Léon Pétré, ein großer Musiker und Pädagoge der vorherigen Generation, hat Geburtstag.
Am Freitag 27. Januar 2023 wird dieser Trompeter 80 Jahre alt.
Er machte sich einen Namen in der Alten Musik, erkundete aber ebenso die Landschaft der Neuen Musik. Als Dozent bildete er bekannte Musiker aus wie Manu Mellaerts, Leo Wouters und Benny Wiame … In seiner Freizeit engagierte er sich 45 Jahre lang für eine Blaskapelle aus Rummen, die sich zur Brassband Haspengouw entwickelte.. Unter der Leitung von Hans Wuestenberg spielen sie ein schönes Programm am Sonntag, 29. Januar 2023 um 15 Uhr in der Basilika von Tongeren.
80 Jahre zurück …
Eigentlich wollte sein Vater, dass der kleine Léon Violine studierte, aber durch Launen des Schicksals hat Léon Pétré er seine Seele der Trompete verschrieben. Und eigentlich sollte er sogar Arzt werden. Während er sechs Jahre lang Medizin in Leuven studierte, errang er – das muss man erst mal schaffen – erste Preise in Musiktheorie, Harmonielehre, Musikgeschichte … und Trompete am Konservatorium Brüssel. Die weiße Arztkittel vergaß er endgültig, als er regelmäßig zwischen Sint-Truiden und Paris pendelte, um dort bei dem legendären Maurice André seine Trompetentechnik weiter zu verfeinern.
Konzertleben
Léon Pétré war einer der Vorreiter der Wiederentdeckung der Alten Musik, da er als Erster in Flandern die Naturtrompete ohne Ventile wieder auf die Landkarte setzte. Sein Kollege Theo Mertens der diese neue Entwicklung lachend als ‘etwas für Antiquare’ abthatliegt völlig daneben. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete Léon Pétré mit renommierten Ensembles wie dem Collegium Instrumentale Brugense, Amsterdam Baroque Orchestra oder La Petite Bande zusammen. Von historischer Bedeutung sind die Aufnahmen der Messe in H-Moll und des Weihnachtsoratoriums von Bach durch das Collegium Vocale unter der Leitung von Philippe Herreweghe, in denen Léon Pétré die Trompetenstimme spielte (Virgin Classics). Neben seiner Pionierarbeit in der Alten Musik erkundete er die andere Seite des Spektrums bei den Ensembles De Nieuwe Muziekgroep von Mark Michaël De Smet und dem Xenakis-Ensemble unter Leitung des Masters höchstpersönlich. Eine Zeit lang arbeitete er bei der öffentlichen Rundfunkstation im Auftrag von Leonce Gras.
Inspirator
Danke, dass du die Grundlage meiner Karriere bildest, du
der mich zum Trompeter formte, der ich heute bin…
die mich zur Lehrerin formte, die ich heute bin…
der mich zum Menschen formte, der ich heute bin…
Mieke De Meyer, 21. Januar 2023.
Mit großem Engagement hat Léon Pétré sein ganzes Musikerleben lang an den Musikschulen von Sint-Truiden und Diest, am Konservatorium von Antwerpen und am Lemmensinstituut in Leuven unterrichtet. Aus seiner Klasse stammen unter anderem Manu Mellaerts, Leo Wouters, Benny Wiame, Ward Hoornaert und Rik Ghesquière… Wenn einige seiner Schüler in ihrer Aufführungspraxis auf technische oder künstlerische Probleme stoßen, können sie immer noch zu ihrem Coach gehen, der sie pflegt.
Das Wundersamste in der Karriere dieses inspirierenden Mannes ist vielleicht, dass er 1978 zufällig gebeten wurde, eine bescheidene Dorfkapelle aus Rummen, die in Schwierigkeiten steckte und keinen Dirigenten hatte, kurzzeitig auszuhelfen. Und dass er 45 Jahre lang den Dirigentenstab schwang und die Kapelle zu einer in In- und Ausland respektierten Brassband Haspengouw ausgebaut hat.
Vielleicht ist es typisch für die Welt der HaFaBra, aber wenn er wirklich an jemandem glaubt, bekommt diese Person die volle Aufmerksamkeit von Leon, sogar kostenlosen Unterricht. Dass er seine Musiker, auch die Amateure, immer mit größtem Respekt behandelt, ist vielleicht ein wichtiges Geheimnis des Erfolgs, um seine Musiker von unter dem Kirchturm wegzuholen. Am Freitag, den 20. Januar, ehrte die Band ihren Gründungsdirigenten mit einem Galakonzert “A Tribute to Léon” unter der Leitung von Hans Wuestenberg. Am Sonntag, 29. Januar um 15 Uhr
konzertiert die Brassband Haspengouw mit einem ähnlichen Programm in der Basilika von Tongeren mit unter anderem auf dem Programm
Edward Elgar: Nimrod
Philip Sparke: Song for Ina
Otto Schwarz: Last Call




