Mit seinem Debut-Album BlackGate zeigt der irische Kontrabassist Caimin Gilmore, dass grenzüberschreitende Musik an Bedeutung gewinnt, wenn man diese Grenzen klar definiert. BlackGateist eine reizvoll strukturierte Suite für Harfe, Cello, Kontrabass und Yamaha DX7 Synthesizer. Gilmore wird begleitet von Kate Ellis (Cello), mit der er schon lange im Crash Ensemble auftritt, und Lavinia Meijer (Harfe). Beide Gastmusiker sorgen für ein solides qualitatives Fundament.
Die Musik basiert auf minimalistischen Strukturen und alternativen Spieltechniken, wodurch die Klangfarbe in den Mittelpunkt rückt. Der Synthesizer sorgt für klangliche Tiefe. Und: Als ausführender Musiker von zeitgenössischer Klassik, Indie-, Folk-, traditioneller und Orchestermusik ist er kein Neuling. "Ich hatte das Gefühl, dass die Spieltechniken, die ich in diesen Genres verwende, übertragbar waren und dass die diffusen Klangwelten gut zusammenpassen", erklärt er, "es fühlte sich für mich ganz natürlich an, etwas mit dieser Gattungsvermischung im Sinn zu schreiben. BlackGate wurde so eine natürliche Widerspiegelung der verschiedenen Musikarten plus all der Menschen, mit denen ich zur Zeit des Schreibens auftrat und zusammenarbeitete."
Die CD ist als Mini-Suite aufgebaut mit abwechselnd längeren MVE-Stücken und kürzeren Segue-Übergängen. Gilmore baut Energie auf, während er experimentiert, lässt die Musik gehen, wohin sie will, und durchbricht Vorhersagen ungeniert.
Der vierteilige Zyklus MVE geht von einem Grundton aus, von dem aus allerlei Wanderungen unternommen werden. Harfe und Cello übernehmen abwechselnd die Führung, eine gastfreundliche kompositorische Geste. Das Tempo ist stabil, mit nur einem Hauch von Dissonanz, die schnell verschwindet. Aber dann erscheinen elektronische Verzierungen, gefolgt von einer Vorwarnung, wenn die Noten herabfallen und aufeinanderprallen. Der Hörer begreift dann, dass alles passieren kann. Von und für den kinetischen Abenteurer.



