Am Samstag, den 25. April 2026, präsentierte die belgische Bratschistin Kaat Schraepen in der Sint-Rochuskapel von Mariadal in Hoegaarden das Programm Zurück zu Bach, ein Konzert organisiert von Klassik in der Kapelle. In diesem Programm ging sie von der Musik Johann Sebastian Bachs aus, um zu zeigen, wie dessen musikalische Sprache in den Werken späterer Komponisten wie Paul Hindemith und Max Reger weiterwirkt.
Ein durchdacht aufgebautes Programm
Der Kern des Programms lag in der Abwechslung zwischen Sätzen aus Bachs sechster Cellsuite und Hindemiths Sonate für Solo-Bratsche. Diese Abwechslung wurde jeweils von einer kurzen Erzählung eingeleitet, vorgetragen von Kathleen Poelaert. Dadurch erhielt das Konzert von Anfang an eine klare dramaturgische Linie. Anstatt einzelne Werke nebeneinander zu stellen, entstand ein zusammenhängendes Ganzes, in dem sich Musik und Text gegenseitig ergänzten.
Die Wahl, Bach und Hindemith so explizit miteinander zu verbinden, erwies sich als besonders wirkungsvoll. Während Bachs Musik durch Klarheit und strukturelle Logik besticht, verlangt Hindemith oft eine konzentriertere Hörhaltung. Durch die Platzierung beider Komponisten in unmittelbarer Nähe wurden zugrundeliegende Verbindungen hörbar gemacht. Motive, rhythmische Muster und Spannungsbögen erhielten eine neue Bedeutung innerhalb des größeren Ganzen.
Die Erzählung fungierte dabei als subtile Orientierungshilfe. Im Bild einer Zugreise und eines Besuchs in einer historischen Stadt wurde eine Atmosphäre geschaffen, die das Publikum durch das Programm leitete. Ohne explizit zu erklären oder zu deuten, bot diese erzählerische Ebene Halt und Richtung, wodurch das Hörerlebnis an Kohärenz gewann.
Eine klare und überzeugende Interpretation
Kaat Schraepen brachte dieses Programm mit großer Konzentration und klarem Verständnis für dessen Aufbau zu Gehör. Ihr Spiel war gekennzeichnet durch eine klare Tonbildung und natürliche Phrasierung, wodurch sich die Musik organisch entfalten konnte.
Bei Bach legte sie die Struktur frei, ohne sie zu beschweren, was zu einem transparenten und ausgewogenen Klang führte. Phrasierungen erhielten Raum und Atem, und der zugrundeliegende Zusammenhang wurde auf selbstverständliche Weise hörbar. Bei Hindemith hingegen ließ sie die schärferen Konturen und Spannungen der Musik deutlich in den Vordergrund treten, ohne dass das Ganze fragmentarisch wirkte. Durch diesen Ansatz blieb die Kontinuität des Programms erhalten und erhielt auch Hindemiths Sprache eine größere Zugänglichkeit.
Nach diesem abwechslungsreichen Parcours bildete die Suite von Max Reger den Abschluss des offiziellen Programms. Hier verschob sich der Akzent zu einer introspektiveren Klangwelt. Die Musik erhielt einen konzentrierteren Charakter, in dem sich die zuvor gelegten Verbindungen in kompakterer Form zusammenfanden. Schraepen wählte eine nüchterne und beherrschte Interpretation, mit Aufmerksamkeit für die inneren Spannungen und die Schichtung der Musik. Das Publikum folgte dieser Entwicklung bis zum Ende mit großer Aufmerksamkeit.
Eine intensive Publikumsreaktion
Das Konzert endete mit stürmischem Applaus, woraufhin Kaat Schraepen dem Publikum mit einer Zugabe dankte, die besonders warm aufgenommen wurde. Die Reaktionen nach dem Konzert zeigten eine starke Beteiligung am Programm und der Aufführung, wobei besonders der Zusammenhang des Ganzen und die Art, wie die verschiedenen Stile miteinander verbunden wurden, Eindruck machten.





