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DONNA DIVA TV – Streaming Sound of Ghent

Sound of Ghent war am vergangenen Wochenende wieder "on the air" für die Fortsetzung von Donna Diva TV.

Folge 3

Wo waren wir am Ende von Folge 2 stehen geblieben? Donna Diva möchte zurück zu Luciano im Jahr 1970.
Die Mezzosopranistin Helene Bracke, Pianist Wouter van Ginste und Anton Cohen spinnen den Faden in diesem verrückten Abenteuer weiter und ebnen den Weg zur Oper, eine Kunstform, die immer noch als elitär beschrieben wird. Der hochnäsige und intellektuelle Anstrich ist weg. Mit einer wilden Phantasie führt die OPERAtionale Zeitmaschine von Dr. Coppelius das Publikum von 6 bis 99 Jahren durch Zeit und Raum, sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Trotz aller Verwirrung ist die Geschichte lustig und rührend.

Die Handlung sieht wie folgt aus. Donna Diva übernimmt die Regie. Leidenschaftlich und pragmatisch schlägt sie über die Stränge. Ohne Wissen von Dr. Coppelius bedient sie selbst die Tele-Zeitmaschine. Vermessen! Zu ihrer Überraschung hat die Tele-Zeitmaschine sie in einer öden, sterilen weißen Landschaft abgesetzt. In der Ferne erblickt sie eine Gestalt. Bei näherer Bekanntschaft erzählt der Mann ihr, dass sie in der Zukunft gelandet ist, nämlich im Jahr 2970 und nicht 1970! Leichte Panik! Er erzählt, dass er über seinen Kopfhörer die beste Musik aller Zeiten hört, und zwar über SCAM, ein Computerprogramm, das mit Algorithmen arbeitet.

Es werden deutlich Parallelen zur heutigen Welt gezogen. Als er erfährt, dass Donna Diva vor ihm steht, stellt er sie auf ein Podest, er ist von ihr völlig begeistert: "Sie sind nicht nur mein Idol, sondern das vieler anderer, eine Sängerin und Diva wie Sie gibt es nicht mehr". Natürlich schmeichelt das ihrer Eitelkeit. Durch einen violetten Tunnel gewährt er ihr einen Blick in die jüngste Vergangenheit... das Jahr 2525. Kunst ist zu einer Brache geworden. Durch die übermäßige Nutzung von Computern ist die Emotion aus der Welt verschwunden, Menschen können nichts mehr selbst erfinden, die Kreativität ist völlig ausgeblutet. Auch hier gibt es Anknüpfungspunkte zur pandemischen Leere und Langeweile. Durch dieses ernüchternde Bild sehnt sich Donna Diva nach ihrem sicheren Kokon bei Dr. Coppelius.

Durch einen Werbespot wird die Spannung aufgebaut. Da sie ihren großen Liebe Luciano vermisst hat, singt Donna Diva nach ihrer Rückkehr ein wehmütiges Lied. Dr. Coppelius lebt mit. Diese Folge ist technisch raffiniert gemacht. Das Ganze ist in eine atmosphärische Soundscape verpackt, in der mit Elektronik herumgespielt wird.

Folge 4

Donna Diva schafft es, Dr. Coppelius zu überreden, sie noch einmal zu Luciano zu schicken. Unter einer Bedingung stimmt Dr. Coppelius zu: "um sich endgültig zu verabschieden". Gesagt, getan. Der Fokus liegt nun auf Dr. Coppelius. Er ist selbst in Donna Diva verliebt. Für sie erschuf er die OPERAtionale Zeitmaschine, damit sie ihren Traum "Oper singen" verwirklichen konnte. Ganz allein in seinem Labor besitzt er seine Liebe zur unerreichbaren Diva. In einem Werbespot wird das Donna Diva Kopfkissen beworben. Kostenlos dazu: die Donna Diva Socken, Wein und Käse.

Zurück versetzt, ist Donna Diva völlig durch den Wind. Ihr großer Liebe Luciano hat bereits eine andere Diva an Land gezogen, mit der er ein Duett singt: die legendäre Sopranistin Joan Sutherland, von der eine alte Aufnahme zu sehen ist. In Italien erhielt sie für ihre Interpretationen den Spitznamen La Stupenda (die Prächtige). Durch diesen Verrat ist Luciano von seinem Podest gefallen. Dr. Coppelius tröstet sie: "Luciano verdient Sie nicht!" Es liegt ihm auf den Lippen, ihr seine Liebe zu gestehen, als Mozart per Telefonogramm auf der Bildfläche erscheint. Die existentielle Einsamkeit des Menschen und seine Verwundbarkeit in der Suche nach der idealen Liebe kommt gut zur Geltung. Dies schließt auch an das an, was die Gesellschaft erlebt. Um Folge vier zu beenden, wird eine Karaoke-Stunde angekündigt. Unter Druck singt Donna Diva noch einmal das Lied "Luciano". Mit viel Augenverdreherei und Grimassen zeigt sie, dass es ihr überhaupt nicht passt.

Die bekannten Opern-Arien vermisse ich ein bisschen in Folge 3 und 4. Es gibt zwar, wie in allen Opern, eine Partitur, Charaktere, eine Handlung und Orchestrierung. In jeder Partitur gibt es jemanden, nach dem man sich sehnt, einen Horizont, in den man verschwinden kann. Hoffentlich kommen in den nächsten Folgen mit dem Erscheinen von Mozart wieder Opern-Arien an die Reihe. Ansonsten: gelungen. Das Gackern und die heimlichen Lacher auf den Kindergesichtern über die Streiche der Charaktere sind definitiv da. Streiche, die sie vielleicht selbst inspirieren und Eltern, die offensichtlich Spaß haben an der Aufmerksamkeit und der Freude ihrer Kinder bei der Entdeckung dessen, was sich hinter dem Wort "Oper" verbirgt.


  • WASSound of Ghent
  • VERANSTALTER: Festival van Flandern Gent
  • Klassiek-Centraal.be » Halka, eine Oper zum Entdecken Kommentare Feed© Gent Festival van Vlaanderen

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