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Eine Neuauflage, aber durchaus ein Album, das mehr als nur routinemäßige Aufmerksamkeit verdient, da es sich um eine remastered Edition sowohl eines phänomenalen Klavierrecitals als auch seiner ebenso phänomenalen Aufnahme handelt. Allerdings müssen wir dafür zunächst in der Zeit zurückgehen, genauer gesagt bis 1993, als die ursprüngliche CD vom längst nicht mehr existierenden niederländischen Musiklabel Emergo Classics veröffentlicht wurde.

Für diejenigen, die es nicht (mehr) wissen: Emergo, gegründet von Bas Touw, war in den achtziger und neunziger Jahren aktiv in dem damals noch wachsenden »klassischen« Markt. Es »boomte«, nicht zuletzt dank der 1983 in unserem Land eingeführten Compact Disc. Auch Emergo profitierte davon, wobei das Label eine klare Vorliebe für weniger bekannte Werke, aber auch für Musiker zeigte, die, obwohl im wahrsten Sinne des Wortes wegweisend, bei einem breiteren Publikum noch nicht so bekannt waren. Künstlerische Zugeständnisse wurden nicht gemacht, höchste Qualität stand an erster Stelle.

Es war zu dieser Zeit nicht weniger als ein Meisterzug, Leo de Klerk ins Label zu bringen – ein wahrer Künstler seines Handwerks, als Produzent und als Aufnahmetechniker. Er war der Meister seines Fachs, der für die großartige Klangqualität sorgte, aber was viele nicht wussten: Er hatte auch ein besonders feines Gehör sowohl für musikalisches Talent als auch für Nischen-Repertoire. Dass er in seiner Freizeit auch erfinderisch komponierte und seine talentierten Kreationen ihren Weg fanden, ist besonders bemerkenswert.

Ich kannte Leo ziemlich gut und besuchte ihn regelmäßig in 's-Gravendeel, wo er sein Aufnahmestudio und seinen Hauptarbeitsplatz hatte. Nach seinem Tod am 9. September 2020 widmete ichhiereinen In-Memoriam-Text diesem 62 Jahre alt gewordenen Großmeister, der jahrelang unter einer nicht zu bändigenden Lungenkrankheit litt.

Wie so viele Labels unterlag auch Emergo letztendlich in einem stark umkämpften Markt, in dem Nischen-Ausgaben zunehmend von großen internationalen Labels verdrängt wurden. Erst später, wir sind dann bereits weit ins Millennium vorgedrungen, entstand wieder mehr Interesse für dieses Nischen-Repertoire, aber das bekam Emergo nicht mehr mit. Ältere Ausgaben lassen sich zum Glück immer noch finden, sowohl auf dem Gebrauchtmarkt als auch auf Streaming-Plattformen. Die Geschichte ist also noch lange nicht zu Ende.

Diese Geschichte wird mit dieser Neuauflage unverdrossen fortgesetzt. Daan van Aalst, selbst ein ausgezeichneter Aufnahmetechniker und Editor und die treibende Kraft hinter dem niederländischen Label Navis Classics, kannte Leo de Klerk natürlich auch, ist sich seiner großen Qualitäten bewusst und hat aus zwei Gründen den Schritt zur Neuauflage gewagt: die Aufnahmequalität und den Pianisten Naum Grubert (1951, Riga), der seit Jahren in unserem Land lebt und neben einer sehr renommierten Musiker-Karriere als Hauptfachdozent Klavier am Conservatorium van Amsterdam tätig ist. Sie können auf der Website (klick hier) des CvA mehr über ihn lesen. Navis hat im Laufe der Zeit bereits eine große Anzahl von Aufnahmen dieses Pianisten veröffentlicht und beschloss, die Rechte dieser remasterten Neuauflage zu übernehmen und sie damit (hoffentlich!) einem breiten(eren) Publikum näher zu bringen.

Der ursprünglichen Ausgabe beigegebene Erläuterung wurde speziell für diesen Anlass durch einen tiefgründigen Text von Grubert selbst ersetzt (leider nur in Englisch). Gestaltung und Verpackung dieser Produktion wurden von Navis' Hausdesigner Ad van der Kouwe besorgt.

Naum Gruberts Spiel habe ich schon früher als das eines Interpreten mit einer besonderen Signatur charakterisiert, der seine Hörer durch intensive musikalische Charakterisierung und verfeinerte Farbschattierungen überwältigt – tief verwurzelte Ausdruckskraft, analytische Klarheit und pianistische Raffinesse ohne jede virtuelle Zurschaustellung. Ein Interpret, der es auch versteht, den Anschein zu erwecken, als entstünde die Musik im Moment, so meisterhaft gestaltet, dass sie wie eine brandneue Entdeckung erklingt, aber innerlich bis ins kleinste Detail geformt ist (was besonders deutlich wird, wenn man sich die Noten anschaut). Einerseits gibt es die Lyrik als reine musikalische Dichtkunst mit Hilfe der subtilsten Konturverschie­bungen, andererseits die ebenso feinmaschige dynamische Proportionalität. All dies ist Teil der seltenen Nobilität, die dieses Spiel kennzeichnet. Innerhalb der gegebenen Architektur gibt es Erwartung, Aufbau, Expansion und Auflösung. Keine Spur von Berechnung, die Musik gleichsam neu entdeckend, die Interpretation als neu präsentierend.

Großartig…in jeder denkbaren Hinsicht…Und gleichzeitig eine mehr als warme Erinnerung an Leo de Klerk…

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Detalhes:

Ausgeführte Werke:

Rachmaninow: Elegie es-Moll, op. 3 Nr. 1 – Prelude cis-Moll, op. 3 Nr. 2 – fis-Moll, op. 23 Nr. 1 – G-Dur, op. 32 Nr. 5 – b-Moll, op. 32 Nr. 10 – Études-Tableaux: Es-Dur, op. 33 Nr. 4; C-Dur, op. 33 Nr. 2; a-Moll, op. 39 Nr. 2; a-Moll, op. 39 Nr. 6; es-Moll, op. 39 Nr. 5

Etikett / Herausgeber:

Referenznummer:

  • NC24015

Länge:

  • 73'

Aufnahmedatum:

  • 1992 (remastered)

Aufnahmeort:

  • Singelkerk, Amsterdam (NL)
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