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Klassik Zentral

Shapovalov Orchestra und Zwillinge Posman in der Parnassuskirche

Die Genter Zwillingsbrüder Taha und Yassine Posman, Pianist und Klarinettist, sind gerade erst 23 Jahre alt, haben aber bereits eine lange Karriere hinter sich. Zusammen mit Cellist Jacob Van Durme bilden sie das Trio Malatya, mit dem sie bereits mehrfach preisgekrönt wurden. Sie sind musikalische Universaltalente.

Taha dirigiert den Chor Nove Canto, mit dem er zeitgenössische Chormusik aufführt. Yassine nimmt Dirigierunterricht bei der renommierten Kristiina Poska, die bis letzte Saison Dirigentin war Symphonieorchester Flandern.

Feuertaufe

In ihrer jugendlichen Begeisterung wollten die Brüder Posman mit einigen Freunden ein Festival organisieren. Aus dieser Gruppe von Freunden ist ein vollständiges sinfonisches Orchester geworden, mit dem sie am 2. Mai ein Konzert in der Genter Parnassuskirche gaben. Es war die Feuertaufe für Dirigent Yassine Posman. Auf dem Programm standen die Hebriden-Ouvertüre und die Dritte Sinfonie von Mendelssohn unter der Leitung von Yassine sowie das Klavierkonzert von Schumann mit Solist Taha Posman. Sie hatten nur wenige Tage zum Proben. Alles Studenten der Konservatorien in Gent und Brüssel, die sich freiwillig und uneigennützig mehrere Tage opferten. Das zeugt von der Überzeugungskraft der Brüder Posman, so etwas in unserer Zeit der Gewinnmaximierung und vollen Terminkalender hinzubekommen.

Diese Begeisterung haben sie von ihrem Vater André Posman, der in den neunziger Jahren an der Wiege des Genter Konzertsaals De Rode Pomp stand. Dort hat er Hunderte von Kammermusikkonzerten organisiert, oft mit zeitgenössischer Musik und großen Namen. Der russische Künstler Boris Shapovalov war so etwas wie der Hausschriftsteller von De Rode Pomp. Er malte große dekorative Wände im Konzertsaal und im Foyer.

Trotz der politischen Schwierigkeiten in Russland ist Shapovalov noch immer ein gern gesehener Gast in der Familie Posman. Aus diesem Grund wurde der Verein Shapovalov gegründet und organisieren die Brüder Posman seit Anfang dieses Jahres im Foyer des ehemaligen Rode Pomp die Shapovalov Sessions. Dort bekommen Mitstudenten eine Bühne und der Geist des Rode Pomp wird neu belebt. Auch das ad-hoc-Orchester und Projekt vom 2. Mai wurde nach ihm benannt: das Shapovalov-Orchester.

Parnassus

Die Genter Parnassuskirche war eine Franziskanerkirche, die vor zwanzig Jahren entwidmet wurde und heute ein beliebtes Sozialrestaurant ist. Über dem Publikum hängt das riesige Skelett eines Fisches, eine mehrere Meter lange Holzkonstruktion des französischen Künstlers Jean-Pierre Clemençon. Nach den ersten Takten der Hebriden-Ouvertüre bemerke ich, dass der Orchesterklang ausgewogen und gleichmäßig bleibt, dank dieses Holzfisches. In Kirchen verschwimmen die Klänge manchmal ineinander, hier erfüllt der Klang den Raum ohne zu viel Nachhall. Das Orchester spielt wunderbar zusammen.

Dirigent Yassine Posman hält seine Truppen perfekt im Griff. Man würde denken, ein erfahrener Dirigent. Das berühmte Klavierkonzert von Schumann wird dann meisterhaft vom Bruder Taha Posman interpretiert. Nach der Pause erklingt die Dritte SSinfonie von Mendelssohn, die Schottische, als würde sie von einem professionellen Orchester aufgeführt, das bereits seit Jahren zusammenspielt. Man könnte vergessen, dass dies ein ad-hoc-Orchester ist, das für dieses eine Konzert zusammengestellt wurde. Was für eine wunderbare Initiative, geboren aus der Begeisterung der Jugendlichen selbst. Die Begeisterung und Überzeugungskraft, mit der die Brüder Posman dies realisieren und ihren Parnassus erklimmen konnten.

Detalhes:

Título:

  • Shapovalov Orchestra und Zwillinge Posman in der Parnassuskirche

Künstler:

  • Taha und Yassine Posman, Pianist und Klarinettist - Studenten der Konservatorien in Gent und Brüssel

Ort:

  • Parnassuskirche, Gent

Datum:

  • 2. Mai 2025

Fotografie:

  • Emma Ostyn
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