Nach dem Tod der Sopranistin Jodie Devos (Juni 2024) ergriff ihre Familie und Freunde die Initiative, um einen Fonds zu gründen, der talentierte junge Künstler in der Opernwelt unterstützt. Jodie Devos war kaum 35 Jahre alt, und die belgische Musikwelt verlor mit ihr nicht nur eine begabte Sängerin, die ihre Kunst mit großer Leidenschaft auf die Bühne brachte, sondern auch eine charmante und charismatische junge Frau.
Um ihre Arbeit bekannt zu machen, organisierte der Fonds Jodie Devos am 29. November ein Galakonzert mit einer beeindruckenden Auswahl an Sängern und Sängerinnen. Beinahe alle haben mit Jodie Devos auf der Bühne gestanden und sorgten daher für eine durchdrungene Aufführung, in der die Erinnerung an ihre Kollegin lebendig wurde. Das Programm war sorgfältig zusammengestellt mit Fragmenten, die einen vielfältigen Überblick über das Repertoire gaben, in dem Jodie Devos hervorragte und in dem sie in Zukunft hätte glänzen können, je nach weiterer Entwicklung ihrer Stimme und ihres Schauspieltalents.
Obwohl es jedes Mal einzelne Arien, Duette und Ensembles waren, war die Einfühlung so stark, dass man den ganzen Kontext und die emotionale Wirkung der Oper mitbekam! Dirigent Guillaume Tourniaire verdient ein Lob dafür, dass er das Orchester jedes Mal flexibel in die richtige Stimmung brachte. Die wunderschönen Stimmen erlebten Stück für Stück intensiv die Figur, die sie verkörperten, genau wie Jodie Devos es getan hätte! So schlüpfte Patrizia Ciofi in die Rolle der Ophélie, eine Partie, die Jodie Devos mit ihrer seidenweichen Sopranstimme als pure Reinheit verkörperte, neben dem ausgezeichneten Hamlet von Lionel Lhote.
Stars wie Reinoud Van Mechelen und Sabine Devieilhe waren unter anderem in einer solch glänzenden Rolle anwesend, die Jodie Devos auf ihrer Liste hatte: Lakmé von Leo Delibes. Ergreifend sang Nicole Car als Amelia Morro ma prima in grazia im bewegenden Duett mit Renato (Etienne Dupuis) aus Verdis Un Ballo in maschera. Dies sind nur einige Beispiele aus einem umfangreichen Panorama. Passenderweise endete das Konzert mit dem Ensemble aus dem Finale von Mozarts Le Nozze di Figaro Contessa perdono…ah! Tutti contenti. Und welche Zugabe hätte besser gewählt werden können, um das Konzert nicht so sehr als Gedenkfeier, sondern vor allem als dankbare Erinnerung an die Sängerin zu erleben, als Libiam ne' lieti calici aus Verdis La Traviata. Das enthusiastische Publikum konnte das Theater mit einem glückseligen Lächeln verlassen.
Das CD-Label Alpha brachte ein Album mit 7 CDs (Alpha 1191) mit allen Aufnahmen von Jodie Devos heraus – auch von diesem gehen die Einnahmen an den Fonds Jodie Devos.



