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Klassik Zentral

International Opera Academy glänzt mit Mozarts Così fan tutte

Drei Tage im März programmierte die International Opera Academy Così fan tutte, Mozarts dritte Da-Ponte-Oper (1756-1791). Neugierig auf die Entwicklung der Opernschule, die Guy Joosten einst gründete, wollte ich diese Mozartoper mit diesen jungen Künstlern gerne sehen. Die Erfahrung war außergewöhnlich positiv.

Così fan tutte mit dem Untertitel ossia la scuola degli amanti hat viele Schichten, und die Aufführung ist damit außergewöhnlich geschickt, intelligent und dennoch einfach umgegangen. Così fan tutte ist eine geradlinige Geschichte mit einer begrenzten Anzahl von Charakteren, zwei Paaren und einem intriganten Duo. Die Liebe der Paare Fiordiligi und Guglielmo einerseits, Dorabella und Ferrando andererseits wird auf die Probe gestellt, und was als Spiel beginnt, wird grausame Wahrheit – allerdings mit offenem Ende. In seinem Vorwort rechtfertigt Michiel Delanghe, der Direktor der IOA, deutlich seine Wahl dieser Oper. Junge Menschen werden auch im wirklichen Leben ständig mit Entscheidungen, Erwartungen und der Frage nach Freiheit konfrontiert. Was ist der Wert von Treue und Identität? So wird das Spiel auf der Bühne gleichzeitig zu einer Art Laboratorium für das echte Leben. Diese ideologische Grundlage des Stücks haben die Darsteller absolut meistern und ihre Umsetzung auf der Bühne war eine fantastische Theatererfahrung.

Das Komische und Ironische, das Pseudo-Spannende und das teilweise Tragische der Intrige wurden auf intelligente und überzeugende Weise umgesetzt. Die Inszenierung ist besonders minimalistisch. Eine nackte Bühne mit einem Bett – eher eine Matratze auf dem Boden, ein paar Barhocker, einige kleine Regale, ein niedriger Tisch, eine Art Schaufensterpuppe. Und vor allem ein Cembalo. Ein wenig Verstecken unter einem Laken, Barhocker als "Notariatsbüro", einen Besenstiel, der verschiedene Funktionen erfüllt und auch eine leicht erotische Anspielung hat, zwei Becher mit den Initialen F und G. Mehr brauchte es nicht, um die Fantasie für die verschiedenen Schauplätze zu entfachen und angebrachte komische Anspielungen. Weithin sparsames Licht und zeitgenössische, manchmal auch lustige Kleidung, wie Alfonsos schottischer Rock.

Die Sänger waren sichtlich in ihrem Element und beherrschten ihre Gesangspartie bewunderungswürdig gut. Obwohl noch sehr jung, haben sie alle bereits einige Opernererfahrung gesammelt, was zweifellos ihre Selbstsicherheit und Spontaneität erklärt. Die Abschiedsarie Soave sia il vento klang wirklich ergreifend, Juliana Cook sang mit schöner hoher Sopranstimme die äußerst schwierige Arie Come scoglio, Sophie Patterson war eine rührende und verspielte Dorabella mit einem herrlichen E amore un ladroncello. Die Stimmen der beiden Schwestern harmonierten auch schön in den Duetten. Despina (Rosa Sparks) ist einfach ein Prototyp von humorvoller Ironie mit heller Sopranfärbung. Auch Ferrando und Guglielmo sind gut besetzt mit der zarten Tenorette von Yiming Liu und dem warmen, doch kraftvollen Bariton von Alex Gibb.

Kris Belligh stiehlt die Show als Don Alfonso. Er schlüpft vollständig in die Haut des Intriganten und genießt es sichtlich! Er ist fast ständig auf der Bühne, findet immer eine aussagekräftige Körperhaltung und hat zudem einen schönen Bariton, der sowohl sanfte Hinterlist als auch Autorität ausstrahlen kann. Ein perfekt besetzter Don Alfonso!

Das Cembalo auf der Bühne begleitet natürlich die Rezitative, wird aber gleichzeitig Teil des Ganzen, besonders mit einem feinsinnigen Cembalospieler wie Job Clement, der sich auch emotional in die Geschichte einbringt. Ein ausgezeichneter Fund.

Nabil Shehata dirigierte das Flanders Conservatory Orchestra, das in der Broschüre als Premiere für diese Produktion vorgestellt wird. Zum ersten Mal spielen Studenten von drei Konservatorien – Antwerpen, Gent und Brüssel – zusammen in einer Formation. Es ergab eine spannende und ergreifende Mozart-Oper mit Verspieltheit, Nuance und guter Unterstützung der Stimmen. Hier und da einen falschen Oboen- oder Fagotton zu kritisieren wäre in diesem Kontext Haarspalterei.

Die Aufführung erhielt tosenden Applaus, der sicherlich als Ermutigung dienen sollte, dieses Ziel weiterhin zu verfolgen: "A unique collaboration that not only carries this production, but also helps build the future of our operatic landscape". Ich führe dieses Zitat aus dem Programmheft an, das nur in Englisch vorliegt. Vielleicht ein Vorschlag für die Zukunft: die Beiträge auch auf Niederländisch? Die IOA verdient jedenfalls das Beste für die Zukunft.

Detalhes:

Título:

  • International Opera Academy glänzt mit Mozarts Così fan tutte

Künstler:

  • International Opera Academy –

    Nabil Shehata, Dirigent, Paul Carr, Regie –

    Mit: Juliana Cook, Sophie Patterson, Rosa Sparks, Yiming Liu, Alex Gibb, Kris Belligh, Job Clement

Ort:

  • Bourlaschouwburg, Antwerpen

Datum:

  • 3. März 2026

Fotografie:

  • Maurice Cassiers
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