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Rezensionen

Ostern im Klanglichter: Bach, Böhm und Händel in der Französischer Dom (Berlin)

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· 3 Min. Lesezeit
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Ostern im Klanglichter: Bach, Böhm und Händel in der Französischer Dom (Berlin)
© Französische Kirche zu Berlin

Am Montag, 13. April brachte KMD Kilian Nauhaus ein abwechslungsreiches Osterprogramm auf „seinem" Orgel in der Französische Friedrichstadtkirche in Berlin, besser bekannt als der Französischer Dom am Gendarmenmarkt. In diesem bemerkenswerten Kirchenraum befindet sich die Eule-Orgel aus 1985, gebaut von Hermann Eule aus Bautzen. Das Instrument ist eindeutig in der französischen Barocktradition verwurzelt, mit einer reichen und farbenfrohen Disposition, die besonders gut zur französischen Orgelliteratur passt, aber gleichzeitig breit genug konzipiert ist, um auch Bach und späteres Repertoire überzeugend zum Leben zu erwecken. In dem charakteristischen ovalen Raum der Kirche entsteht so ein akustisches Feld, in dem Transparenz und Klangfülle sich gegenseitig verstärken.

Was das Konzert sofort besonders machte, war die Art und Weise, wie Nauhaus das Programm rahmte. Seine kurzen Erläuterungen vor den einzelnen Werken wurden vom Publikum eindeutig geschätzt: sie boten Halt, Kontext und eine zusätzliche Schicht von Höherfreude.

Das Recital begann mit dem Choralsatz zu dem Osterlied „Christ ist erstanden" (BWV 627) von Johann Sebastian Bach (1685-1750), eine kraftvolle und feierliche Eröffnungsgeste, die sofort den Ton setzte. Danach folgte dessen Triosonate in c-Moll (BWV 526), eines der anspruchsvollsten Werke des Orgelrepertoires. Hier wird der Organist nämlich mit einer quasi-kammermusikalischen Komplexität konfrontiert: drei unabhängige Stimmen, die jeweils den Eindruck separater Instrumente erwecken, etwas, das nur die Orgel in ihren vollen polyphonen Möglichkeiten realisieren kann. Nauhaus gelang es, dieses komplexe Gewebe mit bemerkenswerterer Klarheit zu artikulieren, wobei die Akustik des Raumes die Stimmführung nirgends trübte, sondern gerade verstärkte.

Anschließend kam ein selten gehörter Komponist zu Wort: Georg Böhm (1661-1733), Organist, Komponist und in Lüneburg auch ein wichtiger Einfluss auf den jungen Bach als sein Lehrer. Von ihm erklang die Fantasie über das Osterlied „Christ lag in Todesbanden". Einige Stunden zuvor hatte ich in der Marienkirche noch Bachs eigene Bearbeitung dieses Chorals gehört, was einen interessanten Vergleich ergab. Dennoch muss ich zugeben, dass Böhm mich hier am meisten zu überzeugen wusste: seine Setzung klingt fast wie eine freie Improvisation über den lutherischen Choral, in der zunächst eine strenge, getragene Atmosphäre aufgebaut wird, woraufhin sich das Werk in einem dramatischen Kontrast zwischen Tod und Leben entfaltet. Letztendlich mündet dies in eine fast tänzerische Freude, in der der Triumph des Lebens über den Tod überzeugend besiegelt wird.

Zum Abschluss erklang noch ein Werk eines dritten Großmeisters des Barock: Georg Friedrich Händel (1685-1759). Aus seiner Feuerwerksmusik (HWV 351) wurden zwei Sätze aufgeführt: „La Paix" und „La Réjouissance". „La Paix" entfaltete sich als ein fast naives, heiteres Gespräch – ein merkwürdiger, aber zugleich ergreifender Spiegel einer Welt, die auch heute Ruhe und Halt sucht. „La Réjouissance" bildete dann einen festlichen und energischen Abschluss, der schön zum Ostergeheimnis passte, das das Programm durchzog. In diesen Aufführungen wurde zudem deutlich, warum diese Orgel so oft für Aufnahmen und Aufführungen französischer Barockmusik eingesetzt wird.

Die Klarheit der Eule-Orgel, im Wechselspiel mit der Akustik des Französischer Dom, resultierte in einem Klangbild, in dem die verschiedenen Stimmen und Farben haarscharf abgegrenzt bleiben, ohne dass die Wärme des Ganzen verloren ging. Instrument, Raum und Ausführende verschmolzen dadurch überzeugend in einer künstlerischen Dreieinigkeit, in der das BarockRepertoire – trotz der stilistischen Unterschiede zwischen Bach, Böhm und Händel – als ein kohärentes und selbstverständliches musikalisches Universum zum Erklingen kam.

Details

Wer
Kilian Nauhaus, orgel
Wo
Französischer Dom, Berlijn
Gesehen am
13 April 2026
Bildnachweis
Französische Kirche zu Berlin
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