Historische Quellen verweisen auf die früheste Verehrung des Marienbildes von Hanswijk im 13. Jahrhundert. Obwohl das Bild am 30. Juli 1876 offiziell feierlich gekrönt wurde, wählte die Glaubensgemeinde Unserer Lieben Frau von Hanswijk den letzten Maitag, um 150 Jahre Krönung mit einem Jubiläumskonzert zu begehen. Es war ein wunderbar vielfältiges Konzert für eine voll besuchte Hanswijkbasilika.
Besonders erfreulich war die Aufmerksamkeit für Komponisten aus der eigenen Region. Es begann mit einem schlichten, aber direkten »Ave Maria« von Jacques Arcadelt und führte über Jules Van Nuffel, Staf Nees, Paul Schollaert, Emile Wambach und Michiel Verfaillie zu einem stimmungsvollen Abschluss: dem bekanntesten Chorwerk des Amerikaners Peter Christian Lutkin (1858–1931) – ein ruhiges, stilvolles Gegengift gegen die Hektik, die uns umgibt.
Da war auch der unverzichtbare Brite John Rutter mit einem starken »God be in my head«. Es gab ein überraschend schönes »Carol of Joy« von Dan Forrest (geb. 1978), wobei die klingelnde Klavierbegleitung durch Pianist Wieland Claes sofort auffiel. Dann ein schwungvolles »Jubilate Deo« von Peter Anglea (geb. 1988, USA) und ein Werk des vielseitigen Australiers Joseph Twist (geb. 1982) – eine lebendige Kombination aller Stimmgruppen.
Was die Stimmen betrifft, singt das Vokalis, der Erwachsenenchor des Unserer-Lieben-Frau-Chors, mit: ein homogener Klang, ausreichend Männerstimmen, Frauenstimmen, die nie schrill klingen, auch nicht in den hohen Lagen.
Jeroen Keymeulen
Daran ist Dirigent Jeroen Keymeulen nicht unbeteiligt. Sein Einsatz, seine Gestik verraten es: dieser Mann ist von der Musik besessen. Mit einem Masterdiplom in klassischer Gitarre, Kammermusik und Orchesterleitung vom Lemmens-Institut in der Tasche und der Überzeugung »Singen macht man zusammen« im Kopf, entwickelte er sich vom Didaktiker zur Chormusik. Nach 15 Jahren wechselte er vom Genter Chor Vivente Voce zu Vokalis. 2019 wurde er Direktor von »Koor&Stem«, einem Verein, der Chöre, Dirigenten und Sänger unterstützt. Er hat seinen Chor deutlich im Griff. Zufälliges Lauschen während des anschließenden Empfangs offenbarte Lob und Begeisterung der Chormitglieder für ihn. Die diskrete Eleganz ihrer schwarz-roten Kleidung entsprach dem Eindruck, den der Chor hinterließ.
Im Mittelpunkt des Programms stand das charmante, typisch flämische Werk »Ballade für Unsere Liebe Frau von Hanswijk«. Der Text stammt vom Organisator Fernand Verreth. Die Musik von Eric De Vos, Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader. Das Werk geht auf 2009 zurück und war Teil des großangelegten Kulturfestivals »Stadtvisioren«. Es konnte in keine besseren Hände gelegt werden als in die der Gaststars Connie Neefs, ebenfalls in Schwarz und Rot, die mit ihrer Geschichte über »ein Mädchen von 15« bestach. Und für einen Moment war die Basilika »der Ort, wo der Himmel die Erde berührt«.
Das naheliegende »Unsere Liebe Frau von Flandern« machte Lodewijk De Vocht so direkt und so zugänglich, dass auch Kardinal De Kesel spontan mitsang. Wenn es wahr ist, dass »wer glaubt, lernt mit offenen Augen zu genießen«, dann sollten wir auch »offene Ohren« hinzufügen.







