Bachiana Mexicana Nr. 5 für Streicher, Pauken und Solovioline (2017)
Dieses Werk wurde ursprünglich 2017 für Streicher, Pauken und Soloklarinette komponiert. In dieser Version hatte es seine Uraufführung beim MusicFest Aberystwyth, University of Wales, GB, am 27. Juli 2019. Kurz darauf komponierte Venus Rey Jr. eine Version für Solovioline, die seitdem mit großem Erfolg in Mexiko und Italien aufgeführt wurde.
Der Titel Bachiana Mexicana spiegelt die Verschmelzung von Barockformen mit Elementen der mexikanischen Musik, Kultur und Kunst wider.
Der erste Teil ist eine Passacaglia, eine beliebte Barockform, die in Frankreich, Spanien und Italien entwickelt wurde. Sie basiert auf einem Ostinato-Bass und folgt einer A-B-A-Struktur, die mit einer dramatischen Coda endet.
Der zweite Teil, Saudade, ist lyrischer Natur. Das portugiesische Wort Saudade lässt sich nur schwer exakt übersetzen, beschreibt aber ein Gefühl von Melancholie, Sehnsucht und Nostalgie. Das in der Coda eingeführte Material kehrt im letzten Teil zurück.
Der dritte Teil, Sandunguita chueca, basiert auf La Sandunga, einem bekannten Lied aus Südmexiko. Die nostalgische Atmosphäre von Saudade spiegelt sich darin wider. Obwohl die ursprüngliche Sandunga ein Walzer ist, verwendet der Komponist in dieser Neuinterpretation sowohl 5/4- als auch 3/4-Takte, wodurch die Sandunguita ("kleine Sandunga") zur chueca wird, was "schief" oder "krumm" im Spanischen bedeutet. Dieser Teil dient zudem als musikalisches Porträt der mexikanischen Malerin Frida Kahlo.
Der letzte Teil ist eine Tarantella, ein lebhafter Tanz, der typisch für verschiedene süditalienische Regionen ist, darunter Kampanien, Apulien und Kalabrien. Charakterisiert durch sein schnelles Tempo und seinen Dreiertakt, spiegelt die Tarantella die tiefe Zuneigung des Komponisten zu Italien wider – er hat sich intensiv mit der italienischen Sprache und Volksmusik auseinandergesetzt. Das Schlussteil ist eine brillante Glanzleistung, die viel von Solist und Ensemble verlangt.





