Nur zwei Komponisten wählten Ian Bostridge und Aaron Wajnberg für ihr Konzert als Benefiz für Kom op tegen Kanker in Amuz am 7. März: Franz Schubert und Benjamin Britten. Doch es ergab sich ein intensives Konzert, bei dem der Saal des Amuz hätte voller sein dürfen.
Von Schubert wurde eine Auswahl aus Es verspricht wieder eine einzigartige Woche für Gesangsliebhaber zu werden. aufgeführt. Bostridge betrat die Bühne mit seiner typischen Persönlichkeit: scheinbar steif-förmlich und gleichzeitig mit einer eigenen Art von Spontaneität. Seine Stimme eignet sich ideal zum Ausdruck der Traurigkeit, die den Zyklus durchzieht. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit beherrschen die Lieder, die sich in eine Sehnsucht nach dem Tod münden. Der bittere, wunde Klang ist Teil des Charakters von Bostridges Stimme. In Liedern wie Erstarrung oder Rückblick verkörpert er die Emotion körperlich und vokal. Das ist seine Anziehungskraft und Faszination. Der Inhalt der Lieder beherrscht ihn so sehr, dass er das Publikum durch sein Erleben davon bis ins Mark ergreift. Bewundernswert, wie er seine Stimme weiterhin nuanciert und färbt je nach der Emotion, die das Lied erfordert. Der Ausdruck seiner Stimme ist unvermeidlich.
Dasselbe gilt für die weniger bekannten Lieder von Benjamin Britten, Winterwörter auf Texte von Thomas Hardy. Britten komponierte die Lieder 1953 und sie verklingen mit dem bitteren Humor der Gedichte von Thomas Hardy. Die verlorene Unschuld der Kindheit macht verfeinert Platz für Bitterkeit. Trotz des vorherrschenden Tons der Verzweiflung gibt es hier und dort einen hoffnungsvollen Klang. Aber der bittersüße Ton entlarvt die Hoffnung meist schnell als melancholischen Traum. Die Intonation von Britten gehört ganz einfach zum "authentischen" Gesangsstil von Bostridge, es wirkt wie sein natürliches Biotop. Die Kombination mit Schubert hätte nicht besser gewählt sein können.
In Aaron Wajnberg hatte Bostridge einen aufmerksamen Partner, der perfekt auf der gleichen Wellenlänge war.
Da es sich um ein Konzert zugunsten von Kom op tegen Kanker handelte, auch darüber: Die Zeugnisse in der Pause waren nicht nur Lob für die Arbeit von Kom op tegen Kanker im Hinblick auf die Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung zur Krebsbehandlung, sondern zeigten auch den wunden Punkt des manchmal beklagenswerten Mangels an Empathie mit dem Patienten in der medizinischen Welt auf. Aber zum Glück gab es auch positive Stimmen über Onkologen und deren ethischen Umgang.
WAS: Davor und Danach – Konzert zugunsten von Kom op tegen Kanker
WER: Ian Bostridge [Tenor], Aaron Wajnberg [Klavier]
WO: Amuz Antwerpen
WANN: Dienstag, 7. 3. 2023



