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Johannes Tourout: Porträt eines kaiserlichen Kantors

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Johannes Tourout: Porträt eines kaiserlichen Kantors

Tonrroutt, Thauranth, Tauront, Taurath, Torenth: Variantenbezeichnungen kommen in der Handschriftentradition häufig vor, doch wurde der Name von kaum einem Komponisten von Kopisten so entstellt wie der des Protagonisten dieser Aufnahme. Dadurch blieb die Identität dieses flämischen Komponisten lange ein Rätsel. Wir wissen, dass ein gewisser Johannes Tourout Kantor in der Kapelle von Kaiser Friedrich III. von Habsburg war. Der Komponist muss in Mitteleuropa äußerst beliebt gewesen sein: Viele seiner Werke finden sich in wichtigen Manuskripten aus dieser Region. Angesichts der beeindruckenden Handwerkskunst seiner Kompositionen ist es verwunderlich, dass Johannes Tourout bis heute nicht mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Cappella Mariana und Künstlerischer Leiter Vojtěch Semerád versuchen, diese Lücke mit diesem Porträtalbum zu schließen. Mit einer Messe, Motetten und französischen Weltlichliedern versuchen die Künstler, das breite stilistische Spektrum der Polyphonie des 15. Jahrhunderts zu erfassen.

Passacaille und Alamire Foundation arbeiten zusammen

Passacaille entstand im letzten Jahrhundert um die Figur des Paul Dombrecht, der eine Leidenschaft für weniger bekannte Repertoires hatte und diese mit großer Aufmerksamkeit für den historischen und kulturellen Kontext in Konzerten und Aufnahmen zum Leben erweckte. Bereits in diesen frühen Jahren entstanden punktuelle Zusammenarbeit mit der Alamire Foundation in Projekten rund um Polyphonie. Dies führte zu einzigartigen Aufnahmen mit unter anderem der Capilla Flamenca (Alexander Utendal und Philippus de Monte) und More Maiorum (Jean de Castro).

Als Jan De Winne 2004 das Label übernahm, wurde die Idee, die der Gründung von Passacaille zugrunde lag, weiter ausgearbeitet: Eine Plattform aufbauen für Künstler, die sich der Musik mit Aufmerksamkeit für den historischen und kulturellen Hintergrund des aufgeführten Repertoires nähern. Eine Plattform sowohl für bekannte Künstler als auch für junge Performer und aufstrebende Talente. Mehrmals ist die verwendete Instrumentierung Teil der fesselnden Geschichte der Aufnahmen. Die Synergie zwischen Musik und Gestaltung wird stets berücksichtigt, und besondere Aufmerksamkeit gilt informativen Texten in den Produktionen.

Passacaille ist in den letzten 15 Jahren zu einer geschätzten Referenz unter den Labels der Alten Musik geworden. Gerade wegen dieser internationalen Unterstützung beabsichtigt es nun, in der Reihe Alamire Foundation Editions das Erbe der flämischen Polyphonie weltweit zu verbreiten, ein Ehrgeiz, den beide Organisationen teilen.

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