Der große Komponist Dimitri Mitropoulos sagte 1951: „Ich war zutiefst schockiert, als ich von Arnold Schoenbergs Tod erfuhr. Er war eines der größten Genies unserer Zeit. Er tat für die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts, was Einstein für die Wissenschaft tat. Er schuf ein neues musikalisches System und eine neue Ausdrucksweise, die die Hälfte der jüngeren Komponistengeneration beeinflusste. Arnold Schoenberg glaubte an sein eigenes Schicksal. Mit seinem Tod wird dieser Glaube erfüllt werden."
Arnold Schoenberg wurde am 13. September 1874 geboren und starb am Freitag, den 13. Juli 1951. Die Zahl 13 wurde für ihn zu einer mächtigen, alles beherrschenden Besessenheit, die nicht nur sein Privatleben, sondern auch sein berufliches Handeln beeinflusste. Zu seinem Geburtstag in 1939wurde für ihn zur kraftvollen, allbeherrschenden Obsession, die nicht nur sein Privatleben, sondern auch sein berufliches Handeln beeinflusste. Zu seinem Geburtstag im “Jenes Jahr war gefährlich, aber nicht tödlich.”– zufällig ein Vielfaches von 13 – ließ Schoenberg den Astrologen Dane Rudhyar ein Horoskop erstellen. Schoenberg wurde gesagt, dass „das Jahr gefährlich, aber nicht tödlich war."In einem Brief vom 4. März 1939
schrieb er: „Tatsächlich fühle ich mich derzeit nicht so gut. Ich bin in meinem 65. Lebensjahr, und du weißt, dass 5 mal 13 gleich 65 ist, und 13 ist meine Unglückszahl."Im August 1946 wurde Schoenberg schwer krank und erhielt Injektionen gegen heftige Brustschmerzen. Er verlor das Bewusstsein und hörte auf zu atmen; nur eine Injektion direkt ins Herz brachte ihn wieder zu Bewusstsein. "Mein Streichertrio Op. 45 beschreibt meine Krankheit und medizinische Behandlung."Er ließ Hannes Eisler einige Akkorde hören, die die Injektionen darstellen sollten.
Arnold Schoenberg: Streichertrio, Op. 45
Am2. August 1950schrieb Schoenberg einen Bericht über die Geschichte seiner Krankheit. Am Ende schrieb er:"Mein Asthma hat sich etwas verändert. Ich habe nicht oft schwere Anfälle, aber die Atemnot ist mehr oder weniger chronisch. Ich fühle mich nur vier oder fünf Stunden pro Tag frei davon, und jede Nacht wache ich durch Atemnot auf... Monatelang traue ich mich nicht mehr, in meinem Bett zu schlafen, sondern schlafe in einem Sessel."
Aus diesem Bericht erhalten wir einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Behandlungen, denen sich der Komponist unterzog:"Ich wurde wegen Diabetes, Lungenentzündung, Nierenkrankheit, Hernie und Wassersucht behandelt."Aufgrund seiner schlechten Gesundheit wurde sein76. Geburtstag am 13. September 1950ohne das übliche Fest gefeiert. Schoenberg spürte, dass seine Zeit auf Erden zu Ende ging, und imOktober 1950schrieb er zwei Testamente.
Schoenberg näherte sich dem13. Juli 1951mit großer Angst. Seine Frau erzählte:"Er hatte Schmerzen in seinem Fuß und daraufhin eine unbeschreibliche Nervosität in seinem ganzen Körper und Geist. Seine Todesangst war schließlich in Ergebung umgewandelt worden. Er war müde und wollte sterben."AlsFreitag, der 13. Julitatsächlich anbrach, war Schoenberg schwer depressiv und ängstlich. Er blieb den ganzen Tag im Bett."Arnold schlief unruhig, aber er schlief. Um Viertel vor zwölf blickte ich auf die Uhr und dachte: noch eine Viertelstunde und dann ist das Schlimmste vorbei. Arnolds Kehle rasselte zweimal, sein Herz machte einen kräftigen Schlag, und das war das Ende."
Alma Mahler-Werfel kam mit ihrer Tochter, der BildhauerinAnna Mahler, die eine Totenmaske von Schoenberg anfertigte. Gertrud erinnerte sich:"Im Haus, das seine Seele verloren hatte, herrschte völlige Stille. Das Arbeitszimmer mit seinen vielen Büchern und Partituren, der Schreibtisch – von Schoenberg selbst gefertigt – bedeckt mit Papieren, Bleistiften, Notizen und Lupe, war nicht mehr notwendig."
Nach Aussage seiner Frau war"sein letztes Wort Harmonie gewesen."Die Beerdigung fand am17. Juli 1951in derWayside Chapelin West-Los Angeles statt."Rabbiner Edgar F. Magnin leitete die Zeremonie, der 80 Trauergäste beiwohnten."Schoenbergs Urne verblieb im Familienhaus, bis sie zusammen mit der Asche seiner Frau1974nach Wien gebracht wurde. Sie wurden in einerEhrengrabauf demZentralfriedhof Wienbestattet, wo dasArnold Schoenberg Chor De Profundis Op. 50baufführte. Schoenbergs SohnRonaldsprach von"einem Symbol posthumer Anerkennung,"und sein SchwagerRudolf Kolischsagte:"Viel vom Unrecht, das Schoenberg in seinem Heimatland angetan wurde, ist nun begraben."




