IN DEN FUSSSTAPFEN DES HISTORISCHEN COLLEGIUM MUSICUM
Das Neues Bachisches Collegium Musicum (NBCM) und künstlerischer Leiter Reinhard Goebel präsentieren eine neue Serie mitThe Leipzig Collegium Musicum Vol. 1: Musik vor Bach, die einen lebendigen Einblick in das reiche Musikleben Leipzigs am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts bietet. Die Stadt war damals Heimat zahlreicherCollegia Musica, akademische Ensembles, die sich der Aufführung neuester vokal- und Instrumentalwerke widmeten und eine zentrale Rolle in der Bildung der Musikkultur spielten. Georg Philipp Telemann, Johann Friedrich Fasch, Christoph Graupner und Johann David Heinichen gehörten zu den wichtigsten Figuren in diesen Kreisen, obwohl ein großer Teil ihres Repertoires heute nur noch vage zu rekonstruieren ist. Goebel stellt ein Programm zusammen, das dieser Vor-Bach-Welt "ungefähr" entspricht, mit Ouvertüren von Johann Beer und Heinichen, einem Hornkonzert von Georg Melchior Hoffmann (allesamt in Weltpremieren-Aufnahmen) sowie Konzerten von Fasch, Graupner und Telemann. Die Solopartien werden vom Blockflötisten Max Volbers und Clemens Röger, Hornist des Gewandhausorchesters, aufgeführt.
1729 übernahm Johann Sebastian Bach das Collegium Musicum Telemanns, das damals im Zimmermann'schen Kaffeehaus auftrat und zum Eckpfeiler des Leipziger Musiklebens wurde. Dies führte letztendlich zur Gründung des Großen Concerts 1743 und des Gewandhausorchesters. Das 1979 von Mitgliedern des Gewandhausorchesters mit Max Pommer gegründete NBCM hat sich seither einen internationalen Ruf durch gefeierte Aufnahmen erworben und wird seit 2021 von Reinhard Goebel geleitet, einem Pionier der historisch informierten Aufführungspraxis und Gründer von Musica Antiqua Köln.





