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Klassik Zentral

Beethoven (zu) langsam oder (zu) schnell?

Wer Wim Winters kennt, weiß, dass er ein Faible für die Langsamkeit oder ist es die Schnelligkeit der Musikausführung hat. So ließ und lässt er sich vom Metronom Beethovens leiten…

Seit den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts hat man unauffällig angefangen, bei der Aufführung zahlreicher Kompositionen schneller zu spielen. Das wäre nicht nur ein Modeerscheinung an sich – so historisch authentisch einige auch behaupten zu spielen – es ist auch etwas, das vermutet werden könnte, um Stücke komplett auf eine CD zu passen, ohne sie aufteilen zu müssen, wie bei LP-Aufnahmen „von damals" (und jetzt wieder). Manchmal wirkt es zu schnell, so dass ziemlich viele musikalische Details und sogar ganze Melodielinien beim Hören verloren zu gehen drohen. Man kann dabei sogar ein Gefühl von Hast und Gehetzheit bekommen. Das brachte Wim Winters zum Nachdenken und vor allem zum Studium von Partituren, den Metronomzahlen und vielem mehr.

Im Tempo genommen…

Winters entdeckte, dass sein „subjektiv unangenehmes Gefühl" bei so gehetzten wirkenden Aufführungen stimmte, nachdem er sich intensiv mit Beethoven auseinandergesetzt hatte. Es ist weniger bekannt, aber Beethoven und das Metronom waren untrennbar miteinander verbunden. Genauso wie er jeden Morgen die Kaffeebohnen zählte, die für seinen Kaffee gemahlen werden durften, war er gleichsam besessen vom Metronom. Und was lehrte das Wim Winters und was können wir davon lernen? Dass das subjektiv unangenehme Gefühl völlig berechtigt ist, denn ja, in dieser Epoche der Geschichte, in der wir alle leben, bestimmen Zeit und Schnelligkeit so vieles. Das Sprichwort „Hast und Eile sind selten gut" ist der Menschheit aus dem Gedächtnis entschwunden, und so leidet die Masse unter Zeitstress. Kehren Sie mit Wim Winters zu Beethovens Metronom zurück und entdecken Sie, dass das etwas langsamere Spielen seiner reichen Kompositionen nicht nur das Hörerlebnis selbst beruhigt, sondern Sie entdecken unglaublich viel mehr Farben in den Partituren. Durch Atmen in einem gesünderen Tempo bekommen Sie viel mehr Einblick.

Kann es bitte etwas langsamer gehen?

Wim Winters, den die meisten als Organist kennen werden, spielt auch Fortepiano wie die Besten. Nach dem Studium vieler Partituren – eine Fleißarbeit, die Jahre in Anspruch nahm – und der Suche nach und dem Finden von Musikern, die er überzeugen konnte, machte man sich an die Transkriptionen von Beethovens neun Sinfonien für Pianoforte. Diese noch nie vollständig aufgeführten Transkriptionen stammen von Carl Czerny (erinnern Sie sich an seine Etüden und Fingerübungen für Klavier), phänomenal orchestral geschrieben. Ja, von wem hätte er es lernen sollen? Zusammen mit dem italienischen Pianisten Alberto Sanna und Dirigent Erik Van Nevel mit seinem Currende nahm Wim Winters die neun Sinfonien auf und schrieb ein entsprechend umfassendes Traktat.

Es ist anfangs gewöhnungsbedürftig, einer „langsameren" Beethoven zuzuhören, aber nach wenigen Minuten bist du schon überzeugt. Das ist es! Du entdeckst viel mehr Tiefe, Farbe, das Ein- und Ausatmen, Licht und Dunkelheit und alles, was Beethoven so großartig macht – wenn man so sagen und schreiben darf – zum Rubens der Musik. Was Winters hier tut, kannst du durchaus mit der Restaurierung eines durch Kerzenschwärze und viele Lackschichten beschmutzten Gemäldes eines unserer Rubens vergleichen. Sobald all diese Dunkelheit von dem entfernt ist, was dir schon so unglaublich schön vorkam, entdeckst du mit größeren Augen als je zuvor die enorme Schönheit von dem, was der Künstler schuf. Öffne jetzt deine Ohren und höre, was du trotz dieser Beethoven-Sinfonien, die dir schon den Atem raubten, noch nie gehört hast. Du wirst davon still.

Winters und Sanna spielen auf einem Pianoforte, das von Joris Potvlieghe nach einem Johann Fritz Instrument von 1816 gebaut wurde.

Mehr verraten wir Ihnen nicht über diese besondere und (noch) einzigartige Aufnahme. Sie müssen sie wirklich hören und entdecken „Neuentdeckungen" in Beethoven, die immer da waren, aber mit Schnelligkeit gespielt wurden. Es darf ruhig etwas langsamer sein, schön nach den einzigen, echten, wahren Metronomzahlen des genialen Komponisten selbst, die niemand verbessern kann. Probieren Sie es, lesen Sie das spannende Traktat (in englischer Sprache) und hören Sie und… hören Sie noch einmal? Stimmen Sie Wim Winters zu? Wir auf jeden Fall!

Detalhes:

Título:

  • Beethoven (zu) langsam oder (zu) schnell?

Künstler:

  • Pianisten Wim Winters und Alberto Sanna mit Dirigent Erik Van Nevel und Currende

Ausgeführte Werke:

Sinfonie Nr. 1 in C-Dur, Op. 21 / 1 // Adagio molto – Allegro con
brio / 2 // Andante cantabile con moto / 3 // Menüetto. Allegro molto e vivace – Trio
/ 4 // Adagio – Allegro molto e vivace
CD 2 // Sinfonie Nr. 2 in D-Dur, Op. 36 / 1 // Adagio molto – Allegro con
brio / 2 // Larghetto / 3 // Scherzo. Allegro / 4 // Allegro molto
CD 3 // Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur, Op. 55 / 1 // Allegro con brio / 2 // Marcia
Funebre. Adagio assai / 3 // Scherzo. Allegro vivace – Trio / 4 // Finale. Allegro molto
CD 4 // Sinfonie Nr.4 in B-Dur, Op.60 / 1 // Adagio – Allegro vivace / 2
// Adagio / 3 // Allegro vivace – Trio. Un poco più lento / 4 // Allegro ma non troppo
CD 5 // Sinfonie Nr.5 in c-Moll, Op.67 / 1 // Allegro con brio / 2 //
Andante con moto / 3 // Scherzo. Allegro – Trio / 4 // Finale. Allegro
CD 6 // Sinfonie Nr.6 in F-Dur, Op.68 / 1 // Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande. Allegro ma non troppo / 2 // Szene am Bach. Andante molto mosso / 3 // Lustiges Zusammensein der Landleute. Allegro / 4
// Gewitter, Sturm. Allegro / 5 // Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm. Allegretto
CD 7 // Sinfonie Nr.7 in A-Dur, Op.92 / 1 // Poco sostenuto – Vivace /
2 // Allegretto / 3 // Presto – Assai meno presto (Trio) / 4 // Allegro con brio
CD 8 // Sinfonie Nr.8 in F-Dur, Op.93 / 1 // Allegro vivace e con brio / 2
// Allegretto scherzando / 3 // Tempo di Minuetto – Trio / 4 // Allegro vivace
CD 9 // Sinfonie Nr.9 in d-Moll, Op.125 /1 / 1 // Allegro ma non troppo,
un poco maestoso / 2 // Scherzo. Molto vivace – Trio. Presto / 3 // Adagio molto e
cantabile – Andante moderato
CD 10 // Sinfonie Nr.9 in d-Moll, Op.125 /2 / 1 // Finale / 2 // Presto / 3 //
Allegro assai / 4 // Allegro assai / vivace alla Marcia / 5 // Andante maestoso / 6 //
Adagio non troppo ma divoto / 7 // Allegro e
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Wer Wim Winters kennt, weiß, dass er ein Faible für das Tempo hat – ob schnell oder langsam bei der Musikaufführung. So lässt und ließ er sich vom Metronom Beethovens leiten… Seit den 1980er Jahren spielt man unauffällig immer schneller bei der Aufführung…

Etikett / Herausgeber:

  • Authentischer Klang

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