatemi a morire" aus der Kantate "Olimpia" von Alessandro Scarlatti (1660–1725) brachte Samanez mit ergreifender Intensität zu Gehör. Ihre dramatische Vielseitigkeit kam hier vollständig zum Ausdruck: jede Note beladen mit Bedeutung, jede Stille sprach Bände. Die einfühlsame Begleitung durch Theorbenspieler Giorgios Kakitsis gab dieser herzzerreißenden Aufführung rhythmische Klarheit und harmonische Tiefe. Ein verspielter und leichter Kontrast folgte mit der "Sarabande. Largo" Duo in D

Samanez ergriff die Zuschauerschaft tief mit ihrer intensiven und ausdrucksvollen Stimme. Um sie herum erklang ein reiches Orchester aus Theorbe, Viola da Gamba, Cembalo und Streichern, das das Publikum in ein wogendes Klangmeer riss. Jedes Instrument trug zu einem bunten Teppich von Texturen bei, der nicht nur barocke Pracht ausstrahlte, sondern auch die feurige Emotion lateinamerikanischer Wurzeln.

Im Affettuoso aus der Sinfonia da camera in e, Opus 2 Nr. 5 von Nicola Porpora (1686-1768) erklang eine zarte Stille, getragen vom Streichensemble mit harmonischer Subtilität. Das Gleichgewicht zwischen melodischer Einfachheit und ausdrucksstarker Tiefe wurde sorgfältig bewahrt, mit einer zentralen Rolle für Jose Huamani auf Viola da Gamba, dessen Spiel wie ein grundender Unterstrom die Musik emotional verankerte.

Die Arie Helft mir zu sterben aus dem Kantate Olimpia von Alessandro Scarlatti (1660-1725) brachte Samanez mit ergreifender Intensität. Ihre dramatische Vielseitigkeit kam hier vollständig zum Ausdruck: jede Note beladen mit Bedeutung, jede Stille sprach Bände. Die einfühlsame Begleitung des Theorbenspielers Giorgios Kakitsis gab diesem herzzerreißenden Vortrag rhythmische Klarheit und harmonische Tiefe.

Ein verspielter und leichtfüßiger Kontrast folgte mit der Sarabande. Largo aus dem Duo in D für zwei Violinen, Opus 12 Nr. 3 von Jean-Marie Leclair (1697–1764). Die Violistinnen Sophie Paeshuyse und Maria Florencia Romero webten einen lebendigen, intimen Dialog voller tanzender Energie, ohne dabei an stilistischer Raffinesse einzubüßen.

Der Höhepunkt kam mit dem Rezitativ und der Arie aus Schmetterling seiner Strahlen von José de Orejón y Aparicio (1705–1765). Hier verschmolzen Text, Klang und Gefühl zu einer Einheit. Samanez erweckte die melancholische Schönheit dieses lateinamerikanischen Barockkomponisten mit herzzerreißender Intensität zum Leben. Das Ensemble spielte wie ein einziger atmender Organismus, während das Cembaloспiel von Vasco da Silva Pereira durch farbenfrohe Artikulation, stilistische Raffinesse und rhythmische Motorik bestach. Seine subtilen Verzierungen verliehen der Musik einen Hauch von Extravaganz, der die lateinamerikanischen Wurzeln hervorhob.

Das Programm präsentierte Werke von José de Orejón y Aparicio (1706–1765) und Domenico Zipoli (1688–1726), Komponisten, deren Musik oft weniger bekannt ist, aber hier auf beeindruckende Weise zum Leben erweckt wurde. Die Musik wirkte wie ein Herzschlag unter bedrohlichen Wolken, mit Klängen, die die Zerbrechlichkeit der Existenz widerspiegelten und gleichzeitig die unerschütterliche Kraft des Gefühls unterstrichen.

Die Stärke von Auroras Mestizas liegt nicht nur in den individuellen Qualitäten der Musiker, sondern auch im kohärenten, gefühlvollen Aufbau des Programms. Der Wechsel zwischen bekannten und weniger bekannten Werken, zwischen europäischem Barock und lateinamerikanischen Einflüssen, schuf ein reiches Hörerlebnis, in dem Kontrast und Kontinuität sich perfekt ergänzten. Das Ensemble zeigte starke Musikalität, Durchdrungenheit, Begeisterung und sichtbares Spielvergnügen. Ihre Interaktion – etwa das Lächeln zueinander während des Auftritts – zeigte, dass sie selbst enormen Spaß daran hatten.

Auroras Mestizas schuf eine intensiv persönliche und zugleich universelle Erfahrung: eine kraftvolle Erkundung von Liebe, Verlust und Hoffnung, die den Hörer von Anfang bis Ende in ihren Bann zog und noch lange nachwirkte. Der Abschluss war ebenso ergreifend wie der Anfang: eine musikalische Entladung, die sowohl intensiv als auch verhalten war. Die letzten Klänge schienen in der Stille des Saals nachzuhallen – eine Stille, durchdrungen von Rührung und Emotion.

12.00 – Les Trouveurs: Eine intime Reise durch Zeit und Klang

Les Trouveurs – das französische Duo Mathias Lunghi und Camille Macinenti – nahm das Publikum auf eine fast meditative Reise mit. Sie brachten nicht ein Echo aus der Vergangenheit, sondern führten ein lebendiges Gespräch zwischen verwandten Seelen. Mit mittelalterlichen Troubadour-Liedern aus Nordfrankreich flüsterten sie jahrtausendealte Geschichten, in denen Minnegesänge und Erzählungen von Liebe, Ritterschaft und menschlichem Schicksal zentral standen, getragen von Stimmen, die Zeit und Raum überwanden. Das Ensemble strebte nicht nach Virtuosität, sondern verwebte subtile Klänge in einen feinen Tanz zwischen Hören und Sprechen, wobei jede Note eine verletzliche Wahrheit offenbarte.

Ohne Instrumentalbegleitung entfaltete sich ein reiches menschliches Ausdrucksvermögen. Die Lieder von Adam de la Halle (1245/50–1285/88), oft als der letzte große Troubadour angesehen, klangen wie greifbare Erinnerungen – Echos, die den Abgrund zwischen Vergangenheit und Gegenwart überbrückten. Liebe, diese ewige Sehnsucht im Herzen des Liebenden, wurde wieder lebendig und spürbar, wie ein Flüstern, das über die Jahrhunderte hinweg unverändert erklingt. Mit einem feinfühligen Gleichgewicht zwischen Zurückhaltung und Emotion schwebte der Text wie kostbare Perlen der Bedeutung und des Gefühls durch den Raum.

Das sorgfältig zusammengestellte Programm führte zu einem kraftvollen Höhepunkt, in dem neben Adam de la Halle auch Werke von Philippe de Remi (1210–1265), Thibault de Champagne (1201–1253), Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377) und einige anonyme Lieder aufgeführt wurden. Zusammen boten sie eine poetische Suche nach der zeitlosen Antwort auf die Frage: Was ist Liebe?

Die Interpretation von On demande mout souvent qu'est amours von de la Halle am Ende des Konzerts verwandelte die rhetorische Frage in ein flüsterndes Gebet, eine intime Bitte, die den Atem des Saals anhielt. In diesem Moment wurde Musik zur Sprache der Seele und die Zeit schien einen Augenblick stillzustehen. Es war eine seltene Begegnung – rein, tief und ergreifend.

Was diesen Auftritt so besonders machte, war die Aufrichtigkeit und Einfachheit, mit der das Duo die mittelalterliche Musik anging. Manchmal klang es wie polyphon verwobene Stimmen, die sich umarmten, dann wieder einstimmig mit subtilen Harmonien, durchweg durchtränkt von Respekt und Liebe zum Material. Es fühlte sich an, als würde man sich am Feuer eines mittelalterlichen Schlosses niederlassen, umgeben von warmen, persönlichen Klängen, die das Herz berührten.

Die serene Atmosphäre wurde nur kurz durch ein klingelndes Handy gestört, aber mit ihrer Professionalität konnte das Duo schnell den Zauber wiederherstellen. Neben Gesang wurden auch Texte aus Leben und Tod von Adam de la Halle in der ursprünglichen Aussprache des Mittelhochdeutschen vorgelesen, was zur historischen Authentizität beitrug.

Mit diesem bezaubernden Konzert zeigten Les Trouveurs, dass klassische Musik mehr ist als Perfektion – sie ist ein lebendiges Flüstern, das die Seele berührt und niemals wirklich verstummt.

14.00 – Fortepiano Atelier: Eine elegante Reise in die Vergangenheit

Mit einem bezaubernden Konzert voller romantischer Kammermusik auf historischen Instrumenten öffnete das polnische Fortepiano Atelier seine Türen. In dieser intimen Umgebung schien die Zeit stillzustehen und wir erhielten einen lebendigen, greifbaren Blick auf das neunzehnte Jahrhundert. Das Ensemble aus Krakau, bestehend aus jungen, leidenschaftlichen Musikern, bot eine feinfühlige Aufführung des Klavierquintett in Es, Opus 44 von Robert Schumann (1810–1856) – eine packende Ode an die frühe Romantik.

Die Besetzung bestand aus Eliza Pawłowska an einem historischen Fortepiano, begleitet von den Streichern Szymon Strzelczyk (Violine), Bartłomiej Fras (Violine), Natalia Reichert (Viola) und Matylda Adamus (Cello).

Das Fortepiano – mit seinem leichten Anschlag und intimem Klang – ging einen subtilen, aber kraftvollen Dialog mit den Streichern ein. Das Instrument flüsterte mit einer Transparenz und Wärme, die den Geist Schumanns fühlbar machte. Jeder Anschlag schien ein Gedanke, jede Resonanz ein Atemzug. In dieser Aufführung erhielt jeder Teil des Quintetts einen ausgeprägten Charakter, in den kleinsten Details durchgearbeitet.

Das Heiter glänzend öffnete sich hell und beweglich. Pawłowskas leichte, unmittelbar ansprechende Anschlagstechnik verlieh den schnellen Passagen eine funkelnde Geschmeidigkeit, die auf einem modernen Flügel vielleicht verloren gehen würde. Keine monumentale Rhetorik, sondern ein lebendiges Gespräch — elegant, innig und stets musikalisch dosiert.

Der zweite Satz, Im Marsch-Stilbrachte eine verhaltene Feierlichkeit. Die begrenzte Resonanz des Fortepianos ließ jede Stille und Atempause erklingen. Die Streicher klangen wie zerbrechliche Stimmen der Erinnerung; der Klavierpart atmete eine Melancholie, die gerade durch ihre Einfachheit ergriff.

Das Scherzo (Sehr lebhaft) wirkte wie ein aufflitzender Funke: verspieltheit, unvorhersehbar und glasklar. Die leichte Mechanik des Klaviers ließ die virtuosen Figuren scharf, aber spielerisch vorbeihuschen. Die kontrastierenden Trios brachten Atemraum: lyrisch, fast sangbar, in denen Klavier und Streicher sich in weichen Konturen umarmten.

Das Finale (Heiter, aber nicht zu schnell) bildete einen organischen Höhepunkt. Die fugatos Struktur wurde glasklar entfaltet, mit einer Transparenz, in der jede Stimme hörbar blieb. Doch es gab keinen trockenen Formalismus: die Wärme des Zusammenspiels gab der Musik ihre Menschlichkeit zurück. Die Schlusspassage klang wie ein Seufzer der Vollendung — erfüllt, aber nicht erschöpft.

Zwischen den Sätzen erklang unerwartet das Heiter und bewegt aus dem Erstes Streichquartett von Stanisław Moniuszko (1819–1872) — eine kurze, aber ausdrucksstarke Unterbrechung. Diese nationale Lyrik, getragen von den vier Streichern, webte ein spannendes Spiel von Kontrasten. Akzente und Phrasierungen wogten übereinander, wie auf einem ruhigen, aber unterirdisch wohlanden Meer. Obwohl dieses Fragment thematisch mit Schumanns Sprache verwandt war, wirkte es wie ein Seitenpfad innerhalb eines sorgfältig aufgebauten Spannungsbogens. Dennoch wurde auch dieses Werk mit Finesse und Überzeugung gebracht.

Was dieses Konzert so besonders machte, war die innige Verschmelzung von Klang und Zeit. Das Fortepiano, mit seinem zerbrechlichen und transparenten Klang, fand in der reichen Wärme der Streicher einen idealen Gesprächspartner. Hier klang keine akademische Rekonstruktion, sondern ein lebendiger Atemzug der Romantik.

Das Fortepiano Atelier brachte die Vergangenheit nicht nur zum Leben — es ließ uns darin wohnen, wenn auch nur kurz, in Stille und Schönheit.

15.00 – Pont Baroque: ein sonniger Tauchgang in das italienische Barock

Pont Baroque brachte eine glänzende Aufführung der südlichen Barockmusik aus Rom und Neapel. Die Kompositionen von Alessandro Scarlatti (1660–1725), Leonardo Vinci (1696?–1730), Johann Adolf Hasse (1699–1763) und Gaetano Carpani (1692–1785) verbanden melodische Pracht mit einer verfeinerten Rhetorik. Diese Stücke tauchten das Publikum in die lebendige Dramatik und das Temperament des italienischen Barock ein, wo jede Note eine Geschichte zu erzählen schien.

Sopranistin Alison Lau stand im Mittelpunkt dieses musikalischen Dialogs. Ihre dramatische und ausdrucksstarke Präsenz enthüllte allmählich die tieferen Schichten der Musik. Ihre warme und sonnige Stimme fesselte von Anfang bis Ende, mit einer besonderen Offenbarung im letzten Werk, in dem ihre reichhaltigen vokalen Fähigkeiten in voller Pracht zum Vorschein kamen. Es war unverkennbar, wie das Publikum von ihrer Aufführung mitgerissen wurde. Ihre lupenreinen 'o-o-o's' und 'a-a-a's' waren wirklich grandios. Diese Momente waren wie eine Entdeckung reiner Musikalität, durch die man sprachlos stand angesichts der Beherrschung und Kraft, die sie mit so viel Verfeinerung zu bringen wusste. Sie wurde fantastisch vom Ensemble unterstützt, das das Zusammenspiel zu einem Schmuckstück machte. Das Ensemble bestand aus den Musikern: Alison Lau (Sopran), Aysha Willis (Traversflöte), Riccardo Casamichiela (Cembalo) und Osian Jones (Cello und künstlerische Leitung).

Das Programm eröffnete mit Scarlattis Arie Ardo è ver per te d'amoreeine Perle aus dem frühen italienischen Barockerepertoire. Scarlatti, einer der Großmeister des Neapolitanischen Barock, rahmt die leidenschaftliche Intensität des Textes meisterlich ein. Lau gab dem Stück eine dramatische und zugleich intime Dimension. Ihre Stimme bewegte sich sowohl zart als auch kraftvoll durch die Ornamentik, mit einem feinsinnigen Verständnis von Scarlattis rhetorischem Stil. Jede musikalische Verzierung verstärkte die Emotionen des Textes, während das Zusammenspiel mit dem Ensemble subtil und warm klang.

Danach folgte Vincis Flötensonate Nr. 1 in D. Vinci, ein Zeitgenosse Scarlattis, zeigte hier seine Meisterschaft im leichten, eleganten Stil des Neapler Barock. Willis brachte die Sonate mit bemerkenswert Leichtigkeit und technischer Virtuosität, in der zierliche Melodien und fließende Passagen den galanten Stil überzeugend ausdrückten. Die Flötensonate bezauberte durch ihren Wechsel zwischen Lebendigkeit und Zurückhaltung, mit Momenten des verspielten Funkels und gleichzeitig verhaltenem, verfeinerten Melodien. Cembalo und Cello waren perfekt auf diese Spielfreude abgestimmt, wodurch das Ganze hell und lebendig klang. Die Musiker strahlten technisches Können und musikalischen Enthusiasmus aus, wobei das Ensemble in harmonischer Synergie arbeitete.

Anschließend erklang aus Hasses Kantate "Quel vago seno, o Fille" das Rezitativ und die Arie. Hasse, bekannt für seinen verfeinerten Opernstil, balanciert hier zwischen deutscher Ernsthaftigkeit und italienischer Leidenschaft. Das Rezitativ wurde auf natürliche, sprechgesangartige Weise vorgetragen, wodurch die Geschichte lebendig wurde. In der Arie machte Lau ein regelrechtes Spektakel aus dem Stück. Ihr Gesang war zierlich und mitreißend, während die Traversflöte subtil und innig mit ihren Vokallinen mitatmete. Diese enge Wechselwirkung zwischen Gesang und Instrumenten brachte Hasses emotionales Gleichgewicht überzeugend zum Leben. Das Programm schloss mit der Kantate "Quator per erme selve" von Gaetano Carpani. Dieses fantastische Werk war für mich eine Entdeckung. Carpani, weniger bekannt, aber faszinierend als Vertreter des römischen Barock, zeigt hier sein Talent in einer Komposition voller harmonischer Farben und ausdrucksstarker Melodien. Sein Stil enthält einen lebendigen Dialog zwischen Stimmen und Instrumenten, wobei die Dramatik subtil aufgebaut wird. Das Ensemble brachte dies mit ausgewogener Ausdruckskraft, wobei die Harmonien und die Wechselwirkung zwischen Instrumenten und Gesang in feiner, natürlicher Spannung standen. Diese Kantate bildete einen angemessenen und inspirierenden Schlussakzent, der die Vielfalt und den Reichtum des italienischen Barock unterstrich. Was dieses Konzert so besonders machte, war nicht nur die technische Virtuosität, sondern vor allem das Feuer und die Spontaneität, mit der die Musik zum Leben erwachte. Die straffen, oft theatralischen Barock-Strukturen erhielten eine frische, fast physische Präsenz. Die Wechselwirkung zwischen den Instrumenten war verfeinert: Die sanften Linien der Traversflöte wurden subtil durch das scharf ansetzende Cembalo unterbrochen, während Cello und Sopran sich feinfühlig unterstützten. Jede Phrase klang wie ein Sonnenuntergang in Tönen: durchdrungen von Leidenschaft, Eleganz und mediterraner Wärme.

Pont Baroque bewies, dass Barockmusik trotz ihrer komplexen Architektur und ausdruckstarken Freiheit in den Händen junger, talentierter Musiker nicht nur ihrer Herkunft treu bleibt, sondern auch zeitgenössischen Glanz erhält. Dieses Konzert war ein überzeugender Dialog mit dem Barock – kühn, dramatisch und sprühend vor Leben. 16.00 – [H]ÉROS Ensemble: eine poetische Umarmung der französischen Hofmusik des 17. Jahrhunderts Der Schlussakzent eines intensiven, emotional geladenen Tages wurde sublim gesetzt durch das [H]ÉROS Ensemble. Dieses Ensemble nahm das Publikum mit in den Hof des Eros, wo Liebe und Verlangen sich in einem zarten Tanz aus Klängen und Worten entfalteten, in dem jeder Moment zu einem Hauch der Zärtlichkeit wurde. Das sorgfältig zusammengestellte Programm, das von den Instrumenten und Stimmen zum Leben erweckt wurde, führte den Zuhörer entlang der verschlungenen Pfade des französischen Hoflebens des 17. Jahrhunderts, wo sich Liebe in ein verfeinertes Verführungsspiel übersetzt hatte, mit dem Barock als die perfekte Leinwand für die subtilen Allegorien der Sehnsucht.

Werke von unter anderem Étienne Moulinié (1599–1676), Jean Boyer (ca. 1600–1640) und Antoine de Boësset (1587–1643) entfalteten sich mit flüsternder Anmut, getragen von den Sängerinnen Sofia Pedro (Sopran), Ana Parejo (Sopran), Gabriel Belkheiri Garcia del Pozon (Tenor) und Wessel van der Ham (Bass) sowie den Instrumentalisten MengHan Wu (Violine), Adriana Mendez Fernandez (Tenorgambe), Xander Baker (Baßgambe), Giuseppe Ciraso-Calì (Violone), Rafael Arjona Ruz (Theorbe und Barocker Gitarre) und Katerina Orfanoudaki (Cembalo). Zusammen webten sie einen zarten, fast poetischen Tanz, wobei die Instrumentalbegleitung das perfekte Klanggewebe bildete, um die Melodien und Texte subtil zu unterstützen und zu bereichern.

Die Stimmen der Solisten gaben der Musik außergewöhnliche Klarheit, eine Verbindung von Verletzlichkeit und Kraft, die sowohl das Verspielte als auch das Melancholische in der Musik hervorhob. Sofia Pedro und Ana Parejo gaben ihren Sopranen eine ätherische, träumerische Qualität, die Sehnsucht und Liebe fast greifbar machte. Gabriel Belkheiri Garcia del Pozon als Tenor und Wessel van der Ham als Bass vervollständigten das Klangbild mit einer warmen Tiefe, die die emotionale Last der Lieder verstärkte. In ihren Interpretationen balancierten sie mühelos zwischen Ironie und Ernst, zwischen dem Unausgesprochenen und dem Expliziten. Die Vielfalt ihrer Stimmen schuf eine intensive Chemie, die die Musik gleichzeitig intim und universal machte.

Die instrumentale Besetzung ergänzte diese vokale Palette mit einem ausgezeichneten Gespür für Timing und Klangfarbe. MengHan Wus Violine klang wie eine verfeinerte Rose im Klanggewebe und brachte die Melodien mit äußerst eleganter Anmut zum Leben. Adriana Mendez Fernandez' Tenorgambe, Xander Bakers Baßgambe und Giuseppe Ciraso-Calìs Violone boten ein solides, aber flexibles Fundament, auf dem die Melodien wie Blumen erblühen konnten. Rafael Arjona Ruz' Theorbe gab der Musik zusätzliche Schichten von Subtilität und Verfeinerung, mit funkelnden Ornamenten, die die Musik bereicherten, ohne das zarte Gleichgewicht zu stören. Katerina Orfanoudakis Cembalo bildete das Herz des Ensembles, ihre Finger glitten über die Tasten wie die sanfte Berührung eines Liebesbriefs, ihre Klänge die scharfsinnigen Reflexionen der Sehnsucht.

Das Programm eröffnete mit "Entrée du ballet" von Michael Praetorius (1571–1621), einem lebendigen Tanz, der das Publikum einlud, sich zu bewegen, ein erster Hinweis auf die verspielt Energie, die das Konzert durchziehen würde. Anschließend brachte "Concert de différens oiseaux" von Moulinié eine idyllische Pastoralstimmung, mit Vögeln, die durch subtile Imitation eine Imagination der Natur hervorriefen. In "Quelles beautés, ô mortels" von Boësset entfaltete sich ein lyrisches Loblied auf die Schönheit der menschlichen Existenz, durchdrungen von einer subtilen Melancholie, die sich auch später in "Sa beauté estresme" von Jean Boyer manifestierte, worin unerreichbare Schönheit die Traurigkeit des Unerreichbaren besang. Die zarte Ehrfurcht, die die Komponisten für die Vergänglichkeit der Liebe ausdrückten, kam auch deutlich zum Vorschein in Boëssets "Cesse mortel d'importuner", worin die Verführung und das Verführungsspiel Platz für ein Plädoyer um Gnade machten.

Werke von unter anderem Étienne Moulinié (1599-1676), Jean Boyer (ca. 1600-1640) und Antoine de Boësset (1587-1643) entfalteten sich mit flüsternder Anmut, getragen von den Sängern Sofia Pedro (Sopran), Ana Parejo (Sopran), Gabriel Belkheiri Garcia del Pozon (Tenor) und Wessel van der Ham (Bass), sowie den Instrumentalisten MengHan Wu (Violine), Adriana Mendez Fernandez (Tenor-Gambe), Xander Baker (Bass-Gambe), Giuseppe Ciraso-Calì (Violone), Rafael Arjona Ruz (Theorbe und Barockgitarre) und Katerina Orfanoudaki (Cembalo). Gemeinsam webten sie einen zarten, beinahe poetischen Tanz, wobei die instrumentale Begleitung den perfekten Klangteppich bildete, um die Melodien und Texte subtil zu unterstützen und zu bereichern.

Die Stimmen der Solisten gaben der Musik außergewöhnliche Klarheit, eine Verbindung von Verletzlichkeit und Kraft, die sowohl das Verspielte als auch das Melancholische in der Musik hervorbrachte. Sofia Pedro und Ana Parejo verliehen ihren Sopränen eine ätherische, träumerische Qualität, die Sehnsucht und Liebe fast greifbar machten. Gabriel Belkheiri Garcia del Pozon als Tenor und Wessel van der Ham als Bass bereicherten das Klangbild mit einer warmen Tiefe, die die emotionale Ladung der Lieder verstärkte. In ihren Interpretationen balancierten sie mühelos zwischen Ironie und Ernst, zwischen dem Unausgesprochenen und dem Expliziten. Die Vielfalt ihrer Stimmen schuf eine intensive Chemie, die die Musik sowohl intim als auch universell machte.

Die Instrumentalbesetzung ergänzte diese vokale Palette mit einem ausgezeichneten Gespür für Timing und Klangfarbe. MengHan Wus Violine klang wie eine verfeinerte Rose im Klangteppich und brachte die Melodien mit äußerst eleganter Anmut zum Leben. Adriana Mendez Fernandez' Tenor-Gambe, Xander Bakers Bass-Gambe und Giuseppe Ciraso-Calìs Violone boten ein solides, aber flexibles Fundament, auf dem die Melodien wie Blumen erblühen konnten. Rafael Arjona Ruz' Theorbe verlieh der Musik zusätzliche Schichten von Subtilität und Verfeinerung, mit glitzernden Ornamenten, die die Musik bereicherten, ohne das fragile Gleichgewicht zu stören. Katerina Orfanoudakis Cembalo bildete das Herz des Ensembles, ihre Finger glitten über die Tasten wie die sanfte Berührung eines Liebesbriefs, ihre Klänge die sinnreichen Reflexionen der Sehnsucht.

Das Programm eröffnete mit Entrée du ballet von Michael Praetorius (1571-1621), ein lebendiger Tanz, der das Publikum einlud, sich zu bewegen, ein erstes Zeichen der verspielten Energie, die das Konzert durchzog. Anschließend brachte Konzert verschiedener Vögel von Moulinié eine idyllische pastorale Atmosphäre, wobei Vögel durch subtile Imitation eine Imagination der Natur hervorriefen. In Welche Schönheit, o Sterbliche von Boësset entfaltete sich ein lyrisches Loblied auf die Schönheit der menschlichen Existenz, durchdrungen von einer subtilen Melancholie, die sich auch später in Seine äußerste Schönheit von Jean Boyer manifestierte, worin unerreichbare Schönheit das Leid des Unerreichbaren sang. Die fragile Ehrfurcht, die die Komponisten für die Vergänglichkeit der Liebe ausdrückten, kam auch stark hervor in Boëssets Cesse mortel d'importuner, worin die Versuchung und das Verführungsspiel einem Plädoyer für Gnade Platz machte.

Im Abschied, wie die Pflicht bei Boësset wurde das Gefühl des Abschieds erneut berührt, in einem Moment unausgesprochenen Schmerzes, den die Musiker mit einer Intensität aufführten, die das Publikum buchstäblich zum Verstummen brachte. Die Befreiung, die in Ich bin aus dem Schiffbruch gerettet von Charles Tessier (1550-1604) besungen wurde, verwies auf einen emotionalen Schiffbruch, aus dessen Sturm die Charaktere ihren Weg fanden. Dies alles gipfelte in dem tiefen, nachdenklichen Mein Freund ist gegangen von Jacques Mangeant (1571-1639), in dem der Verlust der Liebe besungen wurde, still und fast verstummt, in einem letzten Moment der Melancholie und Hingabe.

Die Aufführung war durchdrungen von unerreichter Sorgfalt und musikalischer Finesse. Das Programm war viel mehr als eine Aneinanderreihung loser Kompositionen: Es wurde zu einer gelebten Geschichte, in der Liebe, Sehnsucht und Vergänglichkeit in der französischen Hofkultur des 17. Jahrhunderts zum Klingen gebracht und fühlbar gemacht wurden.

In diesem Schlussmoment kamen Ausführende und Publikum zusammen in einem raffinierten, bedeutungsvollen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Klang und Sehnsucht, was das Konzerterlebnis auf eine höhere Ebene hob. Es war eine poetische Umarmung ohnegleichen — ein unbestreitbarer Beweis für die Kraft der Musik, die Vergangenheit in der Gegenwart aufleben zu lassen.

Eine Klangreise durch die Zeit

So entfaltete sich der Tag als eine sinnliche Symphonie in sechs Porträts.

Café 1830 flüsterte Nuancen längst vergangener Zeiten.
Auroras Mestizas überflutete den Raum mit ergreifender Emotion.
Les Trouveurs brachte die Stille zum Singen, mit tiefer Begeisterung.
Fortepiano Atelier ließ die Romantik in ihren ursprünglichen, lebendigen Farben wieder aufleben.
Pont Baroque glänzte in feuriger Flair, voller Energie und Pracht.
[H]éros Ensemble schloss ab in einem verfeinerten Tanz von Sehnsucht und Klang, eine subtile aber kraftvolle Verschmelzung des Alten und des Neuen.

IYAP ist kein Wettbewerb, es ist ein Dialog: zwischen Epochen, zwischen Stimmen, zwischen Welten, die sich berühren, sich herausfordern und gegenseitig bereichern. Jedes Konzert brachte etwas Einzigartiges: einen Klang, eine Frage, einen Moment der Verbindung. Manchmal, in der Stille zwischen Atem und Resonanz, wurde diese Verbindung sogar greifbar.

Es gibt keine Gewinner, nur Welten, die sich öffnen, wie eine vielstimmige Erzählung ohne Ende. Ein Tag, an dem Musik nicht nur gehört, sondern auch erlebt wurde — als das Echo einer Zukunft, die sich uns durch die Vergangenheit offenbarte.

Von jedem Konzert nimmst du Erinnerungen mit, denn jedes Ensemble hatte seine eigene Magie und Geschichte. Du musst nicht wählen, was das Beste war, denn jede Aufführung war auf ihre eigene Weise einzigartig. Die Musikalität jeder Gruppe ließ dich sprachlos zurück, als hätte sie den Atem im Raum selbst eingefangen.

Die Zukunft der klassischen Musik ist in guten Händen. Die leidenschaftlichen Aufführungen der heutigen Musiker brachten uns mit ihrer Raffinesse und Kühnheit zu neuen Horizonten.

Ich hoffe, dass wir jedes Ensemble bald wieder auf der Bühne des AMUZ begrüßen dürfen, und wünsche allen Musikern eine blühende Zukunft.

Detalhes:

Título:

  • IYAP @ AMUZ - Seelen in Bewegung, eine Reise durch Klang und Ewigkeit

Künstler:

  • IYAP Künstler

Ort:

  • Amuz, Antwerpen

Fotografie:

  • AMUZ

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