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Eine Kathedrale des Klangs in einer Kathedrale einer Kirche

Die Gidsen… Manche kennen sie gar nicht. Andere verbinden sie mit einer veralteten Blaskapelle oder protzig inszenierten Auftritten. Kenner wissen es: Die Gidsen, das ist Qualität, das ist Sound, das ist Vielseitigkeit, das ist Genuss. Und genau das war es auch an jenem ersten Septemberfreitag.

In der beeindruckenden Sint-Romboutskathedrale in Mechelen: Genuss, Gedenken und Hilfe. Das Konzert erinnerte daran, dass vor etwa 80 Tagen englische Aufklärungsfahrzeuge der 23. Hussaren, unterstützt von kanadischen Infanteristen, von Kapelle-op-den-Bosch aus in Mechelen einrollten als Vorhut der Sherman-Panzer der Amerikaner und Kanadier, die die Befreiung bestätigten.

Wie in jener bedrängten Kriegssituation bleibt es immer eine Not, zu helfen. Daher stand dieses Konzert im Zeichen des Internationalen Kinderkrebstags, ein »Tag der Hoffnung und des Heldenmuts«. Auf all diese Umstände verwiesen Bürgermeister Bart Somers, Alain Gysels, Kommandant des Wettbewerbszentrums der Landkomponente, und Ivan Loiko, Kommandant des Ausbildungszentrums für Kommunikations- und Informationssysteme und Verwaltung.

Das Programm passte perfekt zum Hintergrund des Konzerts mit Titeln wie Symphony »Hell & Heaven« des Spaniers Oscar Navarro und Gedenken von Christopher Marshall, der eigens aus den USA nach Mechelen reiste für die Weltpremiere seines wundervollen Werks. So bescheiden und gewinnend dieser französisch-neuseeländisch-amerikanische Komponist auch war – zufällig mit einem Namen gesegnet, der sofort an den Marshallplan erinnert, der so viel Nachkriegsleid linderte – so mitreißend ist seine Musik. Sie war den über siebzigköpfigen Gidsen gewissermaßen auf den Leib geschrieben: melodisch, kraftvoll, virtuos, neu. Ja, zeitgenössische Musik kann auch schön sein!

Das bewies auch die Symphony Hell & Heaven von Oscar Navarro. Der fesselnde Anfang, Glockenspiel, Soundeffekte und Stimmen sowie würdevolles Orgelspiel machten daraus eine halluzinierende intergalaktische Reise durchs Jenseits. Wie die Königliche Musikkapelle der Gidsen, die 1832 im Auftrag von König Leopold I. gegründet wurde, verbindet dieses ikonische Harmonieorchester Erneuerung mit Tradition, besonders unter der künstlerischen Leitung seines begeisterten Chefdirigenten Yves Segers. Seit März 2008 dirigiert er das Orchester, und zahlreiche Kreationen auf CD und auf der Bühne entstanden unter seiner Leitung zum Leben. Sowohl von belgischen Komponisten wie Frederic Devreese, Jacqueline Fonteyn, Jan Van der Roost, André Waignien und François Glorieux, als auch von Ausländern.

Ja, es gab die traditionelle Toccata und Fuge in d von Bach, aber in einer gelungenen, donnernden Transkription von Arthur Prevost. Ja, England wurde vertreten durch die vertrauten Enigma-Variationen von Elgar, aber so gewinnend und überwältigend, dass es »Armkneifen-Momente« auslöste. Das sind diese packenden Passagen, die dich instinktiv in die Hand deines Partners greifen lassen.

Ja, es gab die traditionellen Märsche. Du magst sie oder nicht, aber stimulierend sind sie immer. Und ja, es gab Blumen, auch – verdient – für Moderatorin Inneke Plasschaert von Radio Klara. Bei der Moderation und den Reden fiel auf, dass die gefürchtete Akustik in einer Kathedrale wie Sint-Rombouts alles, das mit dem Mikrofon verstärkt wird, beeinträchtigt.

Detalhes:

Título:

  • Eine Kathedrale des Klangs in einer Kathedrale einer Kirche

Künstler:

  • Königliche Musikkapelle der Gidsen, Dirigent Yves Segers

Ort:

  • Mechelen, Sint-Romboutskathedrale

Datum:

  • 6. September 2024

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