Sechster Halbfinaltag – Nachmittag
Programm
Anton Kraft – Konzert in C op. 4
Königliches Kammerorchester von Wallonien, Dir. Vahan Mardirossian
Zeller besticht durch künstlerischen Ausdruck, Beherrschung, Ausgewogenheit, Flüssigkeit und Präzision der linken Hand, Standfestigkeit in seinen Strichbewegungen und die Fähigkeit, die Ideen und die »Mathematik«, die der Komponist in der Partitur verarbeitet hat, musikalisch zu interpretieren. Der Cellist nutzt optimal die Tatsache, dass dieses klassische Konzert genau in seinem eigenen kulturellen Raum und Kontext entstanden ist, wodurch er umso besser in der Lage ist, sprechende, elegante Schönheit durch Ausgewogenheit, Symmetrie und Stabilität auszustrahlen.
Programm
Leopold Hofmann – Konzert in D Badley D3
Königliches Kammerorchester von Wallonien, Dir. Vahan Mardirossian
Mit seiner Interpretation des Hoffmann-Konzerts, in dem dem Cellisten reichlich Gelegenheit gegeben wird, seine Ausdruckskraft zu zeigen, beweist Andrew Ilhoon Byun reichlich seine Position in der fortgeschrittenen Runde des Wettbewerbs. Durch die Verbindung von Klangqualität und technischer Exzellenz, die besonders in den hohen Lagen zum Ausdruck kommt, offenbart er indirekt sein Spitzenniveau an Training und Erfahrung und bestätigt unaufhörlich die Gründe für die Anerkennung der Verdienste seiner Ausbildung und seines Vortrags.
Programm
César Franck – Sonate in A FWV 8
Harold Noben – Koffein
Antoine de Gorolée, Klavierbegleiter
Die Wahl von Franck passte ausgezeichnet zu Clara Dietlin, da sie tiefes Nachdenken über die Stücke und die Philosophie und Lyrik, die in der Komposition enthalten sind, erkennen lässt. Die viersätzige Sonate, die technisch und emotional sehr facettenreich ist, wurde mit Meisterschaft und künstlerischem Geschick vorgetragen. Dies erinnert mich auch an die Anstrengungen, die heutzutage unternommen werden, um das Cello nach einer eher schwachen Präsenz in der Kammermusik hier in Belgien wieder unter die Aufmerksamkeit des Publikums zu bringen. Ihre Reife und Vision unterstützten sie in der Caffeine-Übung, einer vorzüglichen, meisterhaften Interpretation des Stücks, der besten, die wir bisher gehört haben. Die Grenzen des Cellospiel werden hier auf die Probe gestellt und verweisen auf den gegenwärtigen Zustand der aufgehobenen Kommunikation, wie vom Komponisten Harold Noben präsentiert.
Programm
Harold Noben – Koffein
György Ligeti – Sonate für Cello solo
Johannes Brahms – Sonate Nr. 1 in e op. 38
Dana Protopopescu, Klavierbegleiter
Dilshod Narzillaev spielt mit einer Art künstlerischer Reinheit und Eigensinn. So konnte er alle Spannungen der Komposition »Caffeine« auf wunderbare Weise vermitteln. Bei Ligeti klangen in dem zweiteiligen Stück die Kollisionen zwischen Zivilisationen auf, die ethnografische Traditionen ersticken in einem Streben, fremde Erbschaften zu pflegen. In Brahms' dreisätziger Sonate verschmolz er mit seinem Cello zu einem Ganzen von tadelloser Ästhetik und Technik, mit vorzüglichem Celloclang.







