War es eine bewusste Entscheidung, als Conradin Kreutzer und Friedrich Witt ihre Septette im Gefolge des viel berühmteren Beethoven komponierten? Aber diese beiden Werke müssen sich vor dem Werk ihres berühmten Kollegen nicht verstecken: Beide verstehen es, auf charmante Weise zu unterhalten, wie die lebendige Aufnahme mit dem renommierten Charis Ensemble zeigt, nun nach langer Abwesenheit in der "Preziosa"-Serie von MDG neu aufgelegt.
Der Charme beider Werke besticht den Hörer sofort. Themen und Motive prägen sich schnell ins Gedächtnis ein, als wäre ihnen mit leichter Hand die Form verliehen worden, und die ausgezeichnete Instrumentation des Charis Ensemble versteht es, selbst die virtuosen Passagen mit der nötigen Eleganz zu präsentieren.
E. T. A. Hoffmann erkannte Witts Talent schon früh: Er wusste seine Kompositionen "nicht so sehr mit Tiefe als vielmehr mit dem höchstmöglichen Grad an Charme" auszustatten und schrieb so für ein breites Publikum. Beethoven machte ähnliche Bemerkungen über sein eigenes Septett.
Die Entdeckung des Wertes des Unbekannten war schon immer eine Spezialität von MDG. Die "Preziosa"-Serie präsentiert ausgewählte Schätze aus fast einem Jahrhundert Labelgeschichte, liebevoll zusammengestellt und bereichert mit Geschichten über die Entstehung der Aufnahmen. Viel Vergnügen!
Rezensionen
H. Arnold in Musikmarkt Nr. 3/87: "Das Ensemble, das seit mehreren Jahren zusammenspielt, zeichnet sich durch hervorragende Kammermusikqualitäten aus: tonale Balance und Feingefühl aller Beteiligten sowie deutliche Hörbarkeit bis ins kleinste Detail in allen Passagen. Ein ausgezeichneter Gesamteindruck, der auch durch die Aufnahmetechnik wirksam festgehalten wurde."





