Wenn sich Filmkomponisten der klassischen Musik zuwenden, legen sie eher eine Zwangsjacke ab als ein Netz. In seiner Metamorfosi di Violetta analysiert Ennio Morricone den Untergang der Heldin aus La Traviata mit filmischer Scharfsinnigkeit. Tigran Mansurians Agnus Dei oszilliert zwischen Gesang und Dissonanz, um unverarbeitete Trauer hervorzurufen. John Coriglionos Soliloquy wendet sich noch tiefer nach innen und transformiert privaten Verlust in stille Ausstrahlung. Bernard Herrmann strebte nie nach klassischer Abstraktion, aber Hitchcocks musikalisches Alter Ego – der Komponist der Filmmusik zu Psycho und Vertigo – liefert das Juwel dieses Programms: Souvenir du voyage, ein nostalgisches Kleinod mit tiefgehender Filmempfindlichkeit.





